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Es war gigantisch - Frankfurt präsentierte die SkyArena

Vom 3. bis 5. Juni 2006 bot die Stadt Frankfurt am Main eine grandiose Ouvertüre zum Weltfest des Fußballs - die SkyArena, ein Augen- und Ohrenschmaus der Superlative. Am späten Abend nach Sonnenuntergang verwandelte sich die Skyline der Bankenmetropole an drei Abenden in eine überdimensionale Licht-Klang-Skulptur. Farbe, Licht, Bild, Sound und Architektur verschmolzen zu einem Ereignis, das seinesgleichen sucht und in seiner sinnlichen Intensität Maßstäbe setzte. Wer live dabei sein durfte, wird dieses Spektakel nie vergessen. Ein gewaltiges Album mit Erinnerungen an die großen Momente vergangener Fußballweltmeisterschaften wurde aufgeschlagen und zog den Besucher magisch in seinen Bann.

Neu ist die Idee sicherlich nicht, Bilder auf Hauswände zu projizieren, denn leistungsstarke Projektoren machen dies seit längerem möglich. Was in Frankfurt jedoch am Pfingstwochenende zu sehen war, kann einfach als gigantisch bezeichnet werden - was sowohl die Technik als auch die Zahl und Größe der eingebundenen Häuser anbelangt. Acht Hochhäuser wurden für das Spektakel ausgewählt und mit einer Fläche von über 10.000 m2 Projektionsfolie versehen. 4.000 Fenster wurden beklebt, die in ihrer Gesamtgröße etwa zwei Fußballfeldern entsprechen. Techniker einer Spezialfirma hatten an Seilen hängend in schwindelerregender Höhe bereits am 30. Mai 2006 mit der Anbringung der Projektionsfolie begonnen. Kein leichtes Unterfangen, denn der Premiere waren einige Prüfungen vorausgegangen. Die Fahrkörbe der Fensterputzer dienten in erster Linie dem Materialtransport, die Befestigung der Folie erfolgte frei schwebend. Spezielle Projektionsfolie war notwendig, damit die Fenster sich nicht verziehen beziehungsweise das Glas zerspringt.

42 Hochleistungsprojektoren mit einem Gewicht von je zirka 200 kg, von denen es weltweit nur 50 bis 60 Stück gibt, wurden auf den Dächern benachbarter Hochhäuser installiert und auf die Projektionsfläche ausgerichtet. Jeweils 60.000 Ansi-Lumen sorgten für eine beeindruckende Bildqualität auch bei einer Entfernung über bis zu 170 Meter. Über 15.000 Pressephotos und unzählige Meter an Film galt es für die Veranstalter zu sichten, bevor es an die Zusammenstellung der Show ging. Das Bildarchiv des offiziellen Partners dpa Picture Alliance erwies sich als besonders ergiebig. Mit der Bildauswahl alleine war es nicht getan: Da die Projektoren nicht immer in einem günstigen Projektionswinkel aufgestellt werden konnten, mussten die Bilddaten vorher entsprechend verzerrt werden, damit sie dann unverzerrt an der Skyline erschienen. 26 Lautsprechertürme am Ufer des Mains sorgten für die akustische Untermalung, die vom Frankfurter Komponisten Parviz Mir-Ali komponiert wurde.

Das jeweils um 23.00 Uhr beginnende Multimediaspektakel mit einer Spielzeit von 45 Minuten bestand aus 11 Akten: Hoffnung, Stolz, Ehrgeiz, Rausch, Härte, Respekt, Freude, Wahnsinn, Trauer, Euphorie und Glück. Die Inszenierung wurde von einem künstlerischen Stab entwickelt, dem unter anderem der Filmregisseur Philipp Stölzl, der Theaterregisseur Titus Georgi, der Lichtdesigner Gunther Hecker und der Fußballexperte Martin Maria Schwarz angehörten.

Leider ist die Show der SkyArene nicht beliebig wiederholbar, denn bereits am Pfingstdienstag wurde bereits mit dem Abbau begonnen. Nun heißt es, die Projektionsfolie wieder von den Fenstern zu entfernen, damit die Mitarbeiter in den Hochhäusern nicht förmlich im Dunkeln sitzen müssen. Aber auch 20 Kilometer Kabel gilt es jetzt wieder einzurollen sowie über 100 Scheinwerfer in Kisten zu packen. Nicht nur die Multivisionsshow war gigantisch, sondern alles was sie möglich machte.
 

Präsentationstechnik 06 / 2006

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