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Lorenzo Castore mit „Paradiso“

Die Visual Gallery begleitet als Ausstellungshighlight nun zum dritten Mal die photokina in Köln, die vom 26. September bis 1. Oktober 2006 ihre Tore öffnet. Herausragende Photoausstellungen weltbekannter Berufsphotographen und überaus begabter Nachwuchskünstler bilden in der Halle 1 des Kölner Messegeländes einen Ausstellungsparcours der Extraklasse. Hier zu sehen ist in Zusammenarbeit mit der Leica Camera AG die als Buch erschienene Sammlung „Paradiso“ von Lorenzo Castore, 2005 Preisträger des „Leica European Publishers Award for Photography“.

Der italienische Photograph generiert in seinem Projekt „Paradiso“ einen unmittelbaren, spontanen Stil. Es finden sich Anklänge an Caravaggios, Vermeers oder Francis Bacons Bilderwelten in bewegten, nicht fokussierten Photographien, die er bei ungezielten Wanderungen durch die Straßen Havannas und Mexikos in den Jahren 2001 und 2002 machte. Die Farbaufnahmen für „Paradiso“ zeigen die beiden Metropolen fern aller Klischees. Dem Photographen geht es darum, Gefühle und Ideen zu vermitteln und mit seiner Photographie Geschichten zu erzählen. So hält er auf den ersten Blick zunächst scheinbare Nebensächlichkeiten fest: Barbesucher, Passanten und Transvestiten sind seine Hauptpersonen. Hinterhöfe, schummerige Straßen und enge Hausflure bilden die Bühne. Durch das Spiel mit Licht und Farbe erzeugt der Photograph hierbei jedoch eine intensive Atmosphäre und Stimmung und erzählt auf diese Weise von den dort lebenden Menschen.

Obwohl Lorenzo Castore mitten im Geschehen ist, gestaltet er nicht bewusst wie ein neugieriger Reporter, sondern führt die Kamera im Vorübergehen und erhascht momentartige intime Einblicke, ohne Geheimnisse preiszugeben. Castore selbst schreibt in dem zweiten Nachwort des 2005 in der Edition Braus des Wachter Verlags (Heidelberg) erschienen Buches „Paradiso“: „Sicher ist, dass ich Farbphotographien machen wollte, in denen die Farben eine aktive Rolle spielen, Emotionen wecken und nicht nur realistischer und/oder dekorativer Aspekt des Bildes sind.“

Der Titel „Paradiso“ basiert auf zehn miteinander verwobenen Geschichten des kubanischen Autors José Lezama Lima, die aufgrund ihrer Komplexität und ihres nicht vorhersehbaren Endes Parallelen zu Castores Bildern aufweisen. Auch spielte die Direktheit, Unperfektheit und Fragilität des Lebens auf Kuba eine Rolle.

Lozenzo Castore, 1973 in Florenz geboren, lebt seit 1981 in Rom. Schon kurz nach dem Jura-Examen beschäftigt er sich im Selbststudium mit der Photographie. Er photographierte auf seinen Reisen nach New York, in den Kosovo, nach Indien und Polen. Seine Photographien werden in Rom, Warschau, Genua, Mailand, Kattowitz, Carbonia, Gliwice, Zürich und Krakau ausgestellt. Seine erste große Ausstellung mit Teilen seiner Arbeit über den 11. September 2001 in New York läuft in der Nationalgalerie für Moderne Kunst in Rom unter dem Titel "Babylon, New York".

Kurator der Visual Gallery ist auch 2006 wieder Gérard A. Goodrow, Direktor der ART Cologne und Geschäftsbereichsleiter Kunst + Kultur der Koelnmesse. Ausrichter der Visual Gallery ist der Verein Bilder.Bilder e.V. Die Veranstalter der photokina - Koelnmesse GmbH und Prophoto GmbH - haben mit der Gründung des Vereins im Jahr 2002 ihr Engagement für kulturelle und professionelle Belange der Photographie und Bildkommunikation gebündelt. Bilder.Bilder e. V. hat die Aufgabe, sich für die kulturelle Positionierung der Photographie und bildverwandter Medien einzusetzen. Mit der Organisation und Durchführung der Visual Gallery zur photokina soll aktiv die internationale Imaging-Szene unterstützt und zur Sicherung der Stellung der Stadt Köln als Zentrum der Photographie und Mittelpunkt für bildschaffende Medien beitragen werden.
 

photokina 07 / 2006

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Lorenzo Castore - Paradiso

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