Touristenattraktionen millionenfach fotografiert - Raus aus dem Bilder-Einheitsbrei

Tor des Himmlischen Friedens © Andreas Gugau Bildgalerie betrachten Erst Nachts und ohne Touristen gibt es die Möglichkeit für einzigartige Bilder

Sage und schreibe 14,6 Millionen Fotos von Disneyland finden sich auf Instagram. Damit ist der Freizeitpark in Kalifornien der Ort mit den meisten Ortsangaben bei Instagram. Auf Platz zwei liegt der Eiffelturm in Paris mit gerade einmal der Hälfte an Fotos, gefolgt von Walt Disney World in Florida (5,46 Millionen). Das Reiseportal TravelBird hat sich die Mühe gemacht herauszufinden, wo die meisten Fotos gemacht werden. Und es stellt sich die Frage: Wie viele Fotos von Touristenattraktionen sind denn wirklich gut und stechen aus der Masse raus.

Touristische Highlights sind millionenfach gesehen und fotografiert. Von allen Seiten oder den oft ausgewiesenen Fotopunkten, die für den bestmöglichen Aufnahmestandpunkt stehen. Eigene Fotos müssen es als eigener Beleg sein, dass man an diesem Ort war. Besser als die bereits „geschossenen“ Fotos sollten sie spätestens dann sein, wenn es sich um Motive handelt, die jeder kennt und die auf dem Blog oder in sozialen Netzwerken gepostet werden. Alleine nur hingehen, abdrücken, weitergehen führt nicht unbedingt zum sehenswerten Bilderfolg. Ein Plädoyer für mehr Kreativität.

Schaut man sich aktuell in den sozialen Netzwerken und Blogs um, dann unterscheiden sich immer weniger die Aufnahmen von touristischen Attraktionen voneinander. Der Eiffelturm von jeder Seite, das Opernhaus in Sydney, das Tor des Himmlischen Friedens in Peking, alles schon dagewesen. Und auf jedem Bild stehen irgendwo noch Touristen rum. Das muss ja nicht sein.

Der Fotograf, der im Urlaub ein anderes Bild von touristischen Attraktionen machen möchte, muss lediglich ein paar Parameter ändern, damit seine Aufnahmen künftig aus der Masse herausstechen. Das Wetter lässt sich schwerlich ändern, sehr wohl aber die Uhrzeit. Und auch mit Hilfe der Ausrüstung lässt sich einiges anders machen. Wer in außergewöhnliche Objektive investiert, kann andere Blickwinkel aufnehmen, also beispielsweise mit einem Teleobjektiv mit besonders großer Brennweite, mit einem Super-Weitwinkel-Objektiv oder gar mit einem Fisheye. Diese Objektive sind es, mit denen man aus einem Allerweltmotiv ein Besonderes macht. Nur der ungewöhnliche Blickwinkel eröffnet dem Betrachter später auch ungewöhnliche Ansichten. Kommt dann noch das Spiel mit ungewöhnlichen Aufnahmestandpunkten wie beispielsweise aus der Hocke oder der Froschperspektive hinzu, dann sind dies weitere Zutaten, mit denen man seine Urlaubsbilder in den Blickfang rückt.

Der Faktor Zeit ist bildentscheidend. Es ist kein Geheimnis, dass Sehenswürdigkeiten mittags um 12 Uhr fotografiert meistens nur wenig spannend aussehen. Besser ist es, man geht in der Dämmerung zum Fotografieren oder nachts. Das setzt natürlich voraus, dass man nicht gerade auf einer Gruppenreise mit dem Bus unterwegs ist und außerdem ein Stativ dabei hat. Inzwischen gibt es kompakte Reisestative, die den Namen auch verdienen. Wer noch immer ein klobiges, altes Stativ um die Welt schleppt, sollte sich überlegen, in ein modernes Modell, möglicherweise aus Carbon, zu investieren. Das spart nicht nur Platz, sondern auch Gewicht – wichtig vor allem bei Flugreisen.

Auch das Wetter spielt eine Rolle. Grundsätzlich machen sich Aufnahmen von Gebäuden im strömenden Regen nicht so gut, da die Sicht meist eingeschränkt ist. Aber sobald der Regen aufhört, wird meist das Licht interessant, vor allem dann, wenn die Sonne nicht mehr senkrecht am Himmel steht. Wenn möglich sollte man also schon bei schlechtem Wetter losziehen, sobald sich eine Wetterbesserung abzeichnet. Da ist es dann ratsam, die Fotoausrüstung in einer zumindest einigermaßen wasserdichten Tasche zu transportieren. Ein Fotorucksack ist bei längeren Strecken zwar bequemer zu tragen, muss aber meist abgesetzt werden – nach dem Regen kann es matschig sein. In jedem Fall sollte die Ausrüstung nach dem Außeneinsatz getrocknet werden, nicht auf der Heizung, sondern mit einem fusselfreien Tuch.

Kommen wir zum Aufnahmegerät. Natürlich gelingen auch mit dem Smartphone sehenswerte Aufnahmen, wobei man bei diesen Geräten ein deutlich besseres eigenes Gespür für die Bildgestaltung mitbringen muss. Ein Spiel mit Schärfe und Unschärfe ist mit diesen Aufnahmegeräten nämlich nicht möglich. Hochwertige Kompaktkameras sowie Kameras für Wechseloptik (kompakte System- und Spiegelreflexkameras) bieten mit ihren Aufnahmefeatures deutlich mehr zur Entfaltung der eigenen Kreativität. Sie inspirieren zudem zum eigenen fotografischen Spiel und das kommt auch den Aufnahmen von bekannten Sehenswürdigkeiten zu Gute.

Aufgegriffen 05 / 2017

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