Fotografie - Gibt es das eine Lieblingsbild

© Fotograf: Alfred Preuß, Anpfiff, Anschiss, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Alfred Preuß, Anpfiff, Anschiss, Blende-Fotowettbewerb
Heute gehen wir der Frage nach, ob es das eine Lieblingsbild geben kann, für das man quasi bereit ist, einen Millionenbetrag auf den Tisch zu legen, wenn es von jetzt auf gleich im Datendschungel abhandengekommen wäre und man jemanden für die Wiederbeschaffung beauftragen müsste. Inspiriert zu dieser Frage wurden wir durch Anne Backhaus und ihre Interview-Reihe bei SPIEGEL ONLINE „Eins aus tausend“. Für uns absolut erstaunlich gibt es tatsächlich Menschen, die sich auf ein einziges Lieblingsbild festlegen können. Uns ist das nicht möglich – sind wir Bildermessis oder ist diese Tatsache unserem Lebensalter geschuldet? Nun, wohlwollend zu uns verneinen wir beides. Bei unserem Fundus von Zigtausend Aufnahmen kommen wir so über den Daumen auf wenigstens 100 Bilder, auf die wir um alles in der Welt niemals verzichten wollten. Je länger wir über unsere Lieblingsbilder nachdenken, je mehr steigt deren Anzahl und wir sehen sie förmlich alle vor uns. Hier machen wir für uns die Entdeckung, dass es vorwiegend die Aufnahmen sind, die wir zu Papier gebracht haben. Sie entstammen aus den unterschiedlichsten Jahren und bei 98 Prozent unserer Lieblingsbilder sind darauf Menschen zu sehen. Diese haben uns in unserem Leben eine Zeit lang begleitet oder tun dies zum Teil auch heute noch. Während wir uns so hinterfragen, stellen wir für uns schnell fest, dass gerade Fotografien von Menschen, die uns an Herz gewachsen sind und die nicht mehr unter uns weilen, für uns von besonderer Bedeutung sind. Vor allem die allerletzte Aufnahme von ihnen, auch wenn diese möglicherweise nicht perfekt ist, würden wir um nichts auf dieser Welt hergeben wollen. Dabei machen wir die Feststellung, dass wir Menschen, die uns mitunter tagtäglich begleiten, aus fotografischer Sicht oftmals aus dem Fokus verlieren. Zu selbstverständlich ist wohl der regelmäßige Umgang mit ihnen. Dabei vergessen wir vollkommen sie zu fotografieren. Wir scheinen nicht an den Moment zu denken, wenn das Leben uns einen Strich durch die Rechnung macht. Die Frage von Anne Backhaus nach dem einen Lieblingsbild hat uns dahingehend wachgerüttelt, dass wir bei Menschen, die uns wichtig sind, nun wieder häufiger den Auslöser betätigen werden. Da wir uns auf ein Lieblingsbild nicht festlegen können, werden wir als Momentaufnahme unsere Lieblingsbilder in einem Fotobuch vereinen – so haben wir sie immer alle beisammen.

Haben Sie ein Lieblingsbild und könnten Sie auf alle anderen Aufnahmen verzichten?

https://instagram.com/einsaustausend/

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/erinnerungsfoto-von-opa-private-handybilder-a-1043791.html

Aufgegriffen 11 / 2015

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3 Kommentare

Das eine Lieblingsbild kann es für mich nicht geben. Ich habe ganz viele Lieblingsbilder und es kommen immer wieder Neue hinzu

von Tabea L
10. November 2015, 08:00:31 Uhr

auf ein Bild könnte ich mich niemals festlegen - ich habe ganz, ganz viele Lieblingsbilder

von Paula Rink
09. November 2015, 12:57:20 Uhr

Mit geht´s wie Ihnen: Unvorstellbar aus den vielen Lieblingsbildern ein einziges zu benennen. Dazu kommt, dass sich die jeweiligen Lieblinge auch im Zeitverlauf ändern. Wenn ich mir allein die Bilder meiner Patenkinder anschaue. Da kommt mindestens aus jedem Lebensjahr ein Lieblingsbild dazu - d.h. die Sammlung wächst ständig. Aber das ist ja auch das Schöne am Leben und der Fotografie: Es passiert immer Neues und Spannendes, das das Potenzial zum neuen Lieblingsbild hat.

von Petra Vogt
09. November 2015, 09:13:32 Uhr

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