Welche Kamera ist die bessere?

Kamera Objektiv
Die Zahl der Kameramodelle in den einzelnen Segmenten Action-, Outdoor-, Kompakt-, kompakte System- und Spiegelreflexkameras ist groß. Da stellt sich zwangsläufig die Frage, ob die teurere Kamera die bessere ist. Das zu hinterfragen ist legitim zumal rein äußerlich betrachtet sich mitunter die einzelnen Kameras einer Modellreihe optisch nicht groß unterscheiden. Grundsätzlich ist es heute so, dass alle aktuellen Kameras – also auch die Einsteigerkameras – mit der Qualität ihrer Sensoren großartige Aufnahmen garantieren. Nimmt man also ein und dieselben Motive beispielsweise mit einer Spiegelreflexkamera für € 500,— und dann mit einer für € 900,— auf, printed diese Aufnahmen und mischt diese durch, so wird man mit nahezu 99 prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht sagen können, welche Aufnahme mit welcher Kamera gemacht wurden. Daraus ließe sich schließen, dass man sich auch für das preiswertere Kameramodell entscheiden könnte. Nein!

Schauen wir in die Autobranche und entscheiden uns für ein ganz bestimmtes Modell. In der Grundausstattung kostet es beispielsweise € 22.000,—. Jedes Extra: Sitzheizung, Lederlenkrad, getönte Windschutzscheibe, größerer Motor, Lautsprecher usw. schlägt sich im Preis nieder. In der gewünschten Ausstattung liegen die Kosten für das Auto dann schnell bei € 29.000,— und mehr. Analog ist es bei Kameras. Höherwertigere Modelle zeichnet ein mehr an Features aus. Das kann die Geschwindigkeit betreffen, ob die Funktion Zeitraffer unterstützt wird oder ob die kabellose Bildübertragung möglich ist. Beim Kamerakauf sollte man also auch hinter die Kulissen schauen.

Die beste Kamera ist bekanntermaßen jene, die man griffbereit hat. Hinzuzufügen ist hier noch, dass die beste Kamera auch die ist, deren Funktionsumfang man bestmöglich für sich einzusetzen versteht. Wichtig ist natürlich auch die Affinität zur Kamera. Wenn ein Kameramodell von einem anderen Hersteller mit wesentlich mehr Features genauso viel kostet wie das eigentlich ins Auge gefasste, so sollte man sich immer für die Kamera entscheiden, bei der die Anziehungkraft größer ist. Die Kamera ist übrigens immer nur so gut wie man selbst. Wie drückte es Gisèle Freund (Deutsche Fotografin, 1912 – 2000) so treffend aus „Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera.“

Aufgegriffen 03 / 2017

3 Kommentare

Mit dem speziellem Zweck heutiger Kameras stimmt. Das ist der Grund warum ich drei unterschiedliche Kameras aktuell im Gebrauch habe. Wichtig ist bei mir die Begeisterung für jede meiner Kameras. Eine Kamera mag noch so gut sein wenn die Chemie zwischen uns nicht stimmt dann fotografiere ich mit ihr nicht. Ich persönlich finde zur Fotografie mit dem Smartphone keinen Zugang weil ich allein schon Probleme habe es beim Auslösen optimal zu halten. Gruß Wolfgang

Wolfgang

von Wolfgang
22. März 2017, 14:23:15 Uhr

Die Ausführungen von Delev Motz kann ich nur voll unterstreichen. Was mir aber fehlt: ich muss mein Handwerkszeug lieben, denn nur dann nehme ich es gerne zur Hand und mit. Das gilt für die Optik und auch die Haptik. Beides bedingt sich gegenseitig. Manchen Fotografen ist das nicht bewusst, aber sie handeln instinktiv richtig. Herbert Welling

Di. trein k,nnen. Manchen Fotgrafen ist es t.

von Di. trein k,nnen. Manchen Fotgrafen ist es t.
22. März 2017, 11:31:21 Uhr

Ich würde es mal so sagen. Jede Kamera hat heute ihren speziellen Zweck. Das beste Beispiel ist ein iPhone und und eine Bridge-Kamera. Mit beiden fotografiere ich sehr gerne, aber jede erfüllt ihren speziellen Zweck. Mit dem iPhone mache ich Collagen, benutze diverse Filter oder nehme bewusst den Weitwinkel-Effekt mit der bekannten Schärfe im Hintergrund. Oder fotografiere Dinge, die man sonst nie fotografieren würde. Bei der Bridge mit bis zu 1600 mm bekomme ich eine völiig andere Perspektive. Nah und Fern ziehen sich zusammen. Eine andere Art der Bildgestaltung, welche ich mag. Ich habe völlig andere Effekte wie mit dem iPhone - oder einer Kamera mit WW-Objektiv. Heute macht das Auge UND die jeweilige Brennweite der Kamera das Bild.

Detlev Motz

von Detlev Motz
22. März 2017, 10:49:24 Uhr

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