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Weniger ist mehr - Zoomen und Schwenken

Hobbyfilmer neigen gerne dazu, mit dem Zoom zu spielen oder den Camcorder hin und her zu schwenken, mit der Absicht, Filmszenen dynamischer wirken zu lassen. Oftmals geht es so wild zu, dass dem Betrachter schwindlig wird und er sich vom Gezeigten abwendet. Die Mischung macht's und weniger ist gerade beim Zoomen und Schwenken mehr. Wenn wir uns professionelle Filmproduktionen ansehen, so stellen wir schnell fest, dass diese beiden Elemente nur sehr selten Anwendung finden. Das Zoomen und Schwenken sollte in jedem Fall von den Bildinhalten her motiviert und nicht zum Selbstzweck eingesetzt werden.

Das Zoom dient beim Camcorder - wie auch bei der Kamera - dazu, den entsprechenden Filmausschnitt durch die Wahl der Brennweite einzustellen. Statt hin und her zu zoomen, ist es wesentlich wirkungsvoller, eine Detailaufnahme und eine Totale zu drehen und diese dann mittels Filmbearbeitung zusammenzufügen. Für dramaturgische Zwecke ist das Zoom natürlich ein probates Mittel. So kann man mit einer langsamen Zoomfahrt von einem Gegenstand bis hin zur Großaufnahme das Blickfeld des Zuschauers allmählich vergrößern. Durch das langsame Zoomen wird eine Spannung aufgebaut und das Auge des Betrachters wird nicht überfordert. Ein Stativ ist Pflicht, denn es stellt sicher, dass die Aufnahmen nicht verwackeln.

Für den Schwenk gelten im Grunde die gleichen Regeln wie für das Zoom. Statt den Schwenk in seiner epischen Breite zu nutzen, sind das Drehen verschiedener Einstellungen und das spätere Zusammenführen im Schnitt wesentlich wirkungsvoller. Wenn es schon ein Schwenk sein muss, dann gilt es die Kamera am Anfang und am Ende der Szene mindestens zwei bis drei Sekunden nicht zu bewegen. Dadurch ist Ruhe garantiert. In keinem Fall sollte man nach einem Schwenk wieder zurück zum Anfang kehren, denn diese Szenerie ist dem Zuschauer bereits bekannt. Freihandschwenks liefern unruhige Bilder, zudem ist keiner in der Lage, in der Waagrechten zu bleiben. Auch für einen Schwenk sollte unbedingt ein Stativ verwendet werden, damit dieser gleichmäßig vom Start- zum Endpunkt verläuft. Das Stativ ist so aufzubauen, dass man an die Kamera herantreten kann, ohne die Stativbeine zu berühren. Hochwertige Stative bieten die Möglichkeit einer horizontalen Dämpfung, die für einen gleichmäßigen Verlauf sorgt. Ein zu leicht oder zu fest eingestellter Stativkopf sorgt ansonsten für Bremser oder Beschleuniger innerhalb des Bewegungsablaufs. Ohne Dämpfer, der für einen leichten Widerstand sorgt, ist sehr viel Übung erforderlich, da gerade der Start und das Abstoppen beim Schwenk kaum ohne Ruckeln möglich sind.
 

Video 02 / 2007

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Norbert Volkmann