Sterben Familienbilder aus? - Wir rufen zum Familienbild auf!

© Fotograf: Andreas Bobanac, Zahn der Zeit, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Andreas Bobanac, Zahn der Zeit, Blende-Fotowettbewerb
Wie eine vom Fotobuchhersteller Albelli 2015 in Auftrag gegebene Umfrage, an der 2.000 Briten teilnahmen, für Großbritannien ergab, bedauerten 60 Prozent der Befragten, dass sie keine aktuellen, sondern nur ältere Aufnahmen von ihren Eltern besitzen. Vier von fünf Briten äußerten sich dahingehend, dass Familienfotos für sie eine hohe Wertschätzung genießen. Für Deutschland gibt es leider keine vergleichbare Umfrage. Aufgrund des Ergebnisses haben wir uns und unser Umfeld hinterfragt und dies lässt uns aufschrecken. Auch hier in Deutschland scheint es diesen Trend zu geben, dass die Familie oftmals nicht mehr so stark im fotografischen Fokus steht. Geht man in die Analyse, so hängt dies auch mit dem Alter der Beteiligten ab. Für Familien mit Kindern sind Familienfotos eine Selbstverständlichkeit. Die Auslöser steht quasi in der Kleinkindphase nicht still – mit jedem Lebensalter, so unsere kleine, interne Umfrage, geht die Anzahl der gemachten Aufnahmen zurück. Spätestens wenn der Nachwuchs flügge wird, dann gibt es einen Schnitt. Dies hängt, so unsere Einschätzung, sicherlich auch unmittelbar damit zusammen, dass sich die Wege zunehmend trennen. Urlaube werden weniger intensiv in der Familie gelebt und beispielsweise auch ausbildungstechnisch stehen oftmals Wohnortwechsel an – man verlebt dementsprechend nicht mehr so viel Zeit innerhalb der Familie. Man kommt zwar hier und da zusammen – fotografiert, so unsere kleine interne Umfrage, wird aber vorwiegend zu besonderen Anlässen, wie Geburtstag, Festen, wie Weihnachten, oder aber wenn jemand aus der Familie heiratet. Das erachten wir als klar zu wenig, denn sind es nicht auch die Alltagsbilder, die unsere Fotobücher/-alben erst visuell zum Highlight werden lassen?

Willi Meier, Vor ca. 2 Jahren, habe ich Vater Bruder und dessen Sohn auf einem Foto zusammen gebracht, trotzdem sie nicht zugleich anwesend waren
Heute rufen wir zum Familienbild auf, denn wir sollten es nicht so weit kommen lassen, dass – wie nach der Studie von Albelli – ein Drittel aller Befragten angibt, in den vergangenen zehn Jahren kein einziges Foto mit den Eltern aufgenommen zu haben. Familienbilder sind wichtige Zeitdokumente. Wir sollten alles daran setzen, unsere eigene Familie nicht aus dem fotografischen Blickpunkt zu verlieren – zu keiner Zeit lässt sich dies mehr revidieren.

Wann haben Sie das letzte Familienbild aufgenommen? Lassen Sie keine Zeit verstreichen und auch wenn die Familie nicht komplett ist, so sollte der Auslöser nicht stellstehen. Statt uns dem wachsenden Selfiewahn hinzugeben, sollten wir intensiver daran denken, unsere Familie und dementsprechend die Personen, die sie ausmachen, zu fotografieren.

Aufgegriffen 11 / 2015

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3 Kommentare

Hallo Herr Meier, leider gibt es keine Funktion, Ihre Aufnahme zu dem Beitrag hochzuladen. Sie können uns diese aber als Mail über info@prophoto-online.de zusenden und wir setzen sie dann zu diesem Beitrag mit Ihrem Namen.

von Prophoto-Team
04. November 2015, 16:41:55 Uhr

Da ich eine Kamera eigentlich immer dabei habe, fotografiere ich beim Besuch meines Elternhauses auch regelmäßig Familienmitglieder. Für die komplette Familie gibt es schlicht und ergreifend zu wenige Tage, an denen alle zusammen kommen. Vor ca. 2 Jahren, habe ich Vater Bruder und dessen Sohn auf einem Foto zusammen gebracht, trotzdem sie nicht zugleich anwesend waren. Kann ich das Foto hier irgendwo zeigen? Über die Kommentarfunktion funktioniert das leider nicht. :/

von Felix Friedrich Willi Meier
04. November 2015, 16:27:30 Uhr

Die Untersuchung hat mich wachgerüttelt. Ich fotografiere meine Familie eher weniger weil ich sie immer um mich herum habe. Danke für den Beitrag der mir die Augen geöffnet hat.

von Elisabeth M
03. November 2015, 07:41:09 Uhr

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