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Warum SLR-Kameras über eine Filmfunktion verfügen

Betrachtet man sich heute die Neuvorstellungen bei Spiegelreflexkameras, so verfügen alle aktuellen Modelle über die Option, neben dem Standbild auch Laufbilder aufnehmen zu können. Möglich wurde diese neue technische Errungenschaft, die bei Kompakt- und Superzoomkameras (Bridgekameras) schon seit einigen Jahren anzutreffen ist, durch die sogenannte Live-View-Funktion, die bei hochgeklapptem Spiegel die Bildkontrolle am Monitor ermöglicht. Im Live-View-Modus ist der optische Sucher durch das Hochklappen des Spiegels dunkel.

Für den einen oder anderen Anwender stellt sich die Frage, warum Kameras heute über Videofunktionen verfügen. Die Gründe sind vielfältig. So ist es für die Hersteller bei dem heutigen technischen Fortschritt der Geräte, wie den schnellen Prozessoren und den Speicherkarten mit enormem Speicherplatz, ohne großen Aufwand möglich, dieses interessante Feature in die Kamera zu integrieren. Hinzu kommt, dass es trotz aller Perfektion in der Stehbildfotografie mit dem Resultat beeindruckender Bildergebnisse immer Situationen gibt, wo man mit einem zusätzlichen kleinen Film mehr Wirkung erzielt. So ist es heute ein Leichtes, beispielsweise dynamisch bewegte Objekte mithilfe einer kleinen Filmsequenz zu erfassen, wie sie weder ein Foto mit extrem kurzer Belichtungszeit (eingefrorene Bewegung) noch mit einer langen Belichtungszeit (Bewegungsunschärfe) so wirkungsvoll darstellen können. Aber es ist auch der sogenannte Film-Look, der das Filmen mit Spiegelreflexkameras so interessant macht und warum mitunter auch reine Filmer diese Kameras für sich nutzen. Unter Film-Look wird die fotografische Anmutung verstanden, die nur mit Stehbildkameras durch die weit aufgefächerte Tonwertwiedergabe erzielt werden kann. Ein weiterer Punkt, der für die Integration der Videofunktion bei Kameras spricht, sind die heutigen Präsentationsmöglichkeiten. Sowohl Fotos als auch Filme werden im digitalen Zeitalter über Bildschirme, Fernsehen oder Beamer den Betrachtern näher gebracht. Auch die visuelle Kommunikation im Internet hat sich verändert. Neben Fotos finden sich auf den Portalen kurze Videosequenzen, und zwar von Veranstaltungen bis hin zu Werbespots für Produkte, aber auch Videos, die Lehrinhalte vermitteln.

Die aktuelle Technik mit der Verbindung zwischen Foto und Film muss als große Innovation verstanden werden. Die neuen Möglichkeiten der visuellen Kommunikation sind für den Anwender natürlich auch eine Herausforderung, denn ohne Grundlagen, wie das Wissen um Filmformate, Bildauflösung oder aber beispielsweise Bildfrequenz, wird das Ziel in weiter Ferne liegen.

Pressemeldungen 06 / 2010

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