Filmen für Blogs und Videoportale

Filmen für Blogs und Videoportale
Die Zahl der Blogs, die mit informativen Spots und/oder erklärenden Videos auf sich aufmerksam macht, wächst und wächst ebenso, wie die neu eingestellten Filmbeiträge zu allen nur denkbaren Themen in Videoportalen. Wer mit seiner Eigenproduktion nicht in der Masse untergehen, sondern daraus hervorstechen will, muss mit Inhalt und filmerischer Qualität überzeugen. Heute wenden wir uns etwas genauer der technischen Seite zu und geben einige Tipps, wie sich die Qualität der eigenen Videos mit etwas mehr Aufwand verbessern lässt. Unter dem Strich ist die Produktion eines ansprechenden Videos nichts anderes als ein schmackhaftes Menü zu kochen. Die ausgewählten Zutaten müssen aufeinander abgestimmt und zubereitet werden.

Grundrezept und die Zutaten

Was sind die Grundzutaten, die man für seinen Videobeitrag benötigt? Zunächst einmal eine Kamera für die Aufnahme des Videomaterials. Hier liefern aktuelle Camcorder-Modelle durchweg gute Ergebnisse mit einer Aufnahmequalität von HD bis zu 4K. Für die Aufnahme kommen auch Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras sowie hochwertige Kompaktkameras in Frage. Auch wenn Smartphones mit ihrer Foto- und Videofunktionalität immer besser werden, sind sie für uns als Aufnahmegeräte nur sehr bedingt geeignet.

Weiterhin wird ein gutes Mikrofon benötigt, um die Sprache und Geräusche am Set aufzunehmen. Wir raten hier zu einem externen Richtmikrofon, welches für das Aufnahmegerät geeignet ist und über die Audiobuchse mit der Kamera verbunden wird. Wer sich vor der Kamera beim Sprechen viel bewegt, sollte sich zudem ein Ansteckmikro besorgen, das den Ton per Funk an die Kamera überträgt.

Ein geeignetes Filmset, das als Schauplatz dient, ist natürlich auch wichtig. Bei Innenaufnahmen in Küche, Werkstatt, Hobbykeller, Garage, Fitness-Studio und ähnlichen Räumlichkeiten sollte man darauf achten, dass die Umgebungsgeräusche nicht zu laut sind. Rumpelt die Straßenbahn alle fünf Minuten vorbei, nimmt man diese Geräusche – im Regelfall sogar trotz geschlossener Fenster – ebenfalls auf. Störgeräusche dieser Art können es erfordern, dass man die Aufnahme unterbricht und neu beginnt. Gleiches gilt für lautes Ticken der Küchenuhr, bei der man in einem solchen Fall die Batterie entfernt. Bei Außenaufnahmen sind die Umgebungsgeräusche um ein Vielfaches lauter und gegebenenfalls muss man sich für eine andere Location entscheiden.

Sowohl für Innen- als auch für Außenaufnahmen kommt man an künstlichen Lichtquellen nicht umhin. Innenaufnahmen haben den großen Vorteil, dass man ohne viel Aufwand das Licht vollständig kontrollieren kann. Die Rollläden werden geschlossen, um den Raum vollständig abzudunkeln und anschließend leuchtet man diesen entsprechend aus. Für einen professionellen Look sollte man eine 3-Punkt Ausleuchtung (mit Führungslicht, Aufhelllicht und Spitzlicht) gewährleisten. Je nach zu erzielender Stimmung sind ein Hintergrundlicht oder weitere Lichtakzente durch sekundäre Lichtquellen erforderlich. Filmen ist – wie die Fotografie – Malen mit Licht und an diesem sollte man bei einem Film niemals sparen.

Als letzte Zutaten fehlen schließlich noch der Hauptakteur und die passenden Requisiten.

Eine gute Planung erleichtert den Dreh

Viele Unwägbarkeiten wollen beachtet werden, insbesondere wenn man seine Filme allein erstellt. Man entwickelt zunächst ein Konzept, wie der Film am Ende aussehen soll. Das Konzept beinhaltet Informationen darüber, was vermittelt werden soll, welche Gegenstände zum Einsatz kommen und in welcher Form sowie mit welchen Details die Requisiten inszeniert werden. Alles wird in einem Drehbuch festgehalten. Auf diese Weise hat man einen Leitfaden, der einem beim Dreh hilft, nichts Essentielles zu vergessen.

Dreharbeiten: Das Set ist eingeleuchtet, die Requisiten sind vorbereitet und die Sprechproben sitzen. Es kann also losgehen! Wer allein arbeitet und sich selbst filmt, muss ein Stativ verwenden, denn dadurch werden die Filmsequenzen ruhiger und man kann die Kamera optimal ausrichten. Ist man der Akteur vor der Kamera und lässt sich Filmen, dann kann man ein Stativ oder ein Rig nutzen. Unsere Wahl würde auf letztgenanntes fallen, denn es bietet den größtmöglichen Spielraum.

Während des Drehs ist es wichtig, dass Bildausschnitt und Kameraposition immer wieder verändert werden. Dadurch wird Abwechslung in den Film gebracht – im anschließenden Schnitt werden die einzelnen Sequenzen harmonisch miteinander kombiniert. Schon während der Aufnahme sollte man immer das beabsichtigte Ergebnis im Hinterkopf behalten.

Requisiten wollen nicht nur gezeigt, sondern auch inszeniert werden. Hierfür eignen sich sogenannte Pick-Up-Aufnahmen, im Anschluss an die Dreharbeiten. Mit Aufnahmen von unterschiedlichen Details wird das Objekt der Begierde abgelichtet. Damit gewinnt man weiteres Videomaterial für den Schnitt. Wie wichtig solches Material sein kann, wird man erahnen, wenn man sich vorstellt ein Kochvideo ansehen zu müssen, das 30 Minuten lang die Zubereitung einer Speise in der Küche zeigt, wobei alles nur in halbtotaler Einstellung gefilmt wurde. Auch wenn der Ton und die Lichtsetzung vom Feinsten sind, ist der Film langweilig und nach spätestens 60 Sekunden schaltet man ab. Das Auge braucht Abwechslung, um eine Sache interessant zu finden und dieses Bedürfnis sollte man im Schnitt bedienen. Übertreiben sollte man es aber auch wieder nicht – wie überall macht auch hier die Dosis das Gift. Ein Kochvideo bedarf einer langsameren Schnittfolge als ein Heavy-Metal-Musikvideo. Der Schnitt muss also immer dem Inhalt wie auch dem Sujet gerecht werden.

In der Kürze liegt die Würze

Kommen wir noch einmal auf das Beispiel mit dem halbstündigen Kochvideo zurück. Was es neben der Abwechslung an optischen Eindrücken zu beachten gilt, ist, dass auch die Laufzeit passend gewählt sein sollte. Natürlich kann man die Zubereitung von Kartoffelpüree in Echtzeit zeigen, doch wird sich kaum jemand dafür begeistern lassen, Kartoffelstückchen für 20 Minuten in einem Topf mit sprudelndem Wasser zu beobachten. Um das Vorgehen beim Kartoffelkochen zu zeigen, reicht es aus, die einzelnen Schritte exemplarisch darzustellen. Wasser zum Kochen aufsetzen, Kartoffeln schälen, Kartoffeln würfeln, kochendes Wasser salzen, Kartoffeln in kochendes Wasser geben, Küchenuhr- Stopp-Trick, Kartoffeln abgießen. Alle notwendigen Informationen kann man durch einen Kommentar im Off geben. Mit diesem Ausgangsmaterial kann man im Schnitt einen kurzen Filmbeitrag montieren, der informativ und alles andere als langweilig ist. Bei der Aufnahme der einzelnen Einstellungen sollte man immer darauf achten, dass man genug Material aufzeichnet, denn nichts ist ärgerlicher, als eine gelungene Aufnahme wegen mangelnder Länge verwerfen zu müssen.

Das Bild transportiert die sichtbaren Informationen, der Ton hingegen das Unsichtbare. Neben der Sprache und den Geräuschen bietet es sich je nach thematischer Vorgabe an, gegebenenfalls Musik einzubinden. Nicht nur Bilder, sondern auch der Ton sorgen für Emotionen. Nahezu jedem Schnittprogramm ist ein gewisser Fundus an Hintergrundmusik beigefügt, um Filme entsprechend zu vertonen. Bisweilen mag diese Auswahl zu klein oder unzureichend sein, weshalb man zusätzliche Musik benötigt. Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auf das Urheberrecht der Interpreten und die rechtlichen Folgen missbräuchlicher Verwendung, insbesondere bei Videoportalen und eigenen Blogs. Im Internet lassen sich jedoch zahlreiche Interpreten und Musikarchive finden, die GEMA-freie Musik für Videoproduktionen anbieten, womit man dann wieder auf der sicheren Seite ist.

Video 02 / 2016

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