Welche Bezeichnung ist die treffendste: Hobbyfotograf, Amateurfotograf, Fotoamateur …

Fragt man Fotobegeisterte welchen Titel sie sich auf die Fahne schreiben würden, so ist man über die Antworten mitunter erstaunt. Die wenigsten Hobbyisten unter ihnen bezeichnen sich selbst als Fotograf. Hobbyfotograf lassen sie je nach verwendetem Fotoequipment vielfach durchgehen, auch wenn ihnen die Bezeichnung „Hobby“ oftmals nicht zusagt. Grund hierfür könnte sein, dass sie die Fotografie für sich nicht als Hobby verstehen, sondern als Passion. Zudem wird mit dem Begriff „Hobby“ heute oftmals was Antiquiertes verbunden. Schaut man sich jedoch die Definition von „Hobby“ auf Wikipedia an, so trifft diese auch heute noch den Nagel auf den Kopf. „Ein Hobby (deutscher Plural: Hobbys) ist eine Freizeitbeschäftigung, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig betreibt, die dem eigenen Vergnügen oder der Entspannung dient und zum eigenen Selbstbild beiträgt, also einen Teil seiner Identität darstellt.“

Welche Bezeichnung ist die treffendste

Eine Bezeichnung, die einige Fotobegeisterte gern für sich nutzen, ist immer wieder auch „Knipser“. Diese Gruppe fotografiert gerne, setzt sich jedoch weniger intensiv mit Fototechnik oder Bildgestaltung auseinander und produziert typischerweise Schnappschüsse. Zudem, so ist zu hören, sieht diese Gruppe ihre Fotografien selbst auf einem deutlich niedrigeren Level. Das zum Einsatz kommende Fotoequipment lässt ihrer Ansicht auch nicht zu, sich auf eine Stufe mit Amateurfotografen oder Hobbyfotografen zu stellen. Der Ausdruck „Knipser“ wird übrigens auch gern von engagierten Fotoamateuren mit einer negativen Konnotation verwendet, um sich von deren fotografischer Anspruchslosigkeit klar zu distanzieren. Dies ist sicherlich auch mit der Grund dafür, warum der Ausdruck „Knipser“ oftmals sehr negativ belegt ist.

Dann gibt es noch den Begriff Fotoamateur beziehungsweise Amateurfotograf. Mit diesem heben sich Fotobegeisterte klar von Profifotografen ab, die mit der Fotografie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Im Grunde führt der Fotoamateur/Amateurfotograf eine Tätigkeit aus, die weder objektive Qualitätskriterien erfüllt und die nicht der Sicherung des Lebensunterhaltes dient. Eine Grauzone gibt es jedoch zunehmend, denn durch die Optionen, die beispielsweise das Internet und mit ihm die Social Media Kanäle bieten, sind die Einnahmen mitunter nicht unerheblich. Nicht jeder, der allerdings dort beispielsweise einen Blog betreibt fühlt sich als Fotoamateur/Amateurfotograf, sondern als Blogger.

Smartphonefotograf ist ein Begriff, der verstärkt anzutreffen ist. Damit wird zum Ausdruck gebracht, mit welchem Aufnahmegerät man unterwegs war/ist. Ganz neu ist es übrigens nicht, das Aufnahmegerät mit in den Begriff aufzunehmen – denken wir hier nur an den Spiegelreflexfotografen. Aber im Zusammenhang mit Kameras wird zunehmend weniger Gebrauch davon gemacht. Das leuchtet auch ein, denn eine Bezeichnung wie „kompakt Systemfotograf“, „kompakt Systemkamerafotograf“, „Kompaktkfotograf“ oder „Kompaktkamerafotograf“ ist schon wenig geschmeidig.

Schubladendenken, und dies verbirgt sich auch bei den hier aufgeführten Begrifflichkeiten, ist nicht förderlich, auch für das eigene Selbstverständnis. Wir benutzen gern den Ausdruck Fotobegeisterte. Dieser klassifiziert nicht und steht zugleich für den Spaß an der Fotografie. Eine Schwachstelle gibt es allerdings, denn der Begriff Fotobegeisterte schließt neben den Fotoaktiven auch all jene mit ein, die eventuell selbst nicht Fotografieren und nur Bildgenießer sind.

Aufgegriffen 03 / 2017

1 Kommentare

Interessante Frage und Aspekte. Öffnet einem die Augen um Umgang mit anderen Fotoverrückten.

Bruno

von Bruno
30. März 2017, 13:05:15 Uhr

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