Miniprojektoren für den mobilen Foto- und Videospaß

Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen von Miniprojektoren?

Worauf sollte man beim Kauf von Miniprojektoren achten?

Beamer haben in der digitalen Imagingwelt unter anderem den Diaprojektor ersetzt und kommen beispielsweise dann bevorzugt zum Einsatz, wenn man seine Bilder und Videos in atemberaubender Größe präsentieren möchte. Ist von Beamern – auch vielfach als Projektor bezeichnet – die Rede, so assoziiert man mit ihnen eine gewisse Größe und Gewicht – also ein Gerät, das sich nicht einfach so in der Hosentasche verstauen lässt. Seit einiger Zeit sind kleine Vertreter, auch als Mini- oder Pocketprojektoren bezeichnet und vielfach nicht wesentlich größer als ein Smartphone, für den größerformatigen mobilen Foto- und Videospaß, erhältlich. Ihre Leistungen sind bei ihrer Kleinheit erstaunlich – natürlich reichen die Präsentationsqualitäten nicht an die großen Vertreter heran. Das ist auch nicht unbedingt ihr Anspruch.

Mobiler Foto-Spaß im Esszimmer. Foto: Sony
Mobiler Foto-Spaß im Esszimmer.

Sei es auf einer Familienfeier, auf der Fotos gezeigt werden sollen, oder bei einem netten Abend mit Freunden auf einer Berghütte, ein Beamer erlaubt auch einer größeren Gruppe den bequemen gemeinsamen Blick auf Bilder und Videos. Miniprojektoren sind kaum größer als ein Smartphone, finden selbst in kleinen Taschen Platz und sind fast überall einsatzbereit, da sie mit einem Akku geliefert werden und nicht auf eine Steckdose angewiesen sind.

MiniBeamer oder Smartphone? Die Größen unterscheiden sich kaum noch. Wer es noch nicht erkannt hat: Rechts liegt der Projektor. Foto: Petra Vogt
MiniBeamer oder Smartphone? Die Größen unterscheiden sich kaum noch. Wer es noch nicht erkannt hat: Rechts liegt der Projektor.

Ein Mini-Beamer passt mitunter sogar in die Hosentasche. Foto: Linn Jäpel
Ein Mini-Beamer passt mitunter sogar in die Hosentasche.

Was kosten Miniprojektoren?

Sehr günstige Einsteigergeräte sind ab € 50,— erhältlich. Man sollte jedoch etwas tiefer in die Tasche greifen, denn ansonsten muss man Abstriche an der Präsentationsqualität machen. Die meisten Modelle, die sich in einer so niedrigen Preisrange bewegen, sind auch nicht für das Übertragen von Videos geeignet. Wer den Beamer auch ab und zu nutzen möchte, um einen Film anzuschauen und Wert auf mehr Qualität legt, sollte daher eher zu einem Modell ab 150 Euro greifen. Wer mehr anlegt, bekommt in der Regel eine bessere Leuchtkraft (dazu gleich mehr) und zusätzliche Funktionen – muss aber unter Umständen auch mehr Größe und Gewicht in Kauf nehmen. Generell gilt, dass die Minis dank LED-Technik wartungsfrei sind, also keine Lampe ausgetauscht werden muss.

Ein praktisches Zusatzfeature der meisten Geräte ist, dass sie drahtlos über Wifi mit Android und über Airplay mit Apple-Produkten mit Smartphones verbunden werden können, so dass die Bildershow oder der Film sehr unkompliziert gestartet werden können. Manche Mini-Beamer bringen sogar einen Kartenleser für SD-Speicherkarten mit.

Zu schön, um wahr zu sein?

Auf geringem Platz viel Foto- und Videospaß für wenig Geld zu erleben hört sich toll an – aber sind die Kleinen auch praxistauglich? In der Tat gibt es Mankos: An ihre Grenzen stoßen Mini-Beamer vor allem in taghellen Räumen. Oft sind die Bilder dann gar nicht richtig zu erkennen. Der „Pocket-Beamer“ ist daher nur mit Abdunkelung oder in den Abendstunden sinnvoll nutzbar. Wie viel Helligkeit ein Projektor mitbringt, kann man an der Lumen-Angabe ablesen. Ähnlich wie bei einer Glühbirne bedeutet eine höhere Zahl eine größere Helligkeit. In der Regel ist eine höhere Lumen-Zahl immer besser, allerdings auch teurer. Wer ein gut sichtbares Bild in einem hellen Raum übertragen möchte, sollte auf einen Mini-Beamer mit mindestens 500 Lumen zurückgreifen, 250 Lumen reichen aus, wenn der Projektor in einem dunklen Raum genutzt werden soll. Die meisten kleinen Beamer bringen jedoch nur zwischen 100 und 300 Lumen mit. Einsteigergeräte und ältere Modelle bieten sogar zum Teil sogar deutlich unter 100 Lumen. Das trübt den Fotospaß erheblich (siehe Abbildung).

Mit zu wenig Lumen und zu viel Licht im Raum sieht man kaum etwas vom Bild. Foto: Petra Vogt
Mit zu wenig Lumen und zu viel Licht im Raum sieht man kaum etwas vom Bild.

Wie sieht es mit der Projektionsgröße bei den Mini-Beamern aus?

Allerdings gibt es noch einen zweiten Faktor, der eine Rolle spielt: Je größer man das Bild projiziert, desto mehr Licht wird benötigt. Ähnlich wie bei einer Glühbirne, die große Schwierigkeiten hat mit wenig Watt den ganzen Raum mit Licht zu erhellen, ist es für einen Beamer mit wenig Lumen schwer, eine ganze Wand mit einem hellen Bild zu füllen. Beim Kauf ist auf die Projektionsgröße („maximale Bilddiagonale“) zu achten. Um die Leistungen wirklich beurteilen zu können ist es ratsam, sich Beamer im Live-Betrieb anzuschauen.

Zusammenfassend gilt also: Je größer die gewünschte Projektionsfläche ist und je heller der Raum, desto mehr Lumen werden benötigt. Für ein Bild in Flatscreen-TV-Größe bei Tageslicht oder ein eigenes Heimkino muss man zu einem Beamer mit ab 2.000 Lumen greifen. Kommt es einen auf den mobilen Foto- und Videospaß in der Gruppe auf einer Klassenfahrt oder beispielsweise beim Campingurlaub an, dann spielen die Mini-Beamer ihre Stärke aus, die meist übrigens geräuschlos funktionieren.

Wie sieht es mit der Auflösung und Schärfe bei Mini-Beamern aus?

Ein weiterer Punkt, den man im Blick haben sollte, ist der Schärfe-Eindruck des Bildes. Er ist indirekt abhängig von der Auflösung und dem Projektionsabstand: Je mehr Bildpunkte, desto schärfer wirkt das Bild. Je weiter die projizierten Bildpunkte auseinanderliegen, desto höher muss die Auflösung sein, damit das Bild noch scharf und nicht krisselig aussieht. Bei Mini-Beamern kann die Bildauflösung in der Regel noch nicht mit der der großen Projektoren mithalten, die meist Full HD (1.280× 800) liefern. Einsteigergeräte kommen nur auf 320×200 Pixel, die Mittelklasse auf 850 × 480 Pixel. Übrigens noch als Tipp am Rande: Auch bei Mini-Beamern gilt die Regel, dass der Schärfe-Eindruck bei sehr glattem Hintergrund (z.B. einer Tür) deutlich besser ist als etwa an einer Raufaser-Tapete.

Ein weiteres mögliches Manko: Farbmanagement und Akku

Professionelles Farbmanagement wird bei Mini-Beamern nicht angeboten. Wer seine Bilder mit optimalen Farben in knackiger Schärfe in groß projizieren möchte, muss auf einen Projektor der Profiklasse zurückgreifen und ist bei den Minis falsch. Ein weiterer möglicher Nachteil der Mini-Beamer ist die Laufzeit des Akkus. Hat man keine Möglichkeiten eine Steckdose anzuzapfen, dann sollte man eine externe Powerbank mitnehmen, um den Akku des Geräts wieder aufladen zu können.

Zusammenfassendes Fazit: Praktisch, macht Spaß aber nur für bestimmte Einsatzzwecke

Für eine wirklich professionelle Bildübertragung ist ein Mini-Beamer ungefähr genauso geeignet wie ein Smart zum Transport einer Fußball-Mannschaft. Mini-Beamer haben ihre Berechtigung und zwar dann, wenn es vornehmlich um den mobilen Foto- und Videospaß geht. Ratsam sind in jedem Fall Pocket-Beamer der Mittel- oder Oberklasse. Sie sind hinsichtlich der Bildqualitäten nicht nur leistungsfähiger sondern lassen auch das Abspielen von Videos zu.

Aufgegriffen 06 / 2018

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