Fotografie ist mehr als den Auslöser zu betätigen - Warum die Fotografie die Wahrnehmung schult

© Fotograf: Sabine Hönnige, Talsperre, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Sabine Hönnige, Talsperre, Blende-Fotowettbewerb

Im Zeitalter des digitalen Dauerstress – Forscher des deutschen «Menthal Balance»-Projekts, die über eine App das Verhalten von 60.000 Smartphone-Nutzern in 2017 untersuchten – fanden heraus, dass Nutzer im Durchschnitt bis zu 90 Mal pro Tag auf ihr Smartphone schauen. Diese Zahl wird sich weiter erhöhen – da muss man kein Prophet sein, nehmen die Einsatzmöglichkeiten dieser kleinen Alleskönner kontinuierlich weiter zu. Was das für die Wahrnehmung der Geschehnisse um einen herum bedeutet, kann man sich ausmalen. Nicht umsonst denken Stadtplaner über besondere Hinweise an Ampeln nach, damit man bei gesenktem Blick auf das Smartphone überhaupt noch die Kreuzung registriert.

Was nehmen wir noch wahr?

Was wird von der Umwelt – nicht nur den öffentlichen, sondern auch den privaten Raum betreffend – überhaupt noch wahrgenommen? Wer dies hinterfragt, der wird schnell feststellen, dass es immer weniger wird. Es ist, so scheint es, ein schleichender Prozess. Die Kommunikationsbereitschaft über Smartphones kennt kein Ende – hier ist man offen für Impulse. Und auf der anderen Seite vernachlässigt man die visuelle Wahrnehmung und registriert immer weniger den Wandel um sich herum. Das betrifft übrigens auch den Partner und die eigenen Kinder. Man überflutet sich mit Bildern über WhatsApp und die sozialen Netzwerke – visuelle Reize außerhalb der digitalen Welt bleiben hingegen zunehmend auf der Strecke.

Fotografische Themenstellungen helfen

Im digitalen Dauerstress gilt es, die Wahrnehmung wieder zu schulen, verpasst man sonst eine ganze Menge von der Welt in der man lebt. Mit Hilfe der Fotografie gelingt dies perfekt. Auf der Suche nach Motiven schärft die Fotografie die Sinne. Sie fokussiert und lässt die Welt, in der man sich aufhält, wieder neu erleben, weil man sich wieder für visuelle Reize sich öffnet. Grundvoraussetzung dafür ist das Erkennen und das Wollen. Es lohnt sich, denn im Alltäglichen steckt so viel Besonderes. Gerade am Anfang unterstützen Themenstellungen bei der Schulung der Wahrnehmung. Wie wäre es beispielsweise mit den Themen Brücken, Treppen, Kreuzungen, Schuhe, Fassaden – jedes für sich genommen bietet unendlich viele visuelle Reize und unterstützt die Schärfung der Sinne.

Warum Aufnahmegeräte helfen?

Der menschliche Blick ist auf das Querformat ausgerichtet. Das ist von der Natur perfekt eingerichtet, wenn man nicht gerade auf das Smartphone schaut. Durch das Weite menschliche Blickfeld wird ein großer Radius abgedeckt, um auf nahe und weiter entfernte Einflüsse schnellstmöglich reagieren zu können – wir waren einmal Jäger und Sammler. Diese Weite des Sichtfeldes erschwert es, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Und genau hier kommt das Aufnahmegerät ins Spiel – es unterstützt.

Smartphone oder Kamera

Das Smartphone – das Aufnahmegerät das jeder stets mit sich führt, wenn er es besitzt – liegt nahe und ist in jedem Fall eine Option. Kameras, insbesondere jene mit Sucher, unterstützen die Schulung der Wahrnehmung meist intensiver, so die Erfahrungen.

Fotowettbewerbe wie „Blende“

Fotowettbewerbe wie „Blende“ mit ihren wechselnden thematischen Vorgaben tragen mit dazu bei, sich nicht nur den fotografischen Wettstreit zu stellen, sondern auch die persönliche Wahrnehmung nachhaltig zu schulen. Auf der Suche nach dem passenden Motiv gehört, den Blick dafür zu schärfen.

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Aufgegriffen 01 / 2018

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