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Kaufberatung - Bridgekameras

Das Angebot an Kameras und Modellen ist groß. Über 1.000 unterschiedliche Kameramodelle gibt es derzeit im Handel, davon sind rund 40 Modelle Bridgekameras. Diese Kamerabezeichnung ist vielen nicht geläufig, weil sie oftmals auch als Kompaktzoomkameras geführt oder vielfach auch als All-in-one-Kameras oder Superzoomkameras bezeichnet werden. Die Namensgebung ist darauf zurückzuführen, dass diese Kameras eine Brücke (bridge = engl. für Brücke) schlagen. Sie verbinden die Vorteile einer Spiegelreflex- beziehungsweise Systemkamera – Übereinstimmung von Sucherbild und Bildausschnitt – mit den Vorzügen einer kompakten Zoomkamera. Dass diese Kameras auch vielfach als Superzoomkameras bezeichnet werden, liegt daran, dass sie über einen großen Zoombereich verfügen, der weit über dem der Kompaktkameras liegt. Aktuell im Handel anzutreffen sind Bridgekameras mit über 30-fachen Zoombereichen.

Bridgekameras sind in den Motivbereichen wie Akt, Porträt, Landschaft und Stillleben in ihrem Element und mit gewissen Einschränkungen für Architektur- und Nahaufnahmen geeignet. Bei Sport- und Action-Aufnahmen sind Bridgekameras nicht unbedingt die erste Wahl, denn der Autofokus ist oftmals nicht agil genug und der Bildaufbau meist zu langsam. Spiegelreflex- und Systemkameras mit Wechselobjektiven sollte dann der Vorzug gegeben werden.

Kompakt und handlich sind die Bridgekameras in jedem Fall, auch, wenn sie deutlich größer sind als Kompaktkameras und nicht in jede Jackentasche passen. Die Kameras sind mit einem elektronischen Sucher, Electronic View Finder (EVF), ausgestattet. Je nach Modell können die Bridgekameras durchaus mit Spiegelreflex- beziehungsweise Systemkameras konkurrieren. Sie verfügen über ein umfangreiches Menüprogramm mit hohem Automatikkomfort und manuellen Korrekturmöglichkeiten, so dass der fotografischen Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind. Bridgekameras kommen wie Kompaktkameras ohne Wechselobjektive aus. Ein großer Zoombereich erschließt einen großen fotografischen Freiraum. Da lange Brennweiten die Verwacklungsgefahr erhöhen, sind auch die Bridgekameras mit sogenannten Bewegungsstabilisatoren ausgestattet. Hier gibt es zwei technische Entwicklungen und zwar den optischen/optoelektronischen Bildstabilisator und die elektromechanische Bildstabilisierung. Kameras mit optischem beziehungsweise optoelektronischem Bildstabilisator messen leichte Kamerabewegungen und wirken dieser mit einem parallel beweglichen Linsensystem im Objektiv entgegen. Im Gegensatz dazu werden beim Anti-Shake-System nicht die Objektivelemente zum Ausgleich der Verwacklung bewegt, sondern der CCD-Sensor selbst.

Aufgrund ihrer Größe liegen die Bridgekameras gut in der Hand. Sie verfügen über einen eingebauten Blitz. Die Leitzahl variiert von Modell zu Modell, ebenso wie die Option, über einen Blitzschuh einen separaten Blitz einsetzen zu können. Die Kameras sind mit einem Stativgewinde ausgestattet. Dies macht natürlich Sinn bei den fotografischen Möglichkeiten, die diese Kameras bieten, aber auch wegen der großen Brennweiten. Trotz Bewegungsstabilisatoren gibt es fotografische Situationen, die die sogenannte dritte Hand des Fotografen – das Stativ – unausweichlich machen.

Auf die Auflösung braucht man beim Kauf nicht zu achten, denn alle Kameras warten mit einer guten Bild- und Videoqualität aus. Die Auslöseverzögerung, die in den Anfangsjahren der Digitalfotografie ein großes Thema war, ist heute bedeutungslos. Wichtiger ist es, auf die Geschwindigkeit zu achten; das heißt, wie schnell ist die Kamera nach Inbetriebnahme aufnahmebereit und wie schnell sind nach dem Auslösen Folgeaufnahmen möglich.

Bridgekameras, die sowohl für fotografische Einsteiger als auch für Fortgeschrittene aber weniger für kleine Kinderhände bis zehn Jahre geeignet sind, sollte man vor dem Kauf in die Hand nehmen. Auch, wenn die Testberichte für ein Modell hervorragend ausfallen, so heißt das noch lange nicht, dass man selbst mit dieser Kamera zurechtkommt. Viele Händler bieten die Option, vor dem Kauf die Kameras im Betrieb testen zu können. Das macht Sinn, denn so kann vorher getestet werden, ob das ausgewählte Kameramodell auch die Erwartungen erfüllt. Auch, wenn man Kameras über das Internet vielfach günstiger erwerben kann, so raten wir zum Kauf beim Handel. Dieser wartet mit einer Beratung auf, die im Internet nicht zu finden ist. Hinzu kommt, dass man sich bei aufkommenden Fragen jederzeit an seinen Händler wenden kann.

Pressemeldungen 06 / 2011

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