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Die fünfte Jahreszeit im Video

Karneval, Fastnacht, Fasnacht oder Fasching wird vielerorts als die fünfte Jahreszeit bezeichnet. Verbunden damit sind verschiedene Bräuche, mit denen die Zeit vor dem Aschermittwoch in Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumender Lebensfreude gefeiert wird. Fotografische Impressionen gibt es entsprechend wie Sand am Meer. Seitdem nahezu alle Kameras auch über Videofunktionen verfügen, bieten sich diese natürlich an, in der fünften Jahreszeit zum Einsatz zu kommen.

Kompakte Systemkameras und Spiegelreflexkameras garantieren dem Anwender den größeren filmerischen Freiraum. Aber auch mit Kompaktkameras gelingen überzeugende Videos, wenn einige Grundsätzlichkeiten beachtet werden. So denken beispielsweise gerade Einsteiger, dass Schnelligkeit und Dynamik sich mit wilden Schwenks vermitteln lassen. Dem ist bei Weitem nicht so – ein zu schnelles Hin und Her überfordert den Betrachter, das Auge kommt nicht zur Ruhe.

Wie auch in der Fotografie gilt es, den Bildausschnitt zu gestalten. Sie als Filmer sind von einer Fülle an Eindrücken umgeben – Sie haben sozusagen den Ort des Geschehens rundum im Blick. Beim Filmen nutzen Sie jedoch nur einen ganz kleinen Ausschnitt, von dem Sie umgeben sind. Die größte Herausforderung besteht darin, in diesem kleinen Ausschnitt all die schönen, reizvollen und interessanten Details unterzubringen. Überaus hilfreich und zielführend ist es, die kleine Fläche in Vorder- und Hintergrund oder beispielsweise nach der Drittel-Regel zu gestalten. Wichtig ist es zudem, Situationen filmerisch sozusagen aufzulösen. Der Betrachter sollte nicht nur einen Überblick erhalten, sondern durch die Einbindung unterschiedlicher Details, in das Geschehen eingebunden werden.

Ein weiterer Punkt zu einem erfolgreichen Video ist, die Handlung voranzutreiben. Aus diesem Grund sollten nicht zu viele Aufnahmen von ein und demselben Motiv eingefangen werden. Dem Zuschauer sollten immer wieder neue Eindrücke und Objekte angeboten werden – aber bitte nicht durch wilde Schwenks.

Wenn Sie beispielsweise den Faschingsumzug filmen möchten, so entscheidet auch der Standpunkt über die Qualität Ihres Films. Durch die Menschenmengen kann der Standpunkt oftmals nicht frei gewählt werden. In jedem Fall sollten Sie sich schon im Vorfeld ein Bild von der Örtlichkeit machen. Wenn es die Begebenheiten zulassen, so sollten die filmerischen Standpunkte häufiger gewechselt werden. Damit Sie beim Filmen nicht nur Köpfe ablichten, ist einem erhöhten Standpunkt der Vorzug gegeben. Natürlich können Sie auch Ihren Arm in die Höhe strecken und filmen. Dies ist jedoch verdammt anstrengend und Sie sehen so auch nicht, was Sie festhalten. Prinzipiell gilt: Viele kurze Einstellungen sind besser als wenige lange.

Gerade, wenn Sie mit der Videofunktion an Ihrer Kamera noch nicht so vertraut sind, sollten Sie sich im Vorfeld intensiver damit auseinandersetzen und ein paar Probevideos drehen. Gerade Einsteiger dürfen von ihren ersten Drehs keine Wunder erwarten. Wie in der Fotografie lautet die Devise, sich langsam an den Erfolg herantasten. Wie intensiv man sich mit dem Thema Video auseinandersetzt, hängt natürlich auch davon ab, was mit dem Film später geschehen soll. Sind die Videos nur als Dokumentation für einen selbst gedacht, so sind die Maßstäbe sicherlich andere, als wenn die Filme auf Onlineportalen veröffentlicht werden sollen. Wie in der Fotografie gilt auch beim Filmen der Persönlichkeitsschutz. Wenn Sie einzelne Personen ablichten und dieses Filmmaterial einem breiten Publikum zugänglich machen wollen, so müssen Sie das Einverständnis schriftlich einholen. Nur bei Menschengruppen mit mehr als zehn Personen entfällt dies. Aber auch die Würde des Menschen ist zu wahren. Gerade in der fünften Jahreszeit wird mitunter sehr tief ins Glas geschaut und nicht jeder ist mehr Herr seiner Sinne. Solches Bildmaterial gehört nicht ins Netz, denn es kann für die Abgelichteten, aber auch für den Filmer böse Folgen haben.

Video 02 / 2012

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