Bildleiste

Diaprojektor versus Beamer

Ob man seine Bilder lieber mit dem vermeintlich altmodischen Diaprojektor oder mit einem Beamer präsentiert, hängt von individuellen Vorlieben und Ansprüchen an die Präsentation ab. Wer nach wie vor niedrig empfindliche und damit entsprechend hoch auflösende Diafilme belichtet, sich nicht oder nur in geringem Maße mit Computern auseinandersetzen möchte und die Dias mit ein oder zwei Projektoren zeigt, wird selbst mit einem der besten Beamer kaum zufrieden sein, um so weniger, wenn er nicht „nur“ Kleinbild, sondern Mittelformatdias projiziert. Wer hingegen in erster Linie oder ausschließlich digital photographiert beziehungsweise seine bereits vorhandenen Dias oder Negative mit einem entsprechenden Scanner digitalisiert hat, wird kaum den Weg zurück zum Dia wählen, der über eine Datenbelichtung auf Diafilm durchaus möglich wäre. Welches die bessere Methode ist, lässt sich daher nicht absolut sagen. Beide haben ihre spezifischen Vorzüge und gegebenenfalls auch Nachteile.

Analoges Für und Wider
Der Diafilm wird belichtet, entwickelt und liegt dann zur Begutachtung auf dem Leuchtpult. Sehr schnell kann man mit einer 5-fach-Lupe die Bilder betrachten, die Spreu vom Weizen trennen, ähnliche Bilder vergleichen und sich mit der 10-fach-Lupe dann endgültig vergewissern, ob alles, was scharf sein soll, auch scharf ist. Die verbliebene Auswahl steht bei Bedarf sofort für die Projektion bereit - und zwar in maximaler Qualität. So kann man sich direkt dem Genuss des groß projizierten, enorm brillanten Bildes hingeben. Praktisch die gesamte Informationsfülle des aufgenommenen Bildes findet sich auch auf der Leinwand wieder. Selbst aus kürzestem Betrachtungsabstand wirkt das Photo scharf und lässt feinste Details erkennen. Auch wenn man seine Dias zu Freunden mitnimmt oder im Photoclub in einen anderen Diaprojektor steckt, erscheinen sie so, wie man sie schon auf dem Leuchtpult durch die Lupe gesehen hat. Gleichwohl ist das Projektionsvergnügen nicht immer ungetrübt. Entscheidet man sich für glaslose Diarahmen, sorgt das berüchtigte Ploppen der Dias für Ungemach. Der Grund: Filme bestehen aus dem Trägermaterial und der Emulsionsschicht. Beide dehnen sich im warmen Diaschacht des Projektors unterschiedlich stark aus und so kommt es zur Wölbung und damit zu partiellen Unschärfen, die auch ein effektiver Autofokus nicht immer kompensiert. Dem kann man durch die Rahmung der Dias unter Glas begegnen. Damit wird zwar das Ploppen verhindert, dafür ist es nahezu unmöglich, alle Dias einer Schau komplett staubfrei unter Glas zu bekommen. Zudem entstehen bei der Projektion zuweilen unschöne Kondenswasserwolken unter dem Glas, die erst nach längerer Zeit verschwinden. Ebenfalls unerfreulich ist, dass auf den Gläsern mit der Zeit ein milchiger Belag entsteht, der die Brillanz beeinträchtigt und es erfordert, die Dias komplett auszurahmen, um die Gläser zu reinigen.

Wer die Dias in wechselnden Räumlichkeiten vorführen möchte, kann auf eine große Zahl von Wechselobjektiven zurückgreifen, mit der sich die Projektion an nahezu jede beliebige Bildbreite und Projektionsentfernung anpassen lässt. Die aktuellen Diaprojektoren sind, ebenso wie die Steuertechnik, ausgereift und äußerst langlebig. Auch ältere Geräte ermöglichen immer noch anspruchsvolle Diavorführungen. Noch ist das Angebot an Diaprojektoren breit und reicht vom Einfachgerät mit 150-Watt-Lampe bis zum robusten Rundmagazinprojektor mit 300- bis 400-Watt-Lampe. Daneben gibt es auch noch eine Reihe von Projektoren für das Mittelformat sowie einige Spezialisten mit extremer Lichtleistung, die selbst High-End-Beamer buchstäblich in den Schatten stellen.

Ist die Vorführung mit einem oder zwei Projektoren noch unkompliziert, so steigt der Aufwand beträchtlich, wenn man mit drei und mehr Projektoren schlichte oder komplexe Trickeffekte einsetzen möchte. Schon das Ein- und Überblenden von Titeln, das Einblenden von Karten oder ein anspruchsvoll gestalteter Vorspann mit Titeln, kleinen eingeblendeten Bildern sowie sehr schnelle oder besonders harmonisch fließende Übergänge, müssen unter genauer Beachtung der Bildreihenfolge in den einzelnen Projektoren programmiert werden. Hinzu kommt die unerlässliche, präzise Ausrichtung der Projektoren. Gerade Mehrprojektorenschauen mit mehr oder weniger komplexen Tricksequenzen erfordern einen enormen Aufwand, der, sowohl im Hinblick auf die benötigten Gerätschaften als auch bei der Produktion, beträchtlich höher ist, als bei einer vergleichbaren digitalen Bilderschau.
 

Präsentationstechnik 10 / 2007

Bewerten 131

2 Kommentare

Prophoto
13. Januar 2014, 08:44:53 Uhr

Es gibt nur noch wenige Hersteller im Bereich der Dia Projektoren. Vielfach muss auf gebrauchte Geräte, die über Internetportale angeboten werden, zurückgegriffen werden. Wir können leider hinsichtlicht Dia Projektoren mit extrem hellen Entladungslampen keine Empfehlung aussprechen. Eventuell können AV-Views.de weiterhelfen.

Prophoto-Team

RycoDePsyco
11. Januar 2014, 08:49:57 Uhr

Hallo kennen Sie evtl. auch Professionelle Dia Projektoren mit extrem hellen Entladungslampen oder ähnliches?

Vielen Dank

Artikel kommentieren






* Diese Felder müssen ausgefüllt werden