Fotografie und Emotionalität - Resultat des kollektiven Bildgedächtnisses

Bilder sind die Sprache die jeder versteht. Bilder sind es, die Sehnsüchte wecken, die uns träumen lassen, die uns informieren, die uns Unbekanntes erschließen, die Erinnerungen festhalten, die uns aufrütteln, die uns mahnen, die uns abschrecken, die dokumentieren, die werben, die sichtbar machen was oftmals unseren Augen verborgen ist. Jedes Bild für sich vermag oftmals mehr als 1.000 Worte zu sagen und fesselt uns auf den ersten Blick. Jedes Bild steht für Emotionen – und die Fotografie steht für Emotionalität. Diese ist nur so wenig greifbar und kommt deshalb oftmals augenscheinlich so banal daher. Sich über Emotionalität gefühlsecht im Zusammenhang mit der Fotografie auszulassen ist herausfordernd und strenggenommen eigentlich nicht möglich – dafür haben wir letztendlich die Fotografie und die Bilder, die sie hervorbringt. Aber nur wenn wir über ein Bildgedächtnis verfügen, dass in uns Erlebtes freisetzt, dann kann im Zusammenhang mit der Fotografie von Emotionalität die Rede sein.

Burger

Obwohl es stimmt, wirkt es oftmals so abgedroschen, wenn in der Fotografie von Emotionalität die Rede ist. Bilder vermögen nicht alle gleichermaßen fesseln und identische Gefühlsäußerungen hervorzurufen. Doch woran liegt dies? Es sind die Erinnerungen, die ganz persönlichen, die die Emotionalität eines jeden von uns wachrütteln oder eben auch nicht. Nehmen wir die Aufnahme eines Hamburgers – diese spricht theoretisch all unsere Sinne an, lässt das Wasser im Munde zusammenfließen, setzt Gerüche frei, macht Lust darauf und erinnert uns an den Augenblick, als man ihn beispielsweise genüsslich auf einer Terrasse in der untergehenden Sonne gegessen hat. Gehören wir allerdings zu denjenigen, die zuvor noch nie mit einem Hamburger in Berührung gekommen sind, so wird uns die Aufnahme vom Hamburger nicht tangieren und dementsprechend keine Emotionalität wecken. Emotionen sind aber nicht nur positiv belegt. Ist die Aufnahme eines Hamburgers mit einer negativen Erinnerung belegt, so wird sich dies entsprechend in den ablehnenden Emotionen äußern, die bei Betrachtung der Aufnahme freigesetzt werden.

Fazit:

Ohne Erinnerungen, ohne das kollektive eigene Bildgedächtnis, ohne das Spiel mit diesem und den Erinnerungen funktionieren die emotionalen Botschaften in Bildern nicht. Dies ist schlussendlich der Grund dafür, warum Fotografien jeden einzelnen von uns emotional so unterschiedlich ansprechen.

Aufgegriffen 03 / 2017

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1 Kommentare

irgendwie logisch aber ohne den Beitrag wäre ich so nicht draufgekommen. Ihr habt mal wieder meinen Horizont erweitert. Danke Kati

von Kati
03. März 2017, 15:48:32 Uhr

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