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Knick in der Optik - natürlich!

Kleiner Helfer für mehr Seherlebnis:
der Zenitspiegel


Das klassische Fernrohr, vom Typ her ein Linsenfernrohr, ist in seiner Handhabung zunächst sehr praktisch: Das vordere Ende wird zum Horizont gerichtet, und hinten wird durchgeschaut. Dann wird das Fernrohr nach oben zum Himmel schwenkt, immer höher und höher, bis man - plumps - auf dem Boden liegt. Was ist geschehen?

Der Drehpunkt bei einem Linsenfernrohr, also der Punkt, an dem der Tubus an der Montierung befestigt ist, liegt ganz grob etwa in der Mitte des Tubus. Das bedeutet, das hintere Ende mit dem Okular schwenkt wie eine Wippe um dieselbe Strecke in Richtung Boden wie das Objektiv hinauf zum Firmament. Bei einem Linsenteleskop mit langer Brennweite von 1.000 Millimetern oder mehr, das auf einem normal hohen Stativ nahezu senkrecht zum Himmel (in der Fachsprache zum „Zenit“) zeigt, befindet sich das Okular irgendwo im Bereich zwischen den Knien und der Hüfte des Beobachters. Da soll der Astronom dann noch von unten durchblicken?

Um verdrehten Augen und Genickstarre vorzubeugen, verwenden Sterngucker einen sogenannten Zenitspiegel oder ein Zenitprisma. Dieses kleine Zubehörteil lenkt mittels eines Spiegels oder eines Prismas das Lichtstrahlenbündel im rechten Winkel um. Die Handhabung ist denkbar einfach: Fernrohrseitig verfügt der Zenitspiegel über denselben Steckanschluß wie Okulare; er wird einfach anstatt eines Okulars in den Okularauszug gesteckt. Der Zenitspiegel wiederum hat selbst eine Steckhülse und nimmt dann die Okulare auf. Bei vielen Einsteiger-Sets werden Zenitspiegel bereits mitgeliefert. Weil sie kompatibel zumindest zu den Standardmaßen 1,25 und zwei Zoll sind, kann man sie aber jederzeit nachkaufen.
 

Fernoptik 03 / 2005

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Knick in der Optik

"Knick in der Optik"
Stefan Zaruba