EU-Parlament lehnt Einschränkung der Panoramafreiheit ab

© Fotograf: Sabine Vogt-Hofmann, Glanzlichter, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Sabine Vogt-Hofmann, Glanzlichter, Blende-Fotowettbewerb
Gute Nachrichten: Mit überwältigender Mehrheit wurde im EU-Parlament die Einschränkung der Panoramafreiheit abgelehnt. Wir dürfen uns also alle freuen, denn damit wird das Fotografieren von öffentlichen Gebäuden und Kunstwerken europaweit nicht weiter eingeschränkt. „Bürgerinnen und Bürger können in den meisten Ländern weiterhin unbesorgt Selfies posten und sich berühmte Bauwerke in Wikipedia ansehen“, sagte die Berichterstatterin des Parlaments, die Piraten-Politikerin Julia Reda, die zur Fraktion der Grünen gehört.

Für Deutschland und die meisten Staaten in der EU sind damit weiterhin Aufnahmen öffentlicher Gebäude und Kunstwerke erlaubt, auch wenn sie für kommerzielle Produkte erstellt werden. In Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg, und Griechenland gilt aber weiterhin keine Panoramafreiheit. So bedürfen beispielsweise kommerzielle Aufnahmen der Nachtbeleuchtung des Eiffelturms in Paris weiterhin einer Zustimmung der Veranstalter. Am Tag gemachte Aufnahmen vom Eiffelturm dürfen hingegen uneingeschränkt verbreitet werden.

Wie auf heise.de zu lesen ist, „hatte Digitalkommissar Günther Oettinger in der abschließenden Debatte von einem „reinen Phantom“ einer eingeschränkten Panoramafreiheit gesprochen. Es habe sich nur um eine „missverständliche Idee eines Fachausschusses“ gehandelt. Der CDU-Politiker betonte dagegen: „Ein freies Europa sollte die freie Ablichtung von öffentlichen Denkmälern und Gebäuden erlauben.“ Die Kommission plane deswegen hier „keine Einschränkung“. Zum Urheberrecht allgemein will die Kommission Ende des Jahres eine Gesetzesinitiative vorlegen und dabei die Empfehlungen des Parlaments berücksichtigen.“

Fest steht, dass das Urheberrecht sicherlich angepasst wird. Die bisherige Richtlinie stammt aus dem Jahr 2001 und da gab es weder Smartphones noch YouTube oder Facebook.

In unserem Beitrag „Fotografische Freiheit – Wo geht sie hin? Stehen wir vor kaum lösbaren Konflikten?“ hatten wir ausführlich über die Panoramafreiheit berichtet und auch die Standpunkte von BVPA sowie der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst veröffentlicht.

Aufgegriffen 07 / 2015

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