Kamerakauf: Urlaubszeit - Eine Neue Kamera muss her

Die Nachfrage nach Produkten wie Kameras unterliegt im Jahresverlauf Zyklen. Eine steigende Nachfrage ist alljährlich beispielsweise vor den Sommerferien auszumachen. Dies verwundert nicht, gilt die Kamera als das bevorzugte Aufnahmegerät im Urlaub. Zusätzliche Kaufanreize der Kamerahersteller steigern die schon hohe Kaufbereitschaft. Zielführend vor dem Kameraneukauf ist es, die Wünsche an das Aufnahmegerät zu präzisieren. Festzustellen ist, dass Anwender bei einer Kameraneuanschaffung mit dem ausgewählten Kameramodell in die nächste Liga aufsteigen möchten. Das erklärt auch, warum höherwertige Kameras eine verstärkte Nachfrage erfahren. Liegt der letzte Kamerakauf schon eine Weile zurück – die Kameranutzungsdauer liegt im Durchschnitt bei rund fünf Jahren – dann wird man feststellen, dass sich im Kameramarkt eine ganze Menge getan hat. Die Kameraklassifizierung in Action Cams, Kompaktkameras und Kameras für Wechseloptik (kompakte System- und Spiegelreflexkameras) ist gleich, doch gerade das Segment der Kompaktkameras ist heute anders aufgestellt als vor fünf Jahren.

Kamerakauf: Urlaubszeit - Eine Neue Kamera muss her

Heute sind die kleinen sowie robusten Action Cams nicht mehr wegzudenken. Das verwundert nicht, sind die Action Cams die perfekten Aufnahmegeräte zur Visualisierung unter anderem von sportlichen Aktivitäten wie Surfen, Mountainbike, Drachenfliegen, Fallschirmspringen etc. In Punkto Innovationen hat sich bei den Action Cams eine Menge getan. Die Fotofunktionalität wurde deutlich verbessert – so wird beispielsweise die Serienbildfunktion immer mehr zum Standard. Auch die Videofunktionen mit Zeitlupe, Zeitraffer und Loops haben an Umfang gewonnen. 360-Grad hält verstärkt Einzug – immer mehr Modelle sind hier anzutreffen. Gerade in Verbindung mit VR spielt die 360-Grad-Fotografie, die ein neuerliches Bilderlebnis schafft, ihre Stärke aus.

Mit Kompaktkameras assoziieren viele Nutzer nach wie vor sehr kleine Aufnahmegeräte für die Jackentasche mit einer geringen Anzahl an Kamerafeatures und in der Regel einem 3-Fach-Zoom. Solche Kompaktkameras gibt es nach wie vor, doch die Zahl der Modelle geht zunehmend zurück. Dies ist zum einen dem Smartphone geschuldet und zum anderen der Tatsache, dass Anwender bei ihrer Kameraneuanschaffung höhere Anforderungen an ihr Folgeaufnahmegerät stellen. Dies muss schlichtweg mehr können als die alte Kamera und das Smartphone. Die Kamerahersteller haben mit der sogenannten Premium-Klasse – also höherwertigen Kompaktkameramodellen – darauf schon vor geraumer Zeit reagiert. Größere Bildsensoren von einem Zoll oder gar APS-C-Format sind heute in der Kategorie der Kompaktkameramodelle ebenso anzutreffen wie lichtstarke Optiken, die mitunter einen extremen Zoombereich abdecken. Neben einer Vielzahl an Features wie beispielsweise den kamerainternen Filtern verfügen die Kameras über eine Vielzahl an Aufnahmeprogrammen. Zahlreiche Kompaktkameramodelle lassen bei all den Automatikfunktionen auch die manuelle Einflussnahme zu. In der Regel – aber nicht immer – sind die Kompaktkameras kleiner als die kompakten System- und Spiegelreflexkameras. Wer für seine Wander- und Stadttouren eine handliche Kamera sucht, der wird bei den Kompaktkameras pfündig.

In die Kategorie der Kompaktkameras fallen auch die Outdoorkameras. Markenzeichen dieser Kameras ist ihre Robustheit – sei es nun gegen Staub, Schmutz, Erschütterungen oder Wasser. Voraussetzung dafür ist ein versiegeltes Gehäuse, das – je nach Modell – sogar das Abtauchen bis zu hohen Wassertiefen gestattet. Konstruktionsbedingt sind dem Zoom klare Grenzen gesetzt, denn Objektivteile, die herein- und herausgefahren werden, gibt es bei diesen Kameras nicht. Outdoorkameras sind bestens für Kinderhände geeignet – gerade für kleine, die auch gerne mal etwas fallen lassen und wo der sorgsame Umgang noch nicht gelernt ist. Aber auch für Handwerker, die ihre Leistungen auf dem Bau dokumentieren sollten, sind Outdoorkameras ebenso eine gute Wahl wie für Bergsteiger, Strandbesucher oder wenn es auf einer Tour sehr regnerisch und matschig zugeht – diese Kameras sind quasi für alle nur denkbaren Lebenslagen konzipiert.

In der Klasse Kamera für Wechseloptik sind die kompakten System- und Spiegelreflexkameras gelistet. Diese Kameras zeichnet aus, dass je nach Genre das Objektiv gewechselt werden kann. Beide Kamerasysteme werden vielfach im sogenannten Kit (Kamerabody und Objektiv) zum Kauf angeboten. Die Begeisterung für Kameras für Wechseloptik ist groß, auch wenn dies aktuell die Absatzzahlen nicht wiederzugeben scheinen da sie rückläufig sind. Grund hierfür ist, dass der Absatz in den zurückliegenden Jahren auf einem Niveau war, das einzigartig und über allen Erwartungen lag. Selbst in den Hochzeiten der Analogfotografie und selbst nach der Wiedervereinigung hat man diese Absatzzahlen von über 1 Million verkaufen Kameras für Wechseloptik in einem Jahr nicht erreicht. Auch wenn die aktuellen Absatzzahlen nicht an die über 1 Millionenmarke reichen, so stellen diese Kameras für Konsumenten das Nonplusultra dar.

In der Regel fallen die kompakten Systemkameras kleiner aus als die Spiegelreflexkameras. Grund dafür ist, dass sie durch den fehlenden Spiegel kompakter gebaut sind. Zudem verfügen kompakte Systemkameras – sofern sie damit ausgestattet sind – über einen elektronischen Sucher, weil das Licht bei ihnen ohne Umwege (Spiegel) auf den Bildsensor fällt. Der große Vorteil des elektronischen Suchers liegt darin, dass man als Anwender alle Änderungen in den Einstellungen im Sucher sieht. Ein weiterer Vorteil ist, dass Zusatzinformationen wie beispielsweise „Fokus Peaking“ eingeblendet werden können. In der Regel können kompakte Systemkameras aufgrund des fehlenden Spiegels in Folge schneller auslösen als Spiegelreflexkameras.

Das Fehlen des Spiegels bedingt zugleich, dass Systemkameras deutlich schneller in Folge auslösen können als Spiegelreflexkameras, was sie insbesondere für die Sportfotografie interessant macht. Für Schlagzeiten sorgt gerade 4K und 6K das die Momentfotografie ebenso revolutionieren wird wie die immer schnellere Serienbildfunktion. Auch wenn sich rein äußerlich die Systemkameras mitunter gleichen, so unterscheiden sich ihre inneren Werte, sind die Kameras oftmals auf einen fotografischen Schwerpunkt getrimmt.

Spiegelreflexkameras sind in der Regel größer und schwerer als kompakte Systemkameras. Sie bieten mehr mit den sogenannten APS-C und Vollformatsensoren mehr Platz für größere Sensoren. Diese tendieren zu weniger Bildrauschen und haben einen größeren Dynamikumfang. Zahlreiche Kameramodelle bieten ein Mehr an zusätzlichen Tasten, Knöpfen und Einstellrädern was die Bedienung für den Anwender erleichtert. Das Objektivangebot der Spiegelreflexkameras ist aktuell noch umfangreicher als das für kompakte Systemkameras. Wie bei den kompakten Systemkameras so ähneln sich die Modelle rein äußerlich – die innere Ausstattung ist gerade im höherpreisigem Segment oftmals auf einen fotografischen Schwerpunkt getrimmt.

Warum überhaupt eine neue Kamera?

Auch, wenn die Innovationen im Kamerabereich heute in kleineren Schritten erfolgen, so sind sie erheblich auf die letzten drei bis fünf Jahre gesehen. War das Thema Bildrauschen vor drei Jahren noch ein zentrales, so liest man im Zusammenhang mit neuen Kameramodellen immer weniger davon. Von der Auslöseverzögerung ist heute ebenso keine Rede mehr. Aktuelle Kameramodelle sind Geschwindigkeitsweltmeister und mit Features ausgestattet, die es dem Anwender ermöglichen, sich neue fotografische Genres zu erschließen. Denken wir hier beispielsweise an die Astrofotografie ebenso wie an Lightpainting. Auch, wenn schon immer von guten Bildqualitäten die Rede war so hat diese nochmals eine Steigerung erfahren. Zukunftsweisende Features wie der kabellose Bilddatentransfer und die Kamerabedienung stellen einen deutlichen Mehrwert für den Anwender dar. Was aktuelle Kameras heute mehr zu bieten haben macht der Vergleich erlebbar.

Aufgegriffen 06 / 2017

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1 Kommentare

Ein persönliches Fototraining oder ein Fotowalk kann helfen, ganz individuell zu erkennen, welche Kamera oder welche Systemergänzung den eigenen Fotostil auf die nächste Stufe zu heben und dann im Fachhandel viel genauer zu erklären, was benötigt wird. P.S.: Ich kann da als Fototrainer bei Kaufüberlegungen zu helfen ;-) Gruß Rainer Freynhagen

Rainer  Freynhagen

von Rainer Freynhagen
14. Juni 2017, 07:40:45 Uhr

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