Qualität und Nachhaltigkeit für Fotoprodukte

Was steckt hinter entsprechenden Gütesiegeln?

Qualität und Nachhaltigkeit für Fotoprodukte

Wer ein individualisiertes Fotoprodukt wie etwa ein Fotobuch oder ein bedrucktes Shirt mit den eigenen Aufnahmen bestellen möchte, dem begegnen bei nicht wenigen Anbietern mittlerweile Gütesiegel, die für Qualität und ökologische Nachhaltigkeit stehen. Nachstehend ein Überblick und damit Orientierungshelfer durch die Welt der Gütesiegel, denn auch bei individualisierten Fotoprodukten versprechen einige Anbieter mittlerweile ökologisch wertvollere Alternativen.

Papier: Rohstoff mit FSC-Siegel

FSC-Siegel - Wälder für immer für alle

Ein kleiner grüner Baum mit dem Schriftzug „FSC“ ist vermutlich das häufigste Siegel, das einem auf vielen Websites von Fotoservices begegnet. Mittlerweile wird es vereinzelt auch um den Schriftzug „Wälder für immer für alle“ ergänzt. Dieser beschreibt ganz gut, worum es bei dem Siegel geht. Die internationale Organisation „Forest Stewardship Council“ (auf Deutsch etwa „Forst-Verantwortungs-Rat“) hat sich nämlich die Förderung einer ökologisch angepassten, sozial förderlichen und wirtschaftlich rentablen Bewirtschaftung der Wälder dieser Welt auf die Fahnen geschrieben. Hersteller müssen also nicht nur auf den Umweltschutz achten, sondern auch auf soziale Aspekte wie den Arbeitsschutz für die Waldarbeiter. Da Holz nach wie vor der wichtigste Rohstoff für Papier ist, spielt seine Herkunft eine wichtige Rolle beim Umweltschutz, wenn man seine Aufnahmen auf Papier ausgeben möchten. Mittlerweile werden außerdem Großdrucke direkt auf FSC-Holz als Wandschmuck angeboten.

Das FSC-Siegel gibt es in drei Varianten: Bei „FSC 100 %“ müssen die Produkte zu 100 % aus FSC-zertifizierter Primärfaser bestehen. Weniger streng ist die Anforderung bei „FSC Mixed Source“. Hier können Produkte bis zu 30 % nicht FSC-zertifizierte Faser enthalten. Bei „FSC Recycled“ bestehen Produkte zu 100 % aus Altfasern, also z.B. bei Papier aus Altpapier. Recycling-Papier ist allerdings bei individualisierten Fotoprodukten aus Verarbeitungsgründen eher selten anzutreffen. Es ist jedoch im Bereich der Drucksachen von der Visitenkarte bis zum Flyer schon verbreitet und weist mittlerweile eine deutlich höhere Brillanz auf als noch vor einigen Jahren.

Blauer Engel für bestimmte Eigenschaften

Der Blaue Engel

Bei den Recycling-Papieren sieht man häufig den Blauen Engel. Ihn kennen vor allem die älteren von uns noch, da er das erste und bekannteste Umweltzeichen der Welt ist. Seit 1978 legt es einen Standard für verschiedene Produkte und Dienstleistungen fest, die anhand festgesetzter Kriterien von einer unabhängigen Jury ausgewählt werden. Der Blaue Engel garantiert den sparsamen Einsatz von Rohstoffen, einen geringen Energieverbrauch und eine umweltgerechte Entsorgung.

Zertifizierte Papiere bestehen zu 100 % aus Altpapier. Dies sorgt für bis zu 60 % weniger Energie- und bis zu 70 % weniger Wasserverbrauch bei der Produktion. Das Siegel verspricht außerdem, dass das Papier ohne umweltbelastende, krebserzeugende oder gar erbgutverändernde Chemikalien auskommt sowie auf optische Aufheller verzichtet wird.

Den Blauen Engel gibt es übrigens nicht nur für bestimmte Produkte bzw. Materialien, sondern auch für bestimmte Dienstleistungen. In Rechenzentren der Imaging-Branche findet man ihn daher mit dem Label „Schützt das Klima, weil energieeffizient betrieben“.

Textilien: Oeko-Tex

OEKO-TEX STANDARD 100

Wer seine Fotos nicht auf Papier, sondern etwa auf einem T-Shirt ausgibt, der sieht häufig eines der „Oeko-Tex“-Siegel. Am verbreitetsten ist der „STANDARD 100 by OEKO-TEX®“. Dies ist ein unabhängiges Produktlabel, das für schadstoffgeprüfte Textilien aller Art vergeben wird – es hat also nichts mit dem ökologischem Anbau der Materialien zu tun, wie der Name vermuten lassen könnte. Eine Variante gibt es speziell für Leder.

In beiden Varianten wird intensiv geprüft, dass sich keine chemischen Schadstoffe herauslösen – ob beim Tragen oder für Baby-Textilien auch beim Nuckeln oder Lutschen. Dabei gilt der Grundsatz: Je intensiver der Hautkontakt eines Textils, desto höhere Anforderungen müssen erfüllt werden. Besonders streng werden Produkte für Babys und Kleinkinder bewertet. Großflächige Stoffe, die nicht direkt auf der Haut getragen werden, wie etwa Vorhänge, werden zusätzlich auf die Emission bestimmter Schadstoffe in die Luft geprüft. Materialuntypische Gerüche führen übrigens bei allen Artikeln automatisch zum Ausschluss einer Zertifizierung. Außerdem wird das Siegel nur vergeben, wenn die Kriterien für alle Bestandteile erfüllt sind – also beim Baby-Stampler etwa nicht nur beim Stoff, sondern auch beim Garn und sogar den Druckknöpfen.

Umweltfreundlicher Versand: GoGreen

GoGreen

Der Umweltschutz hört beim Fotoprodukt und dessen Produktion nicht auf. Wer im Internet bestellt, für den kommt auch noch der Versand dazu. Einige Hersteller werben dafür mit dem Siegel des Programms „GoGreen“ der Deutschen Post bzw. DHL oder dem Pendant „GoZero“ von DPD. Für diese haben sich die Transportdienstleister aktives Umweltmanagement auf die Fahnen geschrieben. Schwerpunktmäßig sind das vor allem die Reduktion und der Ausgleich von CO2-Emissionen. Unternehmen wie die Deutsche Post setzen dazu zum Beispiel auf Elektroautos und unterstützen Klimaschutzprojekte wie Wasserkraftwerke. Bis 2050 hat man sich das Ziel gesetzt, null Emissionen zu verbreiten.

Man hat also viele Möglichkeiten als Fotograf, die Umwelt, die uns so viele schöne Motive bietet, weiter zu erhalten.

Aufgegriffen 04 / 2018

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden