Das eigene Foto als Wandschmuck: Wie findet man die richtige Größe?

„Augmentend reality“ (AR) liefert eine gute Vorschau

Wandschmuck © CEWE
Quelle: Cewe

Individualität in den eigenen vier Wänden steht heute ganz hoch im Kurs. Fotografien vom letzten Urlaub, einer kürzlichen Fototour oder vom Besuch eines Fotoseminars bieten sich perfekt dafür an. Doch wer erstmalig seine eigenen Aufnahmen ganz groß als Vergrößerung herausbringen möchte, der fragt sich, was wohl die perfekten Abmessungen dafür sind. In der Praxis stellt sich nämlich oftmals schnell heraus, dass man sich mit der Größe vertuen kann. Nachstehend einige Tipps, wie man die ideale Größe für Poster, Leinwände, gerahmte Fotos oder Alu-Dibonds findet.

Ein Schritt nach dem anderen

Soll ein Wandschmuck mit eigenem Foto her, dann muss man sich zunächst für ein bestimmtes Format – also Hoch, Quer, Quadratisch, Panorama – entscheiden. Worauf die Wahl fällt hängt vom Motiv aber auch von den persönlichen Vorlieben und vom Platz an der Wand ab, der einem zur Verfügung steht. Hing bisher an dem gewünschen Ort noch kein Bild, dann ist zunächst einmal Messen angesagt. Bewaffnet mit Zollstock oder elektronischem Messgerät gilt es zunächst einmal den maximal verfügbaren Platz zu ermitteln.

Fehler vermeiden: Wandschmuck nicht zu groß oder zu klein wählen

In der Regel sollte man diesen jedoch nicht komplett mit einer Fotovergrößerung ausfüllen, denn sonst wirkt das Bild gequetscht. Erst der sogenannte Weißraum um den Wandschmuck schafft eine Bühne und lässt eine Aufnahme wirken. Der Raum um das Foto darf dabei durchaus insgesamt die Größe des Bildes einnehmen. Plant man den Wandschmuck z.B. in einer Breite von 80 Zentimetern, dann sehen 40 Zentimeter Randabstand pro Seite in der Regel durchaus noch gut aus.

Zu klein sollte eine Fotovergrößerung umgekehrt aber auch nicht sein, denn sonst wirkt sie verloren – ein bisschen so wie eine pompöse Fanfare nach deren Ertönen ein Zwerg aus einem großen Schlosstor tritt. Hat man viel Platz aber kein Foto für eine entsprechende Vergrößerung, so hat man die Optionen, mehrere kleinere Aufnahmen als Wanddekoration zu kombinieren. Doch Achtung, denn Harmonie sollte gegeben sein indem man sich für eine Ausführung, wie zum Beispiel Alu-Dibond oder gerahmt, entscheidet. Mit den Formaten kann man ruhig spielen – das sorgt für mehr Abwechslung und macht die Fotowand in den meisten Fällen auch visuell ansprechender.

Simulation des zukünftigen Wandschmucks mit App und Augmented Reality

Wandbildsimulator © Pixum
Quelle: Pixum

Für alle, die über ein Smartphone verfügen, gibt es mittlerweile eine wertvolle Hilfe zur Größenfindung: Spezielle Apps von bekannten Fotoservices bieten die Möglichkeit, sich den gewünschten Wandschmuck per „Augmentend reality“ (AR) in einer Art Vorschau an der eigenen Wand anzuschauen. Zunächst muss man dazu in der Regel noch einen QR-Code ausdrucken und an die gewünschte Wandbild-Position heften. Aber neueste AR-Apps wie Ikeas Place zeigen, dass es in Zukunft vermutlich auch ohne gehen wird. Dann hält man nur noch die Kamera des Smartphones vor die eigene Wand.

Die App montiert dann live in dieses Bild den ausgewählten Wandschmuck schon in der Zielgröße. Man kann sich so einen guten Eindruck von der späteren Wirkung verschaffen. Dabei wird auch deutlich, ob ein auffälliges Tapetenmuster oder andere bereits im Raum befindliche Farben den Bildeindruck stören. Praktischerweise sind die Apps in der Regel kostenlos in den AppStores unter Begriffen wie „Wandbild Simulator“ zu finden, so dass man leicht ausprobieren kann, ob man damit zu Recht kommt.

Technische und gestalterische Qualität prüfen

Vor der Beauftragung gilt es zu ermitteln, ob die gewünschte Aufnahme eine entsprechende Vergrößerung überhaupt hergibt. Eine alte Fotografenweisheit besagt zwar, dass ein gutes Bild gar nicht groß genug gezeigt werden kann. Mangelt es der Aufnahme jedoch an gestalterischer oder technischer Qualität, dann fällt das in groß auch deutlich stärker auf. Daher der Rat, die Schärfe in der 100%-Ansicht an einem möglichst großen Monitor zu prüfen. Auch sollte man schauen, ob die Schärfe auf den bildwichtigen Bereichen liegt. Bei Personen sind das Gesicht und darin vor allem die Augen relevant.

Vor allem bei Smartphone-Fotos älterer Geräte ist auch die Auflösung zu prüfen. Großformate werden zwar in der Regel nicht mit der für Fotobücher üblichen Auflösung von 300 dpi gedruckt, sondern nur mit 75 bis 100 dpi, dennoch müssen etwa für eine Fotovergrößerung in einem Meter Breite bei 75 dpi noch knapp 3.000 Pixel vorhanden sein. Praktischerweise prüfen die allermeisten Fotoservices auf eine ausreichende Auflösung bei der Bestellung und warnen bei Unterschreitung. Es ist sehr zu empfehlen, diese Warnungen ernst zu nehmen und lieber eine geringere Größe oder eine andere Aufnahme zu wählen, denn gerade einen Wandschmuck hat man meist jahrelang im Blick und sollte sich dann nicht ständig ärgern. Wer ganz sicher gehen will, sollte vor der Beauftragung eines großen teureren Wandbildes etwa als GalleryPrint eine preisgünstige Poster-Variante herstellen lassen.

Aufgegriffen 05 / 2018

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