Umstieg vom Smartphone auf die Kamera - Jeder Anfang ist leicht

Im Zusammenhang mit der Fotografie mit dem Smartphone ist immer wieder vom großen Spaß die Rede. Dieser ist nicht weniger groß, wenn mit einer Kamera fotografiert wird. Es stellt sich hier die Frage, warum der Spaß bei der Smartphonefotografie immer explizit hervorgehoben wird? Man muss nicht auf alle Fragen eine Antwort wissen. Entscheidend ist, dass der Spaß an etwas – so eben auch an der Fotografie und damit an Bildern sowie Videos – die Motivationsgrundlage ist warum wir Dinge machen. Das Aufnahmegerät als solches entscheidet nicht alleine über die Höhe des Spaßpeaks. Natürlich muss eine Affinität dazu bestehen. Und auch, wenn das Smartphone als eierlegende Wollmilchsau eine gigantische Verbreitung hat und somit auch das meistgenutzte Aufnahmegerät unserer Zeit ist, so bedeutet dies nicht, dass Kameras mit weniger Spaß genutzt werden. Und nicht nur das: Es gibt auch Menschen, die sich im Smartphonezeitalter bewusst zusätzlich für eine Kamera entscheiden. Und es gibt Fotobegeisterte, die haben neben dem Smartphone nicht nur eine Kamera, sondern gleich mehrere – quasi für jeden Anlass die Passende.

Umstieg vom Smartphone auf die Kamera

Aber zurück zu den „Umsteigern“. Ihnen wird immer wieder gern signalisiert, wie kompliziert die Fotografie angeblich mit der Kamera doch ist. Mit diesem Mythos sollte aufgeräumt werden – aller Anfang mit einer Kamera ist leicht. Und nicht nur das. Es gibt sogar Dinge, die sind bei der Nutzung einer Kamera nicht nur einfacher, sondern auch komfortabler. Ein Beispiel hierfür wäre die Bilddatensicherung – je nach Smartphonemodell bekanntermaßen eine Herausforderung und sicherlich auch mit ein Grund, warum die Datensicherung so gerne vernachlässigt wird. Wann haben Sie zuletzt Ihre Smartphonebilder gesichert? Dies liegt wie bei den meisten sicherlich schon eine gewisse Zeit zurück. Wie fahrlässig, war doch kürzlich in der Süddeutschen Zeitung zu lesen, dass weltweit täglich Smartphones im Wert von mehr als sieben Millionen Dollar verloren gehen und damit auch unendlich viele Bilder und Videos. Das aber nur am Rande.

Das Fotografieren mit der Kamera ist simpel. Bei einer Neuanschaffung Akku laden, Speicherkarte rein, Datum einstellen und schon kann es losgehen. Je größer natürlich die Bandbreite an Kamerafunktionen ist, desto mehr hat man zum Kennenlernen und das braucht seine Zeit. Die Bedienungsanleitung auswendig lernen zu wollen macht keinen Sinn – dies wäre nicht nur ein möglicher Spaßkiller, sondern hilft auch nur bedingt für die Praxis. Raus, und zwar am Anfang am besten am Tage, mit der Kamera und alles fotografieren was einen vor die Linse kommt und begeistert. Auf diese Weise lernt man spielerisch seine Kamera in der Praxis kennen. Und je tiefer dieses Kennenlernen geht, desto mehr erobert man sich Schritt für Schritt den Funktionsumfang. Wie beim Smartphone wird man sehr wahrscheinlich auch bei der Kamera niemals alle Funktionen nutzen. Das ist absolut normal – man hat die Option und das ist das entscheidende, weil dies natürlich auch für Spielraum steht.

Im Gegensatz zu Smartphones sind Kameras wie die oben aufgeführten mit sogenannten Kameramodis wie P (Programmautomatik), S bzw. T (Zeitvorwahl bzw. Blendenautomatik), A (Blendenvorwahl, bzw. Zeitautomatik), iA (Automatikmodus) ausgestattet. Ist man Einsteiger in die Fotografie mit solchen Kameras, so empfiehlt sich iA oder P. Je nach Kameramodell kann es sein, dass sich bei iA der eingebaute Kamerablitz einschaltet. Dies ist nicht immer von Vorteil und in diesem Fall sollte man auf P umsteigen. Neben den Kameramodis verfügen Kameras über sogenannte Motivprogramme wie Schnee, Kerzenlicht, Makro, Feuerwerk etc. Diese Motivprogramme werden immer smarter und garantieren in der Regel überzeugende richtig belichtete Aufnahmen.

Aufgegriffen 03 / 2017

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3 Kommentare

Ich habe 40 Jahre Bildgestaltungsberichte geschrieben und 40 Jahre die "klassischen Bilder" juriert, die heute noch als Abwandlung immer wieder zu Wettbewerben kommen. Mit dem iPhone kam der Spaß an einer etwas anderen Fotografie wieder. Nicht mit Selfi- und Knipswahn, sondern mit anderen Ideen als mit der DSLR. Dass man für die künstlerische Fotografie eine Kamera benötigt, halt ich für ein Gerücht. Man muss sich die Bilder in der iPhone-Galerie anschauen, die meist weit die normale Fotografie an Idee, Witz und zeitnahen Blldern (weil man sie immer dabei hat) übertrifft. Und auch die Grösse der Bilder ist kein Problem mehr, wenn man weiss wie es geht.

von Detlev Motz
22. März 2017, 10:56:36 Uhr

Ich sehe das so: Wer im allgemeinen Selfi- und Mittagessenknipswahn mitschwimmt, der braucht auch keine "echte" Kamera. Hat man aber die Fotografie als ernsthaft betriebenes künstlerisches Hobby für sich entdeckt, wird man sehr schnell an die Grenzen der Handykamera stossen.

von Torsten Klose
20. März 2017, 04:41:56 Uhr

kann ich nur zustimmen und aus eigener Erfahrung: der Spaß mit der Kamera ist größer

von Pauline
16. März 2017, 17:08:19 Uhr

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