Buchhaltung für Fotografen die ihre Dienstleistung anbieten und/oder Bilder verkaufen

Wenn man mit seiner Tätigkeit als Fotograf Geld verdienen möchte – egal ob als Freiberufler, (nebenberuflich) Selbstständiger oder zum Beispiel mit einem eigenen Fotostudio – muss man neben der eigentlichen Tätigkeit auch seine Buchhaltung immer im Griff haben.

Buchhaltung für Fotografen die ihre Dienstleistung anbieten und/oder Bilder verkaufen

Fotografieren mit und ohne Gewerbe

Das Finanzamt überprüft, ob die Tätigkeit als Fotograf künstlerischer oder gewerblicher Natur ist. Zur gewerblichen und handwerklichen Fotografie zählen unter anderem Portrait-, Bewerbungs-, Pass- oder Hochzeitsaufnahmen. In diesem Fall hat man die klare Absicht, Gewinn zu erzielen, und man muss ein Gewerbe anmelden sowie Einkommens- und Gewerbesteuer, aber keine Umsatzsteuer abführen. Anders sieht es aus, wenn man seine Fotos als Kunst oder im Sinne der Bildberichterstattung verkauft. Dann übt man eine freiberufliche Tätigkeit aus und muss kein Gewerbe anmelden. Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende, welche nicht im Handelsregister stehen, kommen in den Genuss einer vereinfachten Buchführung. Bei dieser Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) vergleicht man die Einnahmen mit den Ausgaben und errechnet den am Jahresende zu versteuernden Gewinn. Allerdings dürfen dabei der Jahresumsatz 500.000 € und der Gewinn 50.000 € nicht überschreiten. Als Hobbyfotograf, der sich nebenbei geringe Beträge im Sinne einer Aufwandsentschädigung dazuverdient, kann man diese in der Steuererklärung als Nebenverdienst ausweisen. Wenn hier keine konkrete Gewinnabsicht vorhanden ist, muss man kein Gewerbe anmelden. Allerdings kann man benötigtes Equipment dann nicht steuerlich geltend machen.

Tipps für die Buchhaltung

Sobald man mit der Fotografie Geld verdient, sollte man sich ein separates Geschäftskonto zulegen. Das sorgt für organisatorische Erleichterung. Die Kosten für beispielsweise Versicherungen, Equipment, Anfahrten, Werbung sowie eventuelle kleine Barausgaben gehen von diesem Konto ab. Es ist wichtig, einen umfassenden Überblick über die eigenen Finanzen zu haben. Das kann unter Umständen eine komplexe Aufgabe sein. Spätestens wenn man komplett selbstständig oder freiberuflich arbeitet, ist es lohnenswert, sich ein professionelles Buchhaltungs-Programm zuzulegen. Damit erfasst man seine Einnahmen bzw. Ausgaben und verschickt Rechnungen sowie Mahnungen. Zudem kann man eine monatliche Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) vornehmen. Ein solches Tool kostet zwar Geld, hilft aber, Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Ein sehr übersichtliches Programm ist die speziell auf Fotografen zugeschnittene Buchhaltungssoftware von lexoffice. Damit kann man zusätzlich Belege einscannen und Kundendaten verwalten. Eine praktische Cloud-Lösung ermöglicht den Zugang von unterwegs. Sollten weiterhin Fragen offen sein, holt man sich am besten Hilfe vom Steuerberater, denn Fehler in der Buchhaltung können teuer enden.

Betreibt man zum Beispiel ein Fotostudio und beträgt der Jahresgewinn mehr als 60.000 €, kommt man um die doppelte Buchführung nicht herum. Sie dient der Auflistung der Geschäftsvorgänge und der Darstellung der eigenen wirtschaftlichen Situation. Das bedeutet, dass man jeden Buchungsvorgang auf einem aktiven Sollkonto und einem passiven Habenkonto erfassen muss. Das gilt auch für Buchungen, die innerhalb der eigenen Geschäftskonten stattfinden. Dies sorgt, verglichen mit der Einnahmen-Überschuss-Rechnung, zwar für Mehraufwand, hilft aber dabei, Unstimmigkeiten in der Buchhaltung schnell aufzudecken. Hat man Angestellte, wird die Buchhaltung zunehmend komplexer. Denn man muss Lohn- sowie Gehaltsabrechnungen für die Mitarbeiter erstellen und dabei einiges berücksichtigen; unter anderem die jeweiligen Lohnsteuerklassen, Krankenkassenbeiträge sowie betriebliche Altersvorsorge. Damit sich keine unnötigen Fehler einschleichen und die Lohnunterlagen immer vollständig sind, ist eine professionelle Software empfehlenswert. Ein einfach bedienbares Tool ist beispielsweise Lexware lohn+gehalt 2018, welches sich für Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern eignet. Ein solches Programm hat den Vorteil, dass es bei buchhalterischen Aufgaben Zeit spart und auch die Datenübermittlung an Steuerberater oder Finanzamt übernimmt.

Aufgegriffen 12 / 2017

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden