Netzwerkfähige Kameras - Fremdzugriffe vermeiden

Netzwerkfähige Kameras - Fremdzugriffe vermeiden

Es gibt keine Situationen mehr in denen nicht irgendein Auslöser einer Kamera betätigt wird, um einen unwiederbringbaren Moment festzuhalten. Sei es die Präsentation des Schulranzens bei der Einschulung, der Kuss eines Paares im Riesenrad, das Auspacken von Geschenken zu Weihnachten, der Ringtausch bei der Hochzeit oder die Kollegen beim Klettern im Hochseilparcours. Fotos und Videos werden schnell in sozialen Netzwerken geteilt oder unkompliziert in der Cloud abgelegt, sodass der Bekanntenkreis darauf zugreifen kann. Immer mehr Hobbyfotografen und Amateurfilmer greifen dafür auf internetfähige Kameramodelle zurück, die über eine WLAN-Schnittstelle verfügen.

Im Regelfall verwenden die Nutzer von stationären Computern und Laptops eine Softwarelösung, die die Sicherheit der eigenen Daten vor Fremdzugriffen und beim Surfen im Internet gewährleistet. Auch bei Smartphones und Tablets sind solche Lösungen mittlerweile üblich. Doch wie ist es um die immer beliebter werdenden Kameras mit WiFi-Funktion bestellt? Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Hacker und Cyber-Kriminelle Zugriff auf diese Geräte erlangen und damit in Besitz der Daten kommen oder Schadsoftware übertragen.

Ein Grundmaß an Sicherheit ist gegeben, wenn man keine offenen Netzwerke nutzt, sondern immer nur solche WLAN-Verbindungen, die Daten verschlüsselt übermitteln und zu denen man Zugang nur mit einem Code erhält. In offenen Netzwerken können nicht nur Anmeldedaten, Passwörter und andere Verbindungsinformationen abgefischt werden, sondern auch schädliche Daten wie Viren, Bots oder Trojaner in den Speicher der Kamera gelangen.

Schutzmaßnahmen gegen den Zugriff Dritter

Schützen kann man eigene Daten nur, wenn die Verbindung mit dem Internet über ein sicheres Netz, beispielsweise zu Hause über den eigenen WLAN-Router, erfolgt und andernfalls die WiFi-Funktion deaktiviert ist sowie alle anderen drahtlosen Schnittstellen ausgeschaltet sind.

Wer einen Cloud-Service nutzt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die persönlichen Daten auf einem Server des Dienstanbieters gespeichert werden und man im Extremfall die Kontrolle über diese Daten vollends aus der Hand gibt. Umso wichtiger ist es, einen sicheren Umgang mit den Zugangsdaten zu pflegen. Diese sensiblen Daten sollten absolut vertraulich behandelt werden. Niemand würde den PIN-Code auf seine Kreditkarte schreiben und daher sollten Passworte und ähnliche Informationen nicht im Smartphone hinterlegt oder in der WLAN-fähigen Kamera gespeichert werden.

Welche Aufgaben der Anbieter des Cloud-Service hat, welche Rechte ihm seitens der Nutzer eingeräumt werden und welche Maßnahmen zum Schutz der eigenen Daten getroffen werden sind jeweils den Geschäfts- und Datenschutzbestimmungen des Dienstleisters zu entnehmen. Jeder Nutzer eines Cloud-Service sollte diese aufmerksam lesen und vor dem Einstellen der ersten Aufnahmen prüfen, wie es um die Datensicherheit bestellt ist.

Fotos und Videos, die von einer Kamera über WLAN in die Cloud übertragen werden, sollten nur verschlüsselt gesendet werden. Der einfachste Weg hierfür ist eine https-Verbindung. Auch ist es ratsam, auf eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) als Identitätsnachweis für den Nutzer eines Cloud-Service zurückzugreifen. Typischerweise handelt es sich hierbei um die Übertragung eines Passworts, einer PIN oder eines Zugangscodes per sms oder E-Mail an das eigene Smartphone. Wer auf besondere Apps von Cloud-Diensten zurückgreifen möchte, sollte diese nur über die offiziellen Quellen des Anbieters beziehen und installieren.

Aufgegriffen 08 / 2017

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