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Ferngläser in der Klemme

Auch der schönste Blick durch das Fernglas gerät nach einiger Zeit zur Zitterpartie. Es muß nicht einmal Winter sein, nach wenigen Minuten der Beobachtung stellt sich ein leichtes Flattern der Hände ein - das ist bei der starren Haltung beider Arme vor dem Körper ganz normal. Ferngläser mit höheren Vergrößerungen können schon nach kürzeren Beobachtungszeiten nicht so ruhig gehalten werden, daß sich kein störendes Wackeln zeigt.

Moderne Feldstecher, meist kompakter Bauart, schaffen mit elektronisch gesteuerten Bildstabilisatoren Abhilfe. Doch es gibt eine Alternative: Stativadapter. Sie sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, folgen aber demselben Prinzip: Sie fixieren das Fernglas auf einem handelsüblichen Photostativ. Wenn nicht gerade ein Tischstativ mit biegsamen Beinchen ins Spiel kommt, steht der Feldstecher damit unerschütterlich in der Natur und klamme Finger gehören der Vergangenheit an, sie können in der warmen Jackentasche bleiben.

Gängige Typen sind Stativadapter mit Klemmen für den Mitteltrieb, solche mit einem speziellen Adaptergewinde und universelle Adapter mit Spannriemen. Zu beachten ist, daß sich nicht jedes Fernglas für jeden Adapter eignet. Stativadapter mit speziellem Gewinde können nur an Feldstecher angeschlossen werden, die selbst auch über ein entsprechendes Gewinde verfügen. Dafür lassen sie sich sehr komfortabel mit ein paar Umdrehungen anbringen. Das Gewinde befindet sich in der Regel hinter einer Kappe geschützt am objektivseitigen Ende des Mitteltriebs. Modelle ohne eine solche Anschlußmöglichkeit können in der Regel mit Adaptern angeschlossen werden, die den Mitteltrieb des Fernglases umklammern. Voraussetzung dafür ist, daß das Fernglas über ein relativ schmales Einstellrad und genügend Freiraum am Mitteltrieb verfügt - ein Pluspunkt für klassische Modelle. Moderne Ferngläser verfügen meist über bequeme, dafür aber breite Einstellräder oder Schnell-Fokussier-Einrichtungen.

Sollte ein Glas mit den hier aufgeführten Adaptern nicht klar kommen, nicht verzagen: Universelle Stativadapter, die einen Gummiriemen über das gesamte Fernglas legen sind die Lösung. Das Band zurrt den Feldstecher auf einer Platte fest. Einzige Bedingung: die Geräte dürfen nicht zu groß und auch nicht zu klein sein.

Stativadapter verfügen an ihrer Unterseite in der Regel über ein ¼-Zoll-Innengewinde. Das ist das kleinere und häufiger anzutreffende der beiden gebräuchlichen Photostativ-Gewinde. Mit einem solchen Adapter steht Ferngläsern die komplette Welt des Stativzubehörs offen. Klassische Dreibeinstative lassen sich fast auf jedem Untergrund sicher aufstellen. Einbeinstative können auf kleinstem Raum transportiert oder als Wanderstock benutzt werden. Spezialstative aus dem Bereich Videofilmzubehör lassen sich im Auto anbringen oder vor die Brust schnallen. Manche Klemmstative können an Ästen oder an den Brüstungen von Jägersitzen und Aussichtstürmen befestigt werden. Und es gibt im Zubehörhandel sogar Erdnägel mit Gewindeschraube am oberen Ende, um Ferngläser und Kameras in Bodennähe aufzustellen.

Welcher Adapter sich tatsächlich eignet und welches Stativ die Bedürfnisse am besten erfüllt, kann ein Besuch beim Optik- oder Photofachhändler aufzeigen, denn gerade beim Optikkauf ist der Augenschein gefragt.
 

Fernoptik 12 / 2004

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Ferngläser in der Klemme

"Ferngläser in der Klemme"
Stefan Zaruba