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Scanner - Das neue Leben der Bilder

Seit der Erfindung der Fotografie hat es keinen so gewaltigen Umschwung in der Aufnahme, Archivierung, Versand und Nutzung von Fotos gegeben wie durch den Übergang von analog zu digital. Die Digitaltechnik hat die Fotografie ganz neu belebt und ihre Anwendungsmöglichkeiten extrem gesteigert. So haben die audiovisuellen Medien, früher mit unterschiedlichsten Methoden auf Band, Film oder Papier gebannt, mit der Digitaltechnik erstmals eine gemeinsame technologische Basis erhalten, die es ermöglicht, Foto-, Video- und Audioinhalte mit den gleichen Geräten aufzuzeichnen, zu bearbeiten und abzuspielen. Gleichzeitig aber sind die mit älteren Geräten und Methoden hergestellten Bilder, Videos und Audioinhalte mit der neuen Technik nur durch eine Konvertierung weiter nutzbar.

Millionen von Fotos und Filmen, Videobändern oder Schallplatten mit teilweise gewaltigem Informations-, Unterhaltungs- beziehungsweise Erinnerungswert schlummern in den Archiven ihrem Verfall und oftmals leider auch der nicht mehr rückgängig zu machenden Entsorgung entgegen.

Ein neues Leben für alte Fotos

Dabei ist es relativ einfach, Fotos von einst in die digitale Welt zu holen. Mit diesen Daten stehen einem dann alle Anwendungen der neuen schönen Bilderwelt zur Verfügung. Sei es, dass man mit ihnen seine persönlichen Fotobücher herstellt, sie auf den beliebten digitalen Bilderrahmen zeigt, sie über das Internet verschickt oder ein digitales Archiv mit ihnen aufbaut. Die Daten können auch im audiovisuellen Mix von digitalen Bildern, Videos, Grafiken, Texten und Tönen im gemeinsamen Medienzentrum aufbewahrt und per Fernbedienung auf den Fernseher geholt werden. Einmal gescannt, erschließt sich für die so wach geküssten Fotos die komplexe Welt der digitalen Bilder und ihre Integration in eine unerschöpflich anmutende Vielzahl crossmedialer Anwendungen.

In der Fotografie sind es die Scanner, die eine Verbindung vom analogen Film und dem Papierbild in die digitale Welt moderner Unterhaltungselektronik ermöglichen. Scanner öffnen aber nicht nur das Tor zur digitalen Welt, wenn es darum geht, bedrohte Schätze aus der Ära der analogen Fotografie ins digitale Zeitalter herüber zu retten, sondern sie dienen auch den vielen Fotografen, die nach wie vor Film als bevorzugtes Medium einsetzen, ihre Arbeiten in digitale Arbeitsabläufe einzubinden. Auch unter den Profifotografen gibt es nach wie vor eine ganze Reihe, die mit Film arbeiten. Um aber den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, ist die Digitalisierung ihres Bildmaterials unerlässlich. Auch Bildagenturen in aller Welt können ihre umfangreichen Archive mit oftmals extrem wertvollen Beständen an Papierbildern und Dias nur über das Scannen zu digitalen Bildern weiter vermarkten.

Die Fragen, die sich für die Digitalisierung der Bilder vor allem stellen, sind die, wird man selbst tätig oder nutzt man eine der zahlreichen Dienstleister im Fotobereich, die einen Scanservice anbieten. Das ist für jeden Fotografen auch eine Kosten- und Nutzenrechnung.

Preis und Leistung

Bei einem Scanservice kann man erwarten, dass das Bildmaterial professionell gescannt wird. Der Preis richtet sich nach der gewünschten Auflösung und der Menge an Bildvorlagen. Umso höher die Auflösung, desto teurer wird es; umso mehr man gleichzeitig scannen lässt, desto mehr profitiert man von Mengenrabatten. In die Höhe treiben den Preis auch noch Zusatzleistungen, wenn beispielsweise die Dias vorab gereinigt werden müssen. Schwierig und kostenintensiv ist vor allen auch die Nachbearbeitung von altem Bildmaterial, das oft schon einen starken Farbstich hat oder auch beschädigt ist. Wer dann am Ende wieder ein ansehnliches Bild haben möchte, der darf auch Mehraufwand nicht scheuen. Nicht jedes Dia, das im Archiv schlummert, hat es verdient, als digitale Datei auch in Zukunft zur Verfügung zu stehen. Eine gründliche Bildauswahl, bei der nicht auch noch der dritte, vierte und fünfte Sonnenuntergang am Meer gescannt wird, spart Kosten. Das gilt auch, wenn man das Scannen selbst übernimmt.

Scanner werden in unterschiedlichsten Preisklassen angeboten. Gute Scans von Aufsichtsvorlagen, liefert heute schon jeder bessere Flachbettscanner.

Einige Modelle verfügen dabei auch zusätzlich über eine Durchlichteinheit, die auch das Scannen von Negativen und Dias ermöglicht. Ihr Nachteil ist die zu langsame Verarbeitung großer Diamengen. Auch, wenn durch entsprechende Halterungen mehrere Vorlagen mit einem Flachbettscanner gleichzeitig verarbeitet werden können, sind sie für eine hohe Anzahl an Dias eher ungeeignet.

Wer große Mengen an Dias digitalisieren möchte und auch auf eine Superqualität Wert legt, der sollte bei der Anschaffung eines Durchlichtscanner – der viele Dias hintereinander abarbeiten kann – nicht zu sehr auf den Preis schauen. Gute Scanner sind dabei mit Funktionen ausgestattet, die selbständig Kratzer und Fingerabdrücke erkennen und sie reparieren oder Farbstiche ausgleichen. Auch bei hochwertigen Geräten schafft die Automatik zwar schon bei der Masse der Bilder sehr gute Ergebnisse, aber bei schwierigen Vorlagen kommt man oft um eine individuelle Bearbeitung nicht herum. Wer seine Bilder auch perfekt nachbearbeiten möchte, der sollte sich schon intensiv mit einem Bildbearbeitungsprogramm auseinandersetzen. Voraussetzung für eine überprüfbare Qualität ist auch die präzise Kalibrierung von Scanner, Monitor und Drucker.

Wert der Erinnerungen

Welchen Aufwand die Digitalisierung der privaten Erinnerungen rechtfertigt, kann nur jeder Einzelne für sich selbst ermessen und seinen Möglichkeiten anpassen. Als preiswertester Weg bietet sich nach wie vor ein Papierabzug vom Negativ oder Dia an. Dieser kann dann jederzeit mit einem Multifunktionsgeräte wieder eingescannt oder direkt kopiert und als Papierbild ausgegeben werden. Für die professionelle Fotografie kann sich die Frage – Scannen oder nicht – gar nicht stellen. Denn hier sind digitale Bilddateien längst eine Frage des Überlebens.

Pressemeldungen 02 / 2010

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