Bildleiste

Visual Gallery - THE EARLY YEARS 1950-56 - Blick zu Anfängen

Kein anderes Ereignis hat die Photographie in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg so nachhaltig geprägt wie die photokina-Bilderschauen. "PHOTOKINA - THE EARLY YEARS 1950-56. DOCUMENTS FROM CHARLES E. FRASER AND L. FRITZ GRUBER" heißt eine quellenhistorische Ausstellung in der Visual Gallery, mit der die Veranstalter erstmals den Blick auf die Anfangsjahre der photokina lenken. Zum dritten Mal findet die Visual Gallery im Rahmen der World of Imaging (26. September bis 1. Oktober 2006) statt. Als Teil eines einzigartigen Kreativzentrums für Imaging-Profis in der Halle 1 des Kölner Messegeländes präsentiert die Visual Gallery herausragende Photoausstellungen weltbekannter Photographen und ausgezeichneter Nachwuchskünstler.

Mit der »Photo-Kino-Ausstellung« wurde von der Koelnmesse und dem Photoindustrie-Verband im Frühjahr 1950 ein neuer Messetypus entwickelt, der das Profil der Photoindustriemesse um eine Vielzahl photographischer Ausstellungen bereicherte. Die Konzeption folgte hierbei bewusst einer Zweiteilung, die neben den technischen auch die kulturellen und gesellschaftlichen Leistungen des Bildmediums herausstellte. Durch die zentrale Einbindung der Bilderschauen konnte sich die photokina als die international führende Fachmesse zur Photographie etablieren. Mit einer Ausstellungsfläche von 66.000 Quadratmetern und 502 Ausstellern (Auslandsanteil: 28,4 %) erreichte die photokina im Jahre 1956 bereits über 170.000 Messebesucher.

Die Gestaltung der Bilderschauen, für die L. Fritz Gruber verantwortlich zeichnete, war in ihren Inhalten von Beginn an auf eine internationale Perspektive ausgerichtet. Neben Lehrschauen zur Amateur-, Berufs- und Pressephotographie sowie didaktischen Ausstellungen zur Geschichte und Verwendung des Mediums 2 boten die Bilderschauen den Besuchern nach den doktrinären Jahren der NS-Gewaltherrschaft erstmals die Möglichkeit, international herausragende Einzelpositionen und Strömungen kennen zu lernen. In größeren Einzelausstellungen wurden namhafte Photographen wie August Sander (1951), Irving Penn (1954) und Ansel Adams (1956) gewürdigt, daneben fanden sich international bedeutende Museumsbestände präsentiert (z.B. George Eastman-House, Rochester; Museum of Modern Art, New York). Darüber hinaus spiegelten sich zeitgemäße Tendenzen auf Ausstellungsflächen, auf denen avantgardistische Positionen des Inlands (fotoform 1950, 1952; Subjektive Photographie 1952) ebenso berücksichtigt wurden wie Entwicklungen, die die "Photographie als Weltsprache" kommunizierten (Life-Photographie, 1952ff; MAGNUM 1956).

In ihrer Breitenwirkung leisteten die Bilderschauen der Jahre 1950 bis 1956 für das Segment der Photographie einen wesentlichen kulturellen Beitrag zur Wiederaufnahme der jungen westdeutschen Demokratie an die internationale Wertegemeinschaft. Sie markieren in ihrer humanistisch geprägten Offenheit nach innen und außen jenen Neubeginn nach 1945, der bis heute nachwirkt.

Die Ausstellung "PHOTOKINA - THE EARLY YEARS 1950-56. DOCUMENTS FROM CHARLES E. FRASER AND L. FRITZ GRUBER" vereint Bild- und Schriftdokumente, die eine facettenreiche Anschauung von der Frühzeit der photokina-Bilderschauen geben. Neben Archivbeständen aus dem Nachlass von L. Fritz Gruber werden auch erstmals Schwarzweiß- und Farbaufnahmen des in London lebenden Photographen Charles E. Fraser vorgestellt, der die Photomesse bilddokumentarisch über Jahrzehnte begleitet hat.

Die Ausstellung ist ein Projekt der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) in Kooperation mit dem Historischen Archiv der Stadt Köln, der Koelnmesse und der Prophoto GmbH.

Weitere Informationen zur photokina: www.photokina.de

Weitere Informationen zur Visual Gallery:
www.visualgallery.de
 

photokina 09 / 2006

Bewerten 50

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren






* Diese Felder müssen ausgefüllt werden