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Kaufberatung - Spiegelreflex- und Systemkameras mit Wechseloptik

Den größten fotografischen Spielraum gewähren Spiegelreflex- und Systemkameras mit Wechseloptik. Letztere ist noch eine recht neue Kameraklasse, die erstmals 2008 von sich reden machte. Inzwischen haben sich Systemkameras mit Wechseloptik fest im Markt etabliert. Rund 20 verschiedene Modelle sind im Markt anzutreffen, bei Spiegelreflexkameras sind es rund 60 Modelle. Ein Großteil der Verbraucher, vor allem jene, die sich erst seit der Digitalisierung mit der Fotografie beschäftigen, unterscheidet zwischen den beiden Systemen nicht. Gründe hierfür dürften sein, dass bei beiden Kameraklassen mit Wechseloptik gearbeitet wird, sich der Verbraucher mit dem technischen Innenleben nicht zu intensiv auseinandersetzt und eine neue Begrifflichkeit auch erst gelernt werden muss.

Spiegelreflex- und Systemkameras mit Wechseloptik sind überaus begehrte Produkte, dies belegen die Zahlen der vergangenen Jahre. So erfuhren beide Systeme zusammengefasst einen Mengenzuwachs um fast 300 Prozent von 330.000 Stück in 2005 auf 960.000 Stück in 2010. Für 2011 wird ein abermaliges Absatzhoch erwartet. Anfänglich wurde davon ausgegangen, dass sich der Absatz von Spiegelreflexkameras um den Prozentbereich verringern wird, den Systemkameras zunehmen. Analysen zeigen jedoch, dass dem nicht so ist, da die Käufer für Systemkameras mit Wechseloptik häufiger jene sind, die zuvor mit Kompaktkameras fotografierten. Zu beobachten ist, dass Frauen vielfach den Systemkameras aufgrund der Kompaktheit – also der geringeren Größe im Vergleich zu Spiegelreflexkameras – den Vorzug geben. Die Begehrlichkeit, und das belegen die Zahlen auch, ist nach beiden Systemen groß. Das hängt damit zusammen, dass Verbraucher ihr Fotoequipment zunehmend professionalisieren und durch die Innovationen neue Käuferschichten erschlossen wurden.

Spiegelreflexkameras

Spiegelreflexkameras sind deutlich größer als Systemkameras mit Wechselobjektiven. Mit kaufentscheidend ist für einige, dass sie bereits über ein umfangreiches Objektivangebot aus der analogen Zeit verfügen, das zunächst eingesetzt werden kann, auch, wenn es in Grenzbereichen oftmals nicht die Bildqualität liefert, wie vergleichbare neue, für digitale Anforderungen gerechnete Objektive.

Bei Spiegelreflexkameras wird das vom Objektiv erzeugte Bild über einen Spiegel zum Prismensucher geleitet. Das seitenrichtige, aufrechtstehende, parallaxenfreie Sucherbild entspricht im gesamten Entfernungsbereich dem Bildfeld und man kann sowohl die absolute Schärfe wie die Ausdehnung der Schärfentiefe – falls eine Abblendtaste vorhanden ist – im Sucher beurteilen.

Spiegelreflexkameramodelle unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich der Pixelzahlen und Größen ihrer Aufnahmesensoren. Zum Einsatz kommen sogenannte APS-C (15,6 × 23,4 mm), Four Thirds (18 × 12 mm) oder Vollformat-Sensoren (24 × 36 mm), die auch oftmals als Profi-Chip beschrieben werden. Ist die Gesamtfläche eines Sensors, wie beim Vollformat-Sensor, größer, kann er auch mehr und größere Pixel beherbergen. Damit wiederum lassen sich eine höhere Auflösung und ein geringeres Rauschen bei gesteigerten Empfindlichkeiten erreichen. Gleichzeitig haben größere Sensoren auch einen Einfluss auf den Abbildungsmaßstab und somit auch – in Abhängigkeit von der Blende – auf die Schärfentiefe. Größere Abbildungsmaßstäbe verringern die Schärfenausdehnung, so dass die selektive Wahl der Schärfenebene als Gestaltungsmittel eingesetzt werden kann, etwa um das Hauptmotiv vom Hintergrund zu trennen.

Weiterentwickelte Sensoren mit größerem Pixelabstand, aber auch komplett neue Sensorstrukturen, haben dazu beigetragen, dass sich für den Anwender ganz neue kreative fotografische Optionen bei geringem Umgebungslicht oder bei der Aufzeichnung von Multimedia-Filmsequenzen ergeben. Der Spielraum für die ISO-Empfindlichkeit umfasst – je nach SLR-Modell – bis zu ISO 102.400. Das erlaubt die Aufzeichnung von Bildern und Filmsequenzen bei extrem schwachem Umgebungslicht. Optimierte Technologien tragen effizient zur Rauschreduzierung bei. Movie-Funktionen in Full-HD-Auflösung und wählbaren Bildraten von 24, 25 oder 30 Bildern pro Sekunde gehören immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Phasenbilder können aus den Filmen herauskopiert und als JPEG gespeichert werden, so dass Standbilder wesentlicher Momente zur Verfügung stehen.

Zu den innovativen Ausstattungsmerkmalen aus dem DSLR-Lager gehören die HD-Videofunktion, LiveView, dreh- und schwenkbare Displays, GPS-Kompatibilität und integrierte Bildbearbeitungsfunktionen. Wie bei den Systemkameras sorgen berührungssensitive Kameramonitore nicht nur für neue Möglichkeiten der Menüführung für die Wahl der Kamerasteuerungen, sondern moderne Touchscreens können sogar per Fingerzeig auslösen und dabei gleichzeitig die Schärfe und Belichtung auf das angetippte Objekt abstimmen. Auch die Kameramenü-Optionen werden immer umfangreicher. Aktuell zu beobachten ist – wie bei den Systemkameras – die Zunahme an Effektfiltern. Anders als Szene- oder Motivprogramme dienen sie nicht als Hilfe zur Steuerung der Voreinstellungen, etwa um einfacher bestimmte Aufnahmesituationen zu bewältigen, sondern als Mittel zur kreativen Verfremdung, die der emotionalen Betonung der Bildaussage dienen kann.

Bildeinstellungen, wie beispielsweise JPEG-Komprimierung, Bildgröße, Weißabgleich, Belichtungskorrektur, Rauschunterdrückung, Farbraum und Vignettierungskorrektur, können direkt in vielen SLR-Kameras an RAW-(NEF)-Dateien vorgenommen werden. Zum kabellosen Datentransfer warten einige SLR-Modelle mit „Eye-Fi-connected“-Funktionen auf.

Das SLR-Objektivangebot ist groß. Verstärkt sind neuartige Objektivkonstruktionen anzutreffen. Durch innovative Schleif-, Press- und Polierverfahren sowie durch die Kombination von leichter zu formenden, optischen Kunststoffen lassen sich heute größere Linsen – mit asphärischen Oberflächen herstellen und in optischen Konstruktionen zur Korrektur von Abbildungsfehlern einsetzen. Mittel zur Steigerung der Abbildungsleistung sind auch weiterentwickelte Beschichtungsverfahren zur Vergütung von Linsen, womit die Lichtdurchlässigkeit und Reflexionsfreiheit gesteigert und auch Geisterbilder durch Spiegelungen der Sensoroberfläche kompensiert werden. Immer wichtiger werden auch Softwarelösungen zur Optimierung der Bildqualität. Manche Hersteller von Bildbearbeitungs- und Konvertierungsprogrammen haben Abbildungsfehler bestimmter Objektive bereits integriert und führen eventuell erforderliche Korrekturen automatisch durch. Ein weiterer Trend der Objektiventwicklung geht zu vereinfachter Handhabung und kompakter Bauweise. Zum gesteigerten Bedienkomfort tragen auch neuentwickelte Antriebe für die automatische Scharfstellung bei. Die in den neuen Objektiven integrierten AF-Motoren sind aber nicht nur schneller, sondern zum Teil auch leiser geworden. Letzteres kommt auch der neuerdings in den Kameras integrierten Tonaufzeichnung für Videoaufnahmen zugute. Die Autofokussysteme werden immer leistungsfähiger und warten mit immer mehr Messfeldern auf.

Systemkameras mit Wechselobjektiven

Systemkameras mit Wechselobjektiven sind bisher entweder mit APS-C (15,6 × 23,4 mm) oder Micro-Four-Thirds (13 × 17,3 mm) ausgestattet. Pentaprisma und Rückschwingspiegel, die seinerzeit die SLR-Fotografie mit der Motivbetrachtung durch das Objektiv erst ermöglichten, finden sich in Systemkameras mit Wechseloptik nicht. Der optische Sucher wurde in der neuen Kameraklasse durch farbige Displays oder elektronische Sucher, teilweise nur als Zubehör erhältlich, ersetzt. Systemkameras und Objektive sind deutlich kleiner als bei den klassischen Spiegelreflexsystemen. Das Objektivangebot – auch das Zubehörprogramm – wird immer umfangreicher – auch sogenannte Fremdhersteller bieten inzwischen Objektive für Systemkameras an.

Trotz der geringen Maße von Systemkameras mit Wechselobjektiven sind die Bildqualität und Funktionsvielfalt mit der von SLR-Kameras vergleichbar. Der Wegfall des optischen Suchers beschert aber nicht nur kleinere und handlichere Kameras und Objektive. Auf den Displays und in den elektronischen Suchern bekommt der Fotograf das Bild so angezeigt, wie es vom Sensor und der Kameraautomatik auch tatsächlich erfasst wird, und schließlich auf dem PC, Fernseher oder digitalen Bilderrahmen auch erscheint. Voraussetzung für die neue Art der Ausschnittswahl war die ständige Optimierung der Displaytechnik. Nicht nur die Auflösung musste für die gestochen scharfe Bildwiedergabe verbessert werden, auch Helligkeit, Kontrast und Farbwiedergabe.

Berührungssensitive Kameramonitore sorgen nicht nur für neue Möglichkeiten der Menüführung für die Wahl der Kamerasteuerungen, sondern moderne Touchscreens können sogar per Fingerzeig auslösen und dabei gleichzeitig die Schärfe und Belichtung auf das angetippte Objekt abstimmen. So gesehen bringen die neuen Suchermonitore zahlreiche Möglichkeiten, die den Fotografen bei der Bildkomposition unterstützen. Dazu gehören Ausstattungsmerkmale, wie eine integrierte, dreidimensionale Wasserwaage und einblendbare Gitternetze, mit denen sich die Kamera perfekt ausrichten lässt, um einen schiefen Horizont oder stürzende Linien zu vermeiden. Mit der Lupenfunktion, über die viele solcher Systemkameras verfügen, kann die Schärfe detailgenau überprüft werden.

Die Kameramenü-Optionen werden immer umfangreicher. Aktuell zu beobachten ist die Zunahme an Effektfiltern. Anders als Szene- oder Motivprogramme dienen sie nicht als Hilfe zur Steuerung der Voreinstellungen, etwa um einfacher bestimmte Aufnahmesituationen zu bewältigen, sondern als Mittel zur kreativen Verfremdung, die der emotionalen Betonung der Bildaussage dienen kann.

Pressemeldungen 06 / 2011

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