Lebensgefährliche Aktionen für ein Bild

© Fotograf: Annalena Hey, Auf dem Weg nach Irgendwo, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Annalena Hey, Auf dem Weg nach Irgendwo, Blende-Fotowettbewerb
Immer wieder ist von lebensgefährlichen Aktionen für das Bild oder gar mehrere Bilder zu lesen, wo Menschen sich unbewusst in Gefahr bringen, weil sie sich des Risikos, in das sie sich begeben, nicht im Klaren sind. Betrachtet man die geposteten Aufnahmen in sozialen Netzwerken wie Facebook oder beispielsweise Instagram, so scheint es den Akteuren in diesen Aufnahmen vielfach um die Emotionalisierung ihrer Freundschaften sowie den persönlichen Sehnsüchten zu gehen und nicht um den „Kick“ des lebensgefährlichen Abenteuers.

Wissenschaftler sprechen von einem jugendkulturellen Phänomen, das durch die sozialen Netzwerke gefördert werden würde. Aufnahmen mit vornehmlich zwei abgelichteten Personen sind vielfach Freundschaftsbekundungen und stehen dementsprechend für soziale Beziehungen. Eine besonders große Faszination als Fotolocation in diesem Zusammenhang geht von Bahnstrecken und ihren Gleisen aus. Diese haben eine besonders hohe Anziehungskraft gerade auf junge Mädchen, aber auch auf Personen jenseits der 20 Jahre. Die Schienen symbolisieren den Fluchtpunkt, der für Sehnsucht, Fernweh und Lebensweg steht. Die Akteure sind sich der Gefahren, die sie bei diesen Shootings eingehen, in diesen Momenten nicht bewusst. Auch Meldungen über Tote während der Fotoshootings auf Gleisanlagen scheinen keine abschreckende Wirkung zu haben, denn die Meldungen über Tote und Verletzte reißen nicht ab.

Für visuelle Freundschaftsbekundungen sollte man sich und andere niemals in Gefahren bringen. Es gibt auch andere wirkungsvolle Locations wie Feldwege oder der Sandstrand in der untergehenden Sonne. Hier macht man sich zudem nicht strafbar, denn das Betreten von Gleisanlagen ist schlichtweg verboten.

Aufgegriffen 10 / 2016

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