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Diaprojektion und Audiovision

Die Diaprojektion ist sicher eine der hochwertigsten Formen der Bildpräsentation, denn Schärfe und Brillanz liegen auf unerreicht hohem Niveau. Dabei ist es so einfach, ein paar Dias zu rahmen und mit dem Diaprojektor auf eine Leinwand zu projezieren. Der verdunkelte Raum lenkt die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die Bilder und begünstigt deren intensive Wahrnehmung. Wer seine Diaserie auch noch unter ein Motto stellt, nach einem "roten Faden" strukturiert und vielleicht noch zu Musik überblendet, dem ist der Erfolg schon fast sicher.

Einzelprojektion oder Überblendung?
Schon bei der Projektion einzelner Dias mit einem Projektor kann die hohe Bildqualität sichtbar werden. Moderne Diaprojektoren besitzen einen aktiven Autofokus mit Override-Funktion, der für automatische Scharfstellung der Dias sorgt, aber auch manuelles Fokussieren per Fernbedienung ermöglicht. Mit fast allen Projektormodellen können mehrere Arten von Diamagazinen benutzt werden, wobei grundsätzlich zwischen Stangenmagazin- und professionellen Rundmagazinprojektoren unterschieden wird. In einigen Magazintypen sind die Dias verschüttgesichert, was zum Teil spezielle Diarahmen erfordert. Die Diarahmung kann man entweder bei der Entwicklung des Films gleich mitbestellen oder später selbst erledigen, was für Puristen und anspruchvolle AV-Anwender selbstverständlich ist. Für eine optimale Randschärfe verwendet, man für die Projektion verglaste Rahmung. Um Dias in der Qualität zu beurteilen und Bildfolgen festzulegen, sind Lupen und Leuchtpulte wichtige Hilfsmittel.

Bei der Einzelprojektion wirkt der harte Bildwechsel oft störend, denn die Dunkelphase läßt die Augen der Zuschauer vorzeitig ermüden. Sicherlich ein Grund, warum einige Leute den letzten Diaabend vielleicht in nicht so guter Erinnerung haben. Hier hilft Überblendprojektion mit zwei Projektoren, die auf Tastendruck oder per Schieberegler die Bilder weich und ohne Dunkelpause wechseln. Doch eine Überblendung kann auch kreativ genutzt werden, wenn die Motive geschickt ausgewählt oder schon passend photographiert worden sind. Eine echte Steigerung erfährt eine Dia-Show, wenn sie passend vertont und die Dias synchron zum Musiktakt überblendet werden.

Welche Technik ist für Dia-Audiovision nötig?
Am einfachsten gelingt Ihnen eine Überblendprojektion mit speziellen Doppelprojektoren, die zwei Projektionssysteme und die nötige Steuertechnik in einem Gerät vereinen. Über eine serielle Schnittstelle lassen sich diese Projektoren auch per Computer steuern. Da ein Doppelprojektor die Dias aus einem Magazin projiziert, ist die Wechselzeit von einem Dia zum nächsten mit rund vier Sekunden recht lang, was rasanten Bildfolgen gewisse Grenzen aufzeigt. Aus diesem Grund wird von anspruchsvollen Anwendern der Einsatz einzelner Komponenten bevorzugt. Eine Anlage besteht dann aus zwei, drei oder mehr Projektoren, einem Steuergerät und gegebenenfalls noch einem Audio-Player, der Musik und Steuersignale zur synchronen Wiedergabe liefert. Als Player kommen sogenannte Multitracker, das sind Cassettenrecorder mit vier Tonkanälen, CD-Player oder spezielle MP3-Player in Frage. Letztere gibt es auch mit integriertem Steuergerät für die Projektoren. Sie eignen sich auch ausgezeichnet für Schauen, die aus Musik synchron und manuell gesteuerten Passagen bestehen.

Der Schlüssel zur Kreativität
Wenn man eine ansprechende Dia-Show mit raffinierten Überblendungen und Titeleinblendungen sowie einem emotional wirkenden Soundtrack aus Musik, Sprache und Originalgeräuschen gestalten möchte, kommt der richtigen AV-Software eine Schlüsselstellung zu. Moderne Software bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, Überblendfolgen und Ton zu bearbeiten und zu synchronisieren. Fast immer kann mit Vorschaubildern die Überblendwirkung auf einer virtuellen Leinwand im Computer betrachtet werden. Auch die Tonbearbeitung ist sehr komfortabel und bietet Überblendungen, Schnitte und das Zusammenmischen verschiedener Tonelemente. Wie aus anderen Programmen gewohnt, können fehlerhafte Bearbeitungen per Mausklick jederzeit wieder rückgängig gemacht werden, so daß auch Einsteiger kreativ experimentieren können. Um sich einen Eindruck zu verschaffen, kann man sich von den Websites der Hersteller meist Demo-Versionen herunterladen. Es gibt sogar kostenlose Programme, die bis zu drei Projektoren steuern können und für die ersten Gehversuche völlig ausreichen. Falls man der Technik mit Unsicherheit begegnet, wendet man sich am besten an den spezialisierten AV- und Photofachhandel oder man besucht einen Workshop, der einen in die Gestaltung von Diaschauen einführt.

Die Projektion von brillanten, scharfen Dias wird allen Beteiligten viel Freude bereiten. Das gilt besonders für die Gestaltung von vertonten Überblend-Diaschauen, denn sie haben auf Zuschauer eine wirklich magische Wirkung.
 

Präsentationstechnik 09 / 2005

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Überblendeffekt

"Prophoto"
Dieter Hartmann

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