Selfies nicht um jeden Preis – bisher 73 tödliche Selfie-Unfälle

Touristen Selfie
Wie neulich auf etlichen Portalen zu lesen war, gab es in den ersten acht Monaten dieses Jahres bereits 73 tödliche Selfie-Unfälle. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, USA. In 2014 kamen insgesamt 127 Menschen durch Selfies um. Ob nun 73 oder 127 diese Zahlen sind erschreckend, auch vor dem Hintergrund, dass die Todesfälle alle vermeidbar sind. In 2015 sind übrigens mehr Menschen durch ein Selfie gestorben als durch Haiangriffe. Da wird für ein Selfie die Sicherheitsabsperrung zu einer Klippe missachtet, dort begibt man sich auf einen Gleiskörper für Schnellzüge und andere wählen ein Gebäude aus, das sie erklimmen. Durchstöbert man das Internet, so ist bei Selfies die häufigste Todesursache ein Sturz aus großer Höhe. Ebenfalls sehr weit vorne mit dabei sind der Tod durch einen Zug oder Ertrinken. Die meisten Menschen kommen laut Radio Hamburg in Indien durch das Schießen von Selfies ums Leben. In Mumabi und an anderen Orten wurden daher bereits Zonen eingerichtet, in denen es verboten ist, Selfies zu machen. Auch in Russland sind Selfies angesagt und wegen der vielen Unfälle zu einem Politikum geworden. Die Regierung hat im Juli letzten Jahres eine Kampagne gestartet, in der sie Bürger vor der Gefahr von Selfies warnt. Hierbei wird beispielsweise erklärt, dass man keine Bilder auf Zuggleisen machen soll, keine Fotos von sich, Arm in Arm mit einem Bären, und auch von Selfies im Zusammenspiel mit Waffen wird abgeraten.

Die Frage, die man sich stellen muss ist, ob es erst solcher erschreckender Statistiken, Verbote oder Kampagnen bedarf, damit es in Zukunft zu keinen tödlichen Selfie-Unfällen mehr kommt. Wir haben das Netz durchsucht und zahlreiche Meldungen gelesen, auf welche Weise Menschen im Selfie-Wahn ums Leben gekommen sind. Als Außenstehender vielfach nicht nachvollziehbar, wie man sich so in Gefahr bringen kann.

Trotz der etlichen Todesopfer, die Deutschland – und auch die anderen Länder – zu vermelden haben, sind Selfies an Bahnschienen nach wie vor immer noch sehr verbreitet. Dieser fragwürdige Trend ist immer noch bei Jugendlichen besonders beliebt und hier vor allem bei Mädchen. Gefördert wird der Trend durch soziale Netzwerke, so das Ergebnis der Studie. Das gemeinsame Posieren mit Freundinnen auf Gleisen gilt als romantisch und symbolisiert eine lange Freundschaft so Lamba der BBC.

In anderen Fällen, besonders in den Russland und den USA, spielen immer wieder Waffen mit eine Rolle. So wie in Concrete (US-Bundesstaat Washington): Der Mann, der sich dort knipsen wollte, trug nicht nur seine Kamera, sondern auch eine Waffe. Die ging plötzlich los und tötete ihn. Aber auch Fotos mit Handgranaten scheinen nicht abzuschrecken, wie bei Radio Hamburg zu lesen ist. Zwei Männer fanden beim Wandern im Uralgebirge eine Handgranate. Anstatt die Polizei zu benachrichtigen, empfanden die Männer es für schlauer, Selfies mit dem Fundstück zu machen. Dabei zündeten sie die Granate und starben.

Ein 32-jährigen Spanier wollte unbedingt ein Selfie mit einem Stier und zwar, während dieser hinter ihm her lief. Dabei übersah er einen anderen Stier, der ihn angriff und in die Luft schleuderte. Er starb an starkem Blutverlust.

Die gefährdetste Gruppe unter den Selfie-Jägern ist die der 20- bis 24-Jährigen. In dieser Altersgruppe, so die Studie, kamen seit 2014 45 Personen ums Leben. 41 der in den letzten zwei Jahren verunglückten Personen waren unter 20 Jahre alt, 17 älter als 30.

Um tödliche Selfie-Unfälle in Zukunft zu vermeiden arbeiten die Wissenschaftler aus Pittsburgh an einer neuen Smartphone-App. Sie soll mithilfe von GPS-Daten und Bilderkennung vor gefährlichen Situationen beim Selfies machen warnen.

Aufgegriffen 11 / 2016

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