Was ist zu beachten, wenn es per Flugzeug mit der Fotoausrüstung in den Urlaub geht

Kameraausrüstung gehört ins Handgepäck

Abhebendes Flugzeug im Sonnenuntergang

Geht es per Flugzeug in den Urlaub, so gehört die Kameraausrüstung für viele zum fest eingeplanten Urlaubsgepäck. Der Umfang an mitzunehmendem Fotoequipment variiert entsprechend der Intensität, mit der man der Fotografie nachgeht. Für einige reicht die Superzoomkamera inklusive ein paar Ersatzspeicherkarten und Ladegerät aus. Andere hingegen entscheiden sich mit beispielsweise einem leichten Tele, Weitwinkel und Makro für wenigstens drei Objektive für ihre Spiegelreflex- beziehungsweise kompakte Systemkamera, ein Stativ, diverse Filter etc. Unabhängig davon, wie umfangreich die Fotoausrüstung für die Urlaubsreise mit dem Flugzeug ausfällt, gibt es einiges zu beachten, damit der Fotospaß auch garantiert ist.

Kameraausrüstung gehört ins Handgepäck

Die Kamera-Ausrüstung reist am besten im Handgepäck bzw. direkt an der Person, denn dort ist sie am sichersten: Man hat sie direkt unter Aufsicht und sie wird weder unkontrolliert geworfen noch besonderen Temperaturen ausgesetzt. Letzteres kann als Aufgabegepäck nämlich passieren, sind die Temperaturen in den Frachträumen doch meist sehr niedrig. Außerdem besteht beim aufgegebenen Koffer immer das Risiko des Verlusts oder mindestens die verspätete Ankunft am Urlaubsziel. Laut Statistiken gehen immerhin bis zu 20 von 1.000 Koffern verloren. Versichert sind dabei standardmäßig durch die Fluggesellschaft nur rund 1.300 Euro pro Person (nicht pro Koffer!). Das kann also schnell eng werden mit einer Kamera-Ausrüstung und sonstigen Wertgegenständen.

Speicherkarten besonders sorgfältig transportieren

Definitiv nicht in den Koffer gehören auch die Speicherkarten. Sie sollten immer sicher sozusagen an der Person im Handgepäck verstaut werden. Um Beschädigungen zu vermeiden, gilt es, sie bestmöglich aufzubewahren – vor allem auf dem Rückweg, wenn sie die unwiederbringlichen Urlaubsfotos enthalten. Mit einem Mythos muss aufgeräumt werden, denn noch immer geht das Gerücht um, dass die Strahlen der Sicherheitssysteme den Speicherkarten schaden würden (ähnlich wie früher beim Film). Das ist aber nicht der Fall.

Röntgengerät bei der Sicherheitskontrolle

Man muss also keine Angst haben, die Kamera oder die Fototasche mit den Speicherkarten aufs Band zu legen. Allerdings sollte man die Speicherkarten immer in einem stabilen, nicht zu kleinen Etui verstauen und darauf achten, sie sicher in der Fototasche zu verstauen.

Sicherheitskontrolle an Flughäfen

Wir kennen sie alle, die Sicherheitskontrollen an Flughäfen. Je nach Land und Flughafen fallen die Sicherheitsüberprüfungen unterschiedlich intensiv aus. Eins haben alle Airports aber gemeinsam, nämlich dass man von seinem Handgepäck für eine kurze Zeit getrennt wird. Oftmals ist es so, dass die Personenkontrolle noch nicht abgeschlossen ist und das Handgepäck einen am Ende des Sicherheitsbandes erwartet.

Menschen bei der Sicherheitskontrolle

Hier besteht für kurze Zeit die Gefahr, dass Langfinger sich das Handgepäck schnappen könnten. Reist man zu zweit oder mit noch mehreren Personen, so ist das perfekt, denn man kann sich aufteilen, so dass nach der Durchleuchtung des Handgepäcks in jedem Fall jemand bereit steht, der dieses sofort in Empfang nimmt.

Beschränkungen beim Handgepäck

Wer über eine größere Kamera-Ausrüstung verfügt und im Handgepäck für einen Langstreckenflug auch noch Bücher und sein Lieblingskissen mitnehmen möchte, der gerät schnell an die Gewichtsgrenzen. Vor allem Billig-Airlines achten erfahrungsgemäß sehr streng auf das erlaubte Maximalgewicht beim Handgepäck und wiegen nicht selten sogar beim Check-In. Vor allem Kamerabesitzer für Wechseloptik mit mehreren Objektiven sollten sich daher dringend vor dem Weg zum Flughafen informieren, wie die Vorgaben für das Handgepäck sind. Eine handliche Kofferwaage, die man für wenige Euro kaufen kann, hilft dabei, auch im Urlaub das Gewicht einzuhalten.

Handgepäck das mit einer handlichen Kofferwaage kontrolliert wird
Mit einer handlichen Kofferwaage lassen sich die Gewichtsgrenzen beim Handgepäck leicht kontrollieren.

Droht die Gewichtsüberschreitung wegen ein paar Gramm, hilft es erfahrungsgemäß, die Kamera einfach umzuhängen, um sie trotzdem mit in die Flugzeugkabine mitnehmen zu können. Wichtig ist außerdem, darauf zu achten, ob als Handgepäck ein oder mehrere Gepäckstücke zugelassen sind. Einige Airlines – vor allem die günstigen – verfolgen eine sehr strenge Politik, dass nur ein einziges Handgepäck mitgenommen werden darf. Selbst eine kleine Kameratasche und eine Damenhandtasche betrachten sie als zwei Stücke. Versierte Vielreisende nutzen gern eine große Stoff-Falttasche, die den erlaubten Größen-Begrenzungen entspricht und in die notfalls auch Kameratasche bzw. -rucksack und Handtasche verstaut werden können.

Was ist mit dem Stativ?

Stative dürfen bei den meisten Airlines erstaunlicherweise problemlos mit an Bord genommen werden. Empfehlenswert ist es aber aus verschiedenen Gründen in der Regel nicht: Zum einen trägt ein Stativ auf und macht den Kamerarucksack unhandlich und potenziell gefährlich für andere im Gedränge am Flughafen. Transportiert man es separat in einer Stativ-Tasche, zählt es als eigenes Gepäckstück und kann dann schnell zu Mehrkosten führen. Wenn möglich, empfiehlt es sich daher, ein Stativ in den Koffer zu packen. Mittlerweile gibt es eine vielfältige Auswahl an leichten und robusten Reise-Stativen, die auch in kleinen Koffern spielend untergebracht werden können. Die Anschaffung lohnt sich, denn auch im Urlaub ist man dann entspannter, weil man weniger tragen muss. In den Koffer kann man übrigens auch robustes Stativ-Zubehör wie etwa einen Panorama-Kopf packen. So präpariert kann man unbesorgt in den Flieger steigen und sich auf die schönste Zeit des Jahres mit seiner Kamera freuen.

Aufgegriffen 07 / 2018

2 Kommentare

Wirklich interessanter Artikel. Neben der Fotoausrüstung gehören auch elektronische Geräte wie Laptop, Tablet oder Smartphone immer mit ins Handgepäck. Das Risiko das es geklaut wird oder beim Transport kaputt geht ist einfach zu groß. Interessante Tipps wie eine Reise nur mit Handgepäck bewerkstelligt werden kann, gibt es hier: https://www.handgepaeck-flugreise.de/reisen-nur-mit-handgepaeck/

Laurens

von Laurens
04. Juli 2018, 18:20:41 Uhr

Natürlich ist ist die Statistik für den Eizelfall nicht anwendbar. Ob also das Risiko für einen Diebstahl des Handgepäcks auf dem Flughafen kleiner ist als der Verlust des Bordgepäcks, ist für den Fotoreisenden kaum im Voraus zu erkennen. Ein Hinweis auf die Kontrollpraxis, von der vor allen die Besitzer von Wechseloptiken betroffen sind, soll hingewiesen werden: bei der Kontrolle des Fotogepäcks muß man oft alle Gehäuse und Optiken auspacken. Dabei werden meist die großen Objektive mit einem Teststreifen auf Sprengstoffpartikel untersucht. Gelegentlich läßt sich der Kontrolleur sogar durch einen Blick in den Sucher von der Ungefährlichkeit überzeugen. Bis auf das umständliche Aus- und Einräumen geht das aber recht rfasch und schadet der Ausrüstung überhaupt nicht. Also: gelassen bleiben, es dient alles nur unserer Sicherheit.

Hartwig Schuchart

von Hartwig Schuchart
04. Juli 2018, 11:26:29 Uhr

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