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Heimkino - die grenzenlose Faszination

Dank der Beamer-Technologie ist es heute ein leichtes, in die Welt des Heimkinos einzusteigen und in den Genuß und den Spaß des Großformates einzutauchen. Noch vor zehn Jahren waren Beamer einem kleinen Kreis von Fans vorbehalten, die bereit waren, für große Bilder an der Wand viel Geld, Zeit und Wohnraum zu investieren. Das hat sich grundlegend geändert: Zu den dicken Röhrenprojektoren, die viel Platz und Installationsaufwand benötigten, gesellten sich handliche, leistungsstarke LCD- und DLP- oder LCoS/D-ILA-Modelle, die in jedem Zimmer Platz finden. Einige Modelle im Handtaschenformat sind sogar mobil und nicht nur ausschließlich für Powerpoint-Präsentationen unter Geschäftsleuten gedacht.

Wer in die Welt des Heimkinos einsteigt, der darf sich befreien von grenzenlosen Vorurteilen. Heute muß nichts mehr langwierig aufgebaut werden, Filme reißen auch nicht und bei der Präsentation der digitalen Bilddaten kommt es auch nicht mehr dazu, daß das Diamagazin klemmt beziehungsweise die Aufnahmen Kopf stehen, außer es ist beabsichtigt.

Beamer haben die unterschiedlichsten Ansprüche zu erfüllen und dementsprechend groß ist die Angebotsvielfalt. Die richtige Wahl erfordert Fachberatung, denn es sind einige Faktoren zu berücksichtigen, um in den Genuß des Großformates zu gelangen. Das beginnt übrigens schon bei der Aufstellung. So sind Projektionsdistanz und Bildgröße abhängig vom Objektiv. Wer beispielsweise die Tore der Bundesliga oder der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft in einem durchschnittlich geschnittenen Wohnzimmer von weniger als 20 qm erleben möchte, der muß eventuell auf eine Weitwinkeloptik zurückgreifen. Oder steht der Beamer nicht auf der Mittelachse der Leinwand (Deckenmontage, Aufstellung am Clubtisch und/oder seitlich verschoben zur Projektionsfläche), so ist eine Trapezkorrektur zum Ausgleich stürzender Linien erforderlich.

Wird mit dem Kauf eines Beamers geliebäugelt, so findet man auf den Websites der Hersteller Fakten zur Technik und den Leistungsmerkmalen. Zunächst sollte man wissen, daß die Anzahl der darstellbaren Bildpunkte in hohem Maße die Schärfe des projizierten Bildes bestimmt. Die Auflösung, die bei der Bildprojektion möglichst 1.280 x 1.024 betragen sollte, wird mit Werten für Breite und Höhe in Pixeln, aber häufig auch als Buchstabenkombination angegeben.

Der Begriff Ansi-Lumen dokumentiert die Helligkeit aber auch das Meßverfahren zur Ermittlung des Lichtstromes, das vom amerikanischen Standardisierungsinstitut ANSI festgelegt wurde. Gerade in großen Räumen sind lichtstarke Beamer für eine brillante Projektion angesagt. In kleineren Räumen hingegen ist es nicht ratsam, die Teilnehmer können sich gegebenenfalls geblendet fühlen. Sollen die Gardinen während der Vorführung nicht zugezogen werden müssen, ist beispielsweise ein Ansi-Lumen von wenigstens 1.000 ratsam. Das Kontrastverhältnis - der Unterschied zwischen hellstem und dunkelstem Punkt - ist ebenfalls entscheidend für die Qualität der Präsentation. Ein zu geringes Kontrastverhältnis führt dazu, daß der Beamer kein Schwarz darstellen kann. Es scheint dann so, als läge ein Grauschleier über der Präsentation, dunkle Bereiche weisen keine Zeichnung mehr auf.

Heute sind die Möglichkeiten der digitalen Projektion fast unbegrenzt. Aufnahmen aus digitalen Daten, aber auch aus analoger Produktion lassen sich mit Video, Ton, Graphik und Live-Bildern kombinieren, ohne daß man von dem kaum wahrnehmbaren Geräuschpegel, der ungefähr bei 27 Dezibel liegt, gestört wird. Im Vergleich zu Diaprojektoren sind Beamer wesentlich teurer ihre Einsatzmöglichkeiten aber auch wesentlich vielfältiger. Gerade bei der Projektionshelligkeit haben Beamer gegenüber Diaprojektoren klar die Nase vorne. Meist sind Beamer mit UHP-Lampen ausgestattet, die 70 Prozent der Energie in Licht umsetzen. Hochleistungslampen, wie sie in Beamern zum Einsatz kommen, haben ihren Preis. Bezogen auf die Lebensdauer von 1.000 bis 3.000 Stunden relativiert sich dieser.

Um mit dem Beamer nicht nur aus der waagrechten Position projizieren zu können und die dadurch entstehende Verzerrung zu korrigieren, kann diese digital korrigiert werden. Zu bedenken ist jedoch ein leichter Schärfeverlust. Komfortabler ist das bei Beamer-Modellen, die über eine Shift-Funktion verfügen, mit der das Objektiv justiert wird.
 

Präsentationstechnik 03 / 2006

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Hermann Henke