Was ist bei Fotovergrößerungen von Smartphone-Bildern zu beachten

Alter des Smartphones ist ebenso entscheidend wie zum Beispiel das Material

Fotovergrößerung eines Smartphone-Bilds

Das Smartphone ist die „Immer-dabei-Kamera“. Es hat weltweit die Anzahl an Aufnahmen mit in die Höhe schnellen lassen. Auch wenn man sein Smartphone und damit seine Aufnahmen stets mit sich führt, so ist der Wunsch groß, von seinen Smartphone-Bildern Fotovergrößerungen anfertigen zu lassen, die einen in den eigenen vier Wänden umgeben oder verschenkt werden sollen. Doch die Frage, die sich viele stellen ist, ob sich Smartphone-Aufnahmen für Fotovergrößerungen jenseits des Postkartenformates eignen? Pauschal kann die Frage nicht mit ja beziehungsweise nein beantwortet werden.

Am recht kleinen und sehr brillanten Smartphone-Display sehen die Fotos in der Regel immer perfekt aus. Die Enttäuschung kann mitunter aber groß sein, wenn man seine Smartphone-Bilder als Fotovergrößerung groß ausdrucken lässt. Da wirken die Bilder auf einmal pixelig oder unscharf. Um sicher zu gehen, dass sich die Smartphone-Aufnahmen für eine Fotovergrößerung eignen, sollte man nachstehende vier Punkte im Blick haben.

  1. Alter des Smartphones
  2. Grad der Vergrößerung
  3. Gewünschten Material und Herstellungsverfahren
  4. Motiv

1) Das Smartphone selbst: Je neuer, je besser

Die Entwicklung der Kameramodule war bei Smartphones in den letzten Jahren sehr dynamisch. Immer besser gelingt es, den Minitatur-Sensoren vernünftige Bilder zu entlocken. Wer jedoch ein Smartphone der ersten Generation hat, wird selbst bei einem damals teuren Gerät meist wenig Freude an XXL-Fotovergrößerungen haben. Die Detailschärfe ist meist sehr gering und Abbildungsfehler, wie etwa ein Überstrahlen an den Kanten, kommen vor. Bei wenig Licht – und das kann schon ein bedeckter Tag sein – kommt es häufig zu Bewegungsunschärfe und starkem Rauschen. Selbst ein sehr preisgünstiges aktuelles Modell wird in den meisten Fällen deutlich besser abschneiden als ein Smartphone, das in die Jahre gekommen ist. Das gilt übrigens nicht nur in punkto Auflösung, sondern vor allem auch beim Rauschverhalten.

Bei Geräten einer Generation gibt es zwischen den verschiedenen Preisklassen deutliche Unterschiede. Aktuelle Spitzengeräte kommen in ihren Bildqualitäten heute je nach Bedingungen an Kompaktkameras heran oder übertreffen sie gar. Höherwertige Smartphones erreichen dies mit Qualitäts-Optik oder mehreren Linsen, die zusammengeschaltet werden. Eine wesentliche Rolle spielt auch die geräte-interne automatische Optimierung der Aufnahmen. Die beginnt bei einem Ausgleich sehr unterschiedlicher Helligkeiten (HDR) und reicht bis hin zu mehr oder weniger starkem Nachschärfen der Kanten.

Mit einem modernen Smartphone mit einem LEICA Kameramodul ist eine bessere Bildqualität zu erzielen, als mit einem älteren Smartphone-Modell. Foto: Huawei
Mit einem modernen Smartphone mit einem LEICA Kameramodul ist eine bessere Bildqualität zu erzielen, als mit einem älteren Smartphone-Modell.

2) Die Vergrößerungs-Wunschgröße: Je kleiner, je einfacher

Ob man ein Foto auf 20 × 30 Zentimeter vergrößert oder auf 30 × 40 Zentimeter spielt trotz des gering erscheinenden Unterschieds in den Kantenlängen eine große Rolle, denn die Fläche verdoppelt sich. Da sich die Aufnahmepunkte (Pixel) des Fotos über die gesamte Fläche verteilen müssen, spielt die Größe also eine entscheidende Rolle, ob eine Fotovergrößerung pixelig aussieht.

Es ist aber nicht nur der absolute Wert zu beachten, sondern ein weiterer wesentlicher Punkt ist der Betrachtungsabstand. Ein Fotobuch hält man in der Regel in der Hand und schaut auch mal sehr genau auf Details. Ein Poster an einer Wand betrachtet man dagegen eher auf Distanz und nimmt feinste Details nicht so stark wahr. Wandschmuck wird daher häufig mit einer geringeren Druckauflösung produziert als etwa ein Fotobuch. Da können dann auch Smartphone-Fotos, insbesondere von der aktuellen Gerätegeneration, noch mithalten.

3) Material und Herstellungsverfahren: Je strukturierter die Oberfläche umso besser

Womit wir bei der gewünschten Ausgabeart und damit beim Herstellungsverfahren sind. Für Wanddekorationen in groß gibt es mittlerweile ein sehr breites Angebot, das vom Poster bis hin zum Direktdruck auf Aluminium reicht. Je nach Untergrund sind die Herstellungsverfahren verschieden und verfügen über eine unterschiedlich feine Detailwiedergabe. Ein Leinwanddruck etwa erfolgt meist auf einem schon recht stark strukturierten Stoff und in der Regel als Direktdruck mit 75 bis 100 dpi. Ob feine Details im Smartphone-Foto enthalten sind oder nicht, spielt da weniger eine Rolle. Sie würden beim Herstellungsverfahren sowieso verloren gehen. Strukturierte Untergründe eignen sich also gut zum Kaschieren einer geringeren Qualität von Smartphone-Bildern. Umgekehrt sollte man hochaufgelöste Verfahren, wie die neuerdings angebotenen Ultra-HD-Drucke, vermeiden.

Einige Fotoservices optimieren Aufnahmen auch software-seitig (Interpolation) und erzielen so selbst bei geringerer Ausgangs-Auflösung von Smartphone-Fotos noch brauchbare Ergebnisse ohne Pixel-Treppchen. Allerdings kann keiner Detailinformationen dazu zaubern, die nicht im Bild enthalten sind. In der Regel prüfen alle Services beim Hochladen der Aufnahme, ob die Auflösung ausreichend für die gewünschte Zielgröße ist. Wird dabei eine Warnung ausgegeben – diese sollte man ernst nehmen.

4) Das Motiv: je mehr klare Linien, desto schwieriger

Je geometrischer ein Motiv ist und je mehr kleinteilige, klar abgrenzte Strukturen es enthält, desto stärker fallen technische Mängel auf. Eine Detailaufnahme der Masten und zahllosen Taue eines Segelschiffes etwa profitiert deutlich von der Aufnahme mit beispielsweise einer Spiegelreflexkamera. Umgekehrt spielt es bei einem Sonnenuntergang, bei dem sowieso alles in einander verwischt, kaum eine Rolle, ob die Auflösung gering ist oder nicht. Generell gilt, dass Smartphone-Aufnahmen bei wenig Licht in der Regel eine deutlich sichtbar geringere Qualität haben als solche von einer Kamera. Vor allem das Farbrauschen fällt bei einer starken Vergrößerung negativ ins Auge. Fotos bei Tageslicht dagegen sehen meist gut aus und eignen sich daher auch eher für starke Vergrößerungen.

Fazit: Vergrößerungen vom Smartphone

Smartphone-Bilder von Geräten der aktuellen Generation sind für Fotovergrößerungen grundsätzlich geeignet. Am Rande sei bemerkt: Das bedeutet jedoch nicht, dass die Smartphone-Kameramodule höherwertige Kameras ersetzen können. Kameras haben in vielerlei Hinsicht immer noch die Nase vorne – angefangen bei den vielfältigen Brennweiten bis hin zur Gestaltung mit Schärfentiefe durch die deutlich größeren Sensoren. Auch liefern moderne Geräte zuverlässig unter schwierigsten Bedingungen Aufnahmen, die selbst für Plakate hinreichend gut sind.

Aufgegriffen 06 / 2018

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