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"Anton Corbijn - Mortals"

Das Magazin "stern" hat für die Visual Gallery gemeinsam mit dem niederländischen Photographen Anton Corbijn die Photoausstellung "Mortals" vorbereitet, die vom 28. September bis zum 3. Oktober während der photokina 2004 auf dem Kölner Messegelände in Halle 7 gezeigt wird. Der "stern" präsentiert damit zum zweiten Mal das photographische Highlight der weltgrößten Fachmesse der Imaging-Branche.

"stern"-Art Director Tom Jacobi: "Anton Corbijn ist einer der wichtigsten stilbildenden Photographen unserer Zeit. Seine unverwechselbaren Bilder von den großen Stars aus Musik und Kunst sind inzwischen genauso berühmt wie die Künstler selber. Wir sind sehr stolz, diese extra für die Visual Gallery konzipierte Ausstellung "Mortals" auf der photokina 2004 zeigen zu können."

Anton Corbijn kreierte seit den 70er Jahren mit seinen Portraits von berühmten Persönlichkeiten aus Musik, Film und Kunst eine neue Ära der Starphotographie: spröde, sehr nah und sehr persönlich. Corbijns Bilder mit seiner besonderen visuellen Handschrift, die der Betrachter sofort erkennt, zeigen die Superstars oft im Grenzbereich zwischen ihrem glamourösen Image und ihrem eigentlichen, wahren Wesen. Seine Portraits von Stars wie Miles Davis, David Bowie, Björk, Allen Ginsberg, Johnny Cash, Frank Sinatra und U2 (die er seit 22 Jahren portraitiert), wurden weltberühmt und machten Corbijn selbst zum Superstar.

"Es ist wichtig zu wissen, daß ich nur zu photographieren begann, weil ich Musik so sehr liebte und eine Kamera zu besitzen für mich bedeutete, daß ich dadurch dieser Welt, von der ich gleichsam besessen war, physisch näher sein konnte." sagt Corbijn. Seine ersten Bilder aus der Musikszene sind schwarz-weiß und klar dokumentarisch. Er photographierte auf Konzerten und hinter der Bühne, näherte sich den Stars an, indem er sie begleitete und schließlich zur "family" gehörte. Mit zunehmendem Erfolg in den späten 80er Jahren begann Corbijn auch prominente Künstler aus anderen Bereichen zu photographieren, darunter Martin Scorsese, Isabella Rossellini, Clint Eastwood, William S. Burroughs, Georg Baselitz und Salman Rushdie. Er experimentierte mit Kameraformaten und begann auch in Farbe zu photographieren.

Corbijn hat einen immensen Einfluß auf die Art und Weise, wie Prominente heute abgebildet werden, und er sucht unablässig nach neuen Herangehensweisen an sein Genre. In seinen "fake documentaries" inszenierte er die Paparazzi-Photographie und stellte deren Wahrheitsgehalt in Frage. Seine anfänglich eher intuitive Arbeitsweise wurde zunehmend konzeptioneller. In seiner jüngsten, frei produzierten Serie "a. somebody, strijen, holland", portraitierte er sich selbst in der Verkleidung verstorbener Musik-Heroen wie Bob Marley oder Frank Zappa vor der Landschaft seines Geburtsortes Strijen.

Aber Anton Corbijn ist mehr als nur Photograph. Er gestaltet Plakate und CD-Cover, dreht Videos und Kurzfilme und entwarf das Set-Design für Bands wie Depeche Mode. Er publizierte zehn Photobücher und hatte viele international erfolgreiche Ausstellungen. Für sein bisheriges Werk erhielt Corbijn kürzlich den hoch dotierten KLM Paul Huf Award. Die "stern"-Ausstellung "Mortals" präsentiert einen Überblick über Anton Corbijns Arbeiten. Den Schwerpunkt der Ausstellung, die rund 100 Bilder umfaßt, bildet seine Serie "a. somebody. strijen, holland". Zur photokina 2004 erscheint in der Reihe "stern spezial Fotografie" eine neue Ausgabe mit Bildern von Anton Corbijn.
 

photokina 09 / 2004

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