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Fernglas ABC

AP
Abkürzung für Augenpupille

Augenabstand
Der Augenabstand ist die Entfernung, auf die man das Fernglas vom Auge halten kann und immer noch das gesamte Sehfeld vor Augen hat. Größerer Augenabstand entlastet die Augen und ist ideal für Brillenträger.

Augenmuschel
Die meisten Ferngläser verfügen über Augenmuscheln, die mit Drehbewegung oder durch Druck versenkbar oder aus Weichgummi und umstülpbar sind. Dadurch kommen alle Betrachter - auch die Brillenträger - in den Genuß des gesamten Sehfeldes.

Austrittpupille
Bezeichnet den runden hellen Fleck, den man mit einiger Entfernung erkennt, wenn man mit einiger Entfernung zum Okular durch das Fernglas schaut. Der Durchmesser der Austrittpupille errechnet sich durch Dividieren des Objektivdurchmessers durch die Vergrößerung. Ein Fernglas 7x35 weist einen Pupillendurchmesser von 5 mm auf.

Autofokus-Fernglas
Bei diesem Fernglastyp wird die Schärfe nach dem Prinzip der Phasendetektion - wie bei Spiegelreflexkameras - automatisch nachgestellt. Bei den Fernglasarten haben sich verschiedene Bezeichnungen eingebürgert, die direkt etwas über die optischen Qualitäten und Eigenschaften aussagen und eigentlich keine Klassifizierung sind - beispielsweise Nachtglas.

B
Ist der Buchstabe B bei der Typenbezeichnung - 7x42B - angeführt, so handelt es sich um ein Glas, das mit einem besonders weiten Okularabstand für Brillenträger geeignet ist.

Binokulare
Zweiäugige Ferngläser, oft für den universellen Gebrauch mit geringer bis mittlerer Vergrößerung. Gegenüber dem Monokular bietet es einen räumlichen Seheindruck.

Brillenträgerokular
Für Brillenträger geeignete Ferngläser, die einen besonders großen, freien Abstand zwischen der Außenkante des Okulars und der davor liegenden Austrittspupille bieten. Nach umstülpen, einschieben oder entfernen der Augenmuscheln bekommen auch Brillenträger den idealen Abstand zum Okular und damit einen Überblick über das gesamte Sehfeld.

Dachkanten-Fernglas
Im Bereich der professionellen Gläser, findet man vorwiegend nur noch die Dachkanten-Modelle. Diese Ferngläser enthalten Objektive mit mindestens 35 mm Durchmesser, weshalb sie vorwiegend bei Tier- und Naturbeobachtungen zum Einsatz kommen. Das Styling ist schlank und die eingesetzten Glassorten sind hochwertig und multivergütet.

Dachkantenprismenglas
Die Bildumkehrung mittels Dachkantenprismen führt zu einem annähernd "gradlinigen Strahlengang" und ermöglicht so besonders handliche und schlanke Ferngläser.

Dämmerungszahl
Wenn man Vergrößerung und Objektivdurchmesser miteinander multipliziert und aus dem Ergebnis die Quadratwurzel zieht, erhält man die Dämmerungszahl. Beispiel: Bei 8-facher Vergrößerung und 40 mm Objektivdurchmesser ergibt sich eine Dämmerungszahl von 17,9. Eine hohe Dämmerungszahl trägt zu einer guten Dämmerungsleistung des Fernglases bei.

Dioptrienausgleich
Binokulare Ferngläser mit gemeinsamer Scharfeinstellung für beide Augen (Mitteltrieb) lassen sich mit dem Dioptrienausgleich an die unterschiedliche Sehkraft der Augen anpassen.

Dioptrienkontrolle
Die meisten Ferngläser haben ein einstellbares Okular, das Sichtunterschiede zwischen dem rechten und dem linken Auge ausgleicht.

Fernglasleistung
Für die Fernglasleistung sind folgende Kriterien entscheidend: Vergrößerung, Objektivdurchmesser, Lichtstärke (geometrisch), Sehfeld, Vergütung.

Fokussierung
Darunter versteht man die Scharfeinstellung auf Objekte in unterschiedlicher Entfernung. Bei Binokularen erfolgt die Fokussierung gemeinsam für beide Augen (Mitteltrieb, Innenfokussierung etc.) oder getrennt durch Okular-Einzelverstellung. Darüberhinaus gibt es Sonderformen mit fester Voreinstellung und Bereichsumschaltungen.

Galileisches Fernglas
Bezeichnet Ferngläser mit geringer Vergrößerung und großem Sehfeld, das ohne Prismensystem ein aufrechtes Bild zeigt.

Geometrische Lichtstärke
Die geometrische Lichtstärke wird errechnet durch Multiplizieren des Austrittspupillen-Durchmessers mit sich selbst. Ein Pupillen-Durchmesser von 3 mm ergibt eine geometrische Lichtstärke von 9. Einen eigenständigen Aussagewert hat die geometrische Lichtstärke nicht.

Infrarot-Ferngläser mit Entfernungsmessung
und Digitalkompaß
Dieser Fernglastyp wurde für militärische Zwecke entwickelt und wird auch dort vornehmlich eingesetzt. Er vermittelt den Wert der exakten Distanz bis 1.000 Meter sowie die exakte Richtungsbestimmung im Gelände.

IS
Engl. Abkürzung für Image Stabilizer, Bildstabilisator

IS-Ferngläser
Ferngläser mit Bildstabilisator. Das System besteht aus Bewegungssensoren, die für die Ermittlung der Richtung und Stärke der Verwacklung zuständig sind. Die berechnete Korrektur wird dann durch die Veränderung zweier Vari-Angle-Prismen gesichert. Mit den IS-Ferngläsern kann problemlos aus der Hand, aber auch aus Fahrzeugen der Beobachtung nachgegangen werden.

Kompaktferngläser
Unter diese Bezeichnung fallen handliche und leichte Ferngläser, die ideale Begleiter für Theater und Konzert oder für Wander- und Jagdausflüge sind. Sie enthalten Porroprismen und sind normalerweise so geformt, daß sie leicht in die Hände des Beobachters passen. Die Objektivdurchmesser sind typischerweise weniger als 26 mm. Kompaktferngläser sind größer als Mini-Ferngläser. Die Kompaktfernglas-Klasse stellt vielleicht den besten Kompromiß dar zwischen Größe, Gewicht und Leistung.

Mehrfachvergütung
Mehrere Schichten auf mindestens einer Linse, um die Lichtdurchlässigkeit zu erhöhen. Davon profitiert vor allem der Kontrast und die Bildstärke.

Mini-Ferngläser
Dies sind Ferngläser mit Objektiven, die nicht größer sind als etwa 26 mm und eine schlanke Dachkantenform besitzen. Meist lassen sich diese Ferngläser zusammenklappen, sie sind klein und leicht.

Mini-Monikulare
Einäugige Fernrohre, Spektive, Teleskope mit mittleren bis geringen Vergrößerungen.

Mitteltrieb
Ein Rad bewegt beide Linsen zum Fokussieren.

Monokulare
Einäugige Fernrohre, Spektive, Teleskope mit starker Vergrößerung.

Nachtglas
Ferngläser mit einer hohen Dämmerungszahl, die auch unter kritischen Lichtbedingungen noch eine gute Beobachtung garantieren.

Nachtsichtgeräte
Ferngläser mit Restlichtverstärker, die auch unter schlechten Lichtbedingungen eingesetzt werden können.

Nahfokus
Die geringste Entfernung zu einem Objekt bei Bildklarheit.

Nahgrenze
Die Nahgrenze bei Ferngläsern ist unterschiedlich und kann Werte um 5 bis 10 Meter, bei hohen Vergrößerungen bis 20 Meter einnehmen. Oft wird bei Ferngläsern übersehen, wie wichtig auch der Nahbereich ist. Gerade bei der Beobachtung von kleinen Tieren und Pflanzen sollte ein Modell mit kurzer Nahgrenze gewählt werden. Aufgrund der Parallaxe liegt der Nahbereich bei Binokularen minimal bei einem Meter. Für manche Fernglasmodelle sind auch optische Vorsätze lieferbar, welche die Nahgrenze reduzieren.

Objektiv
Photographisches Gerät aus mehreren Linsen. Diese sind so geschliffen, daß sie das Licht auf eine bestimmte Art brechen, so daß es möglichst zu keinen Verzeichnungen kommt. Bei Ferngläsern bestehen die objektseitigen, langbrennweitigen Objektive häufig aus zwei verkitteten Linsen (Achromate) plus manchmal einer dritten Linse.

Objektivdurchmesser
Die zweite Zahl der Typenbezeichnung auf dem Fernglas gibt den Objektivdurchmesser in Millimetern an. Je größer diese Zahl ist, um so heller ist das Bild, besonders in der Dämmerung. Die Bildhelligkeit von Ferngläsern läßt sich nur bei identischen Objektivdurchmessern vergleichen.

Okular
Das augenseitige, kurzbrennweitige optische System aus mehreren Linsen. Aufbau und Korrektion beeinflussen Sehfeld, Lage der Austrittpupille und Bildqualität.

PC-3-Phasenvergütung
Diese Art von Vergütung ist bei Dachkantenprismen zu finden und verbessert die Auflösung und den Kontrast.

Prismenglas
Der überwiegende Teil der optischen Prismen besteht aus Borosilikatglas (BK-7) oder Bariumkronglas (BAK-4). Letzteres ist höherwertiger und liefert mehr Brillanz und schärfere Kontraste.

Porro-Ferngläser
Porro-Ferngläser haben ihrer Bauform entsprechend einen größeren Objektivdurchmesser (35 mm und mehr) und bieten somit einen höheren Kontrast sowie hellere Bilder.

Porroprismen
Porroprismen kommen bei Ferngläsern mit der klassischen, kurzen Knickbauweise für die Bildumkehrung zum Einsatz. Bei Binokularen gibt es drei Varianten, wobei die Objektive einen größeren, kleineren oder den gleichen Abstand wie die Okulare haben können. Ein großer Objektivabstand verstärkt das räumliche Sehen.

Standardfernglas
Bezeichnet Ferngläser, die einen 7- bis 10-fachen Vergrößerungsbereich abdecken.

Sehfeld
Das Sehfeld gibt den Bereich an, der in einem Betrachtungsabstand von 1.000 Metern überblickt werden kann, zum Beispiel 100 Meter. Das Sehfeld steht im umgekehrten Verhältnis zum Vergrößerungsfaktor. Je geringer die Vergrößerung, desto größer fällt das Sehfeld aus. Auf dieses ist besonders dann zu achten, wenn man ein weites Gebiet überblicken möchte beziehungsweise wenn in einem größeren Motivraum bewegte Objekte beobachtet werden sollen. Angaben zum Sehfeld findet man im technischen Datenblatt.

Sehwinkel
Der Sehwinkel gilt unabhängig von der Objektentfernung und kann als objektseitiger Sehfeldwinkel oder als augenseitiger Sehwinkel angegeben werden. Beide Winkel stehen über die Fernglasvergrößerung in Beziehung. Teilt man den Sehfelddurchmesser auf 1.000 m durch 17,5 ergibt sich näherungsweise der objektseitige Sehfeldwinkel (zum Beispiel 6° bei 105 m Sehfeld). Beträgt der augenseitige, subjektive Sehwinkel mehr als 60°, spricht man von einem Weitwinkelglas.

Spektive
Spektive sind einäugige Beobachtungsfernrohre mit extremen Vergrößerungen bis 60-fach.

Theaterfernglas
Die einfachste Art von Ferngläsern werden oft als Theaterferngläser bezeichnet. Sie funktionieren nach dem Galilei-Prinzip und kommen bei ihren geringen Vergrößerungen von 3- bis 4-fach ohne Prismen aus. Für den Theaterbesuch, deshalb auch der Name, sind sie mit ihrer kurzen Betrachtungsdistanz jedoch völlig ausreichend.

Vergrößerung
Die erste Zahl der Typenbezeichnung auf dem Fernglas gibt den Vergrößerungsfaktor an, das heißt um wie viel mal größer der Fernglasbenutzer sein Objekt wahrnimmt. Ein 8-fach vergrößerndes Glas zeigt ein 160 Meter entferntes Objekt so an, als befände es sich 20 Meter entfernt.

Vergütung
Beim Auftreffen des Lichts auf die Linsen des Objektivs geht durch die Reflexion des Glases ein mehr oder weniger großer Teil des Lichtes verloren. Um die Reflexion so gering wie möglich zu halten, werden auf die polierten Glasflächen eine beziehungsweise mehrere Mineralschichten aufgebracht. Die Lichtdurchlässigkeit wird dadurch bis zu einem Drittel erhöht. Davon profitiert vor allem der Kontrast und die Bildstärke.

Wasserdichte Ferngläser
Bei diesem Fernglastyp ist mit 0-Ring-Dichtung und Stickstoffüllung die Optik/das Innere zuverlässig gegen Wasser und Beschlagen geschützt. Mit diesem Fernglastyp hat man auch bei Regen, Frost, Nebel und anderen schlechten Wetterbedingungen den Durchblick.

Weitwinkelglas
Von einem Weitwinkelglas spricht man, wenn der augenseitige, subjektive Sehwinkel mehr als 60° beträgt. Ein sehr weitwinkliges Fernglas mit 8-facher Vergrößerung kann zum Beispiel ein 148 m breites Sehfeld auf 1.000 m beziehungsweise 8,5° Sehfeldwinkel bieten.

Zoom-Fernglas
Zoom-Ferngläser bieten den Vorteil des verstellbaren Sehwinkels und den eventuellen Nachteil gewisser optischer Kompromisse. Beim direkten Vergleich zwischen einem Standard- und einem Zoom-Fernglas schneidet zweiteres in der Regel schlechter ab. Gerade bei extremen Zoombereichen mit 8- bis 20-facher oder sogar 10- bis 40-facher Vergrößerung ist die Benutzung des gesamten Vergrößerungsbereichs aus freier Hand kaum möglich.
 

Fernoptik 01 / 2004

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Andreas Gugau