Das gedruckte Bild entschleunigt - Interview mit dem Fotograf Stefan Arand

Restauration © Stefan Arand Bildgalerie betrachten Restauration

Die digitale Fotografie hat zahlreiche Türen für Fotobegeisterte geöffnet. Lange Zeit stand im Zusammenhang mit dem kreativen Schaffensprozess vornehmlich alles rund um die Aufnahme im Mittelpunkt der Betrachtung. Doch damit ist seit geraumer Zeit Schluss. Immer mehr Anwender erkennen, dass dies nur ein Baustein in der Fotografie ist und sich der Schaffensprozess bis zum Ausdruck fortsetzt. Das gedruckte Bild erlebt mehr als nur eine Renaissance. Immer mehr Fotografen erkennen für sich, dass man nur so der flüchtigen digitalen Bilderwelt entfliehen kann. In der Fotografie geht es nicht nur ums Sehen, sondern auch ums Fühlen. Der Druck, und hier insbesondere Fine Art-Printing, schafft einzigartige Seherlebnisse und kann als fester Bestandteil des künstlerischen Gesamtwerks bezeichnet werden.

Meilensteine hat Epson im November 2003 gesetzt, als offiziell das Digigraphie® Programm ins Leben gerufen und als Qualitätszeichen beim französischen nationalen Institut für industrielle Marken (INPI) sowie beim Institut für europäischer Marken (OHIM) eingetragen wurde. Im Rahmen einer Interviewreihe rund um die Digigraphie hat Epson mit Fotografen und Digigraphie-Künstlern über ihre Arbeit, aktuelle Lieblingsprojekte, über digitale und gedruckte Bilder gesprochen. Diese Interviews – wie das nachstehende mit Stefan Arand geführte – sind es, die viel nachvollziehbarer machen, was Fine Art-Printing, und hier insbesondere die Digigraphie, auszeichnet.

Stefan Arand, Fotograf aus Düsseldorf und Neuss, fotografiert seit seiner Schulzeit. Bevor er sich ganz der Fotografie-Kunst widmete, absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung und studierte u. a. Philosophie, Mathematik und Sport auf Lehramt. Nach seinem Studium gründete er mit seinem Schwager eine Agentur und fing nebenbei an seine Fotoprojekte auszuweiten. Heute widmet er sich diesen den Großteil seiner Zeit. Arand gewann den Epson Digigraphie-Wettbewerb 2017 beim Fotofestival „horizonte zingst“. Im Rahmen der Präsentation erhielt Arand das Angebot eine Einzelausstellung in Zingst zu zeigen. Er entschied sich für „Forgotten Places“. Hier geht es um ehrliche Orte, um Orte mit Charakter. Arand interessiert die Natürlichkeit von Umgebungen. Was er zudem schätzt, ist die Ruhe an diesen Orten. In der heutigen Zeit wird oft vergessen, dass durch Ruhe viel Energie frei werden kann – kreative Energie. Ruhe gibt Raum zum Reflektieren. Dieser Raum geht heutzutage immer mehr verloren. Die Vergessenen Orte sollen den Blick in diese Räume wieder öffnen.

Stichwort: Digitale Bilder sind überall. Wie digital arbeiten sie und welchen Wert hat für Sie ein gedrucktes Bild?

Ich habe eine ganz klare Meinung: Bilder, die man nicht anfassen kann, existieren nicht. Alle Bilder, die auf einem Bildschirm gezeigt werden – sei es ein PC, ein Smartphone oder ein Tablet – sind Illusionen. Das sind einfach Pixel, die verschiedenen hell leuchten. Diese Bilder gibt es nicht. Es sind bloß flüchtige, kalte Illusionen.

Ein Bild, das an der Wand hängt, kommuniziert auch räumlich mit uns. Ich kann mit Bildern handwerklich arbeiten, indem ich zum Beispiel unterschiedliches Papier verwende und die Art der Kaschierung und Rahmung mit in den Gestaltungsprozess einbinde. Das ist am Bildschirm nicht möglich. Hinzu kommt, dass ein Foto auf jedem Bildschirm anders aussieht. Ich sehe die Fotografie als Handwerk – vom Fotografieren selbst bis zum finalen Bild. Der Prozess ist erst abgeschlossen, wenn das Foto an der Wand hängt. Dann ist es ein Werk: Man kann es sehen, anfassen und sogar riechen.

Ein physisches Bild kann man an verschiedene Wände hängen, denn es wirkt an jeder Stelle anders. Es interagiert mit Raum und Licht und wird zu einem Teil davon.

Ein gedrucktes Bild entschleunigt. Eine Eigenschaft, die in der heutigen Zeit oft fehlt. Auch bei der Fotografie selbst erlebe ich das. Wenn ich manchmal tagelang an der gleichen Stelle ein Foto mache, bin ich ganz an diesem Ort.

Wie setzen Sie die Digigraphie in Ihrer täglichen Arbeit ein?

Für mich ist die Digigraphie Teil meiner Arbeit. Seit vielen Jahren nutze ich Epson Drucker. Es ist für mich vor allem ein handwerkliches Label. Ich besitze einen 44-Zoll-Drucker von Epson, mit dem ich so viele meiner Werke wie möglich selbst ausdrucke. Das ist mir am Liebsten. Mittlerweile benutze ich auch oft und gern das Papier von Epson, weil mir das Material gefällt. Das Digigraphie-Label ist für mich ein Qualitätsversprechen von Epson an mich.

Gibt es ein neues Fotografie-Projekt an dem Sie gerade arbeiten?

Mein nächstes Fotografie-Projekt startet im November. Das ist wirklich sehr spannend für mich, denn dafür reise ich nach Kambodscha. Mehr darf ich Ihnen zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht verraten.

Die Ausstellung „Forgotten Places“ von Stefan Arand in der Epson Digigraphie-Galerie in Zingst findet noch bis zum 22. Januar 2018 statt.

Zur Digigraphie

Epson bietet mit der Digigraphie ein Gütesiegel, das Künstlern, Galerien, Museen und Kunstsammlern Qualität und Sicherheit bei Kunstwerken garantiert. Digigraphie beschreibt dabei ein zertifiziertes Verfahren für den digitalen Kunstdruck. Digitale Werke wie z. B. Fotografien werden unter strengen einheitlichen Produktionsstandards in limitierter Auflage gedruckt und durch den Künstler legitimiert. Mit der Epson Digigraphie wird sichergestellt, dass Kunstwerke in naturgetreuer Qualität und mit einer Lebensdauer von bis zu 100 Jahren ausgegeben werden. Indem der Künstler jedem einzelnen Druck mit Hilfe eines speziellen Prägestempels ein Gütesiegel verleiht, ihn nummeriert, signiert und damit autorisiert, erhalten Kunstliebhaber die Gewissheit, dass es sich bei ihrem Kauf entweder um ein vom Künstler gefertigtes Werk oder um eine autorisierte Reproduktion auf höchstem Niveau handelt. Auf diese Weise lassen sich Plagiate ausschließen.

Das Digigraphie-Verfahren, hat sich seit der Einführung im Jahr 2003 zu einem weltweiten Qualitätsstandard entwickelt. Angeboten wird „Digigraphie by Epson“ mittlerweile in ausgewählten Laboren in über 40 Ländern.

Änderungen vorbehalten.

Aufgegriffen 11 / 2017

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