Generell halten wir alles in Augenhöhe fest, denn diese Perspektive entspricht dem alltäglichen Blickwinkel. Es gibt aber durchaus Situationen, eine andere Perspektive zu wählen. Ein Kleinkind beispielsweise aus Augenhöhe gefilmt, verfälscht das Motiv. Ratsamer ist es - auch wenn es mitunter schwer fällt - in die Knie zu gehen oder sich gar auf den Boden zu legen. Filmt man von unten nach oben - auch als Froschperspektive bezeichnet - so kann dies sehr reizvoll sein, weil eine gewisse Dramatik suggeriert wird. Das Gegenstück zur Froschperspektive ist die Vogelperspektive. Hier wird von einem erhöhten Standpunkt aus die Szenerie festgehalten. Kommt die Vogelperspektive bei Personen zum Einsatz, so werden diese verniedlicht und verlieren an Bedeutung.
In Spielfilmen wird mit der Frosch- und der Vogelperspektive gerne gearbeitet, da die Motive dadurch interessanter dargestellt werden können und der Film an Lebendigkeit gewinnt. Ein Spezialfall in Sachen Perspektive ist der so genannte Dutch Angle. Hier wird die Kamera bewusst seitlich gekippt. Dies dient der Dynamisierung von Bildern und gibt ihnen eine dramatische Note.
Sollen die Täuschungen, die man durch die jeweilige Perspektive herbeiführt, glaubhaft sein, so dürfen sie nicht offenkundig sein. Hilfreich ist es, auf Kamerabewegungen beziehungsweise Schwenks zu verzichten, denn diese können die wahren Dimensionen des Motivs gegebenenfalls aufdecken. Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass sich in der unmittelbaren Umgebung des Aufgenommenen keine klar erkennbaren Objekte befinden, die die Schwindel auffliegen lassen. Eine ausreichende Beleuchtung stellt sicher, dass alle im Bild sichtbaren Objekte gleich scharf erkennbar sind. Sofern die Kamera über eine Blende verfügt, ist die kleinstmöglichste Einstellung zu wählen.
Videotipps 06 / 2008


