Nik Collection 2018 by DxO - In welchen Fällen sich der Kauf lohnt

Für die aktuellen Adobe-Programme optimiert

Neue Version ist nicht kompatibel zur alten

Plugin-Sammlung. Screenshot: Berti Kolbow-Lehradt
Ist die beliebte Plugin-Sammlung ihren neuen Preis wert? Screenshot: Berti Kolbow-Lehradt

Wer seine Aufnahmen am Computer nachbearbeitet, kann aus einem grandiosen Bild ein großartiges kreieren. Effektfilter erleichtern diesen Vorgang erheblich. Ein Klassiker und immer noch erste Wahl für viele anspruchsvolle Anwender ist die Plugin-Serie Nik Collection. Unter der aktuellen Bezeichnung Nik Collection 2018 by DxO bietet sie sieben anpassbare Kreativwerkzeuge für die populäre Software Photoshop, Lightroom und Photoshop Elements. Ursprünglich von Nik entwickelt, stellte sie Google zwischenzeitlich als kostenlosen Download ins Netz. Unter dem neuen Herausgeber DxO ist die Nik Collection nun kostenpflichtig. Lohnt sich die einmalige Ausgabe von 69 Euro? Wir beantworten wichtige Fragen.

Was bietet die Nik Collection 2018 by DxO?

Zur Effektfilter-Sammlung zählen sieben Filter-, Rendering- und Bildretuschewerkzeuge. Mit Analog Efex Pro 2 können Anwender den Look alter oder preiswerter Kameras simulieren. Color Pro Efex Pro 4 bietet eine Auswahl von Farbfiltern. Wer das Bildrauschen entfernen möchte, ohne Details zu ruinieren, greift zu Dfine 2. Demgegenüber erlaubt HDR Efex Pro 2 Hochkontrastbilder zu erstellen – und zwar aus nur einer Aufnahme. RAW- und JPG-Dateien präzise nachschärfen können Anwender mit Sharpener Pro 3. Farbaufnahmen in stilvollen Schwarzweißbilder umwandeln ist die Aufgabe von Silver Efex Pro 2. Mit Viveza 2 optimieren Anwender punktuell Licht und Farbe.

Die Plugin-Sammlung lässt sich in Photoshop CC 2018, Photoshop Elements 2018 und Lightroom Classic CC integrieren. Für die verwandte Anwendung Lightroom CC ist die Nik Collection 2018 by DxO hingegen nicht verfügbar. Ebenso wenig wie für andere Bildbearbeitungsprogramme, auch nicht die hauseigenen von DxO. Dafür können Nutzer weiterhin zwischen einer Ausgabe für Mac und PC wählen. Die Plugin-Sammlung bleibt für beide Plattformen erhältlich.

Schwarz-Weiß-Konverter Silver Efex. Screenshot: Berti Kolbow-Lehradt
Insbesondere der Schwarz-Weiß-Konverter Silver Efex ist beliebt. Screenshot: Berti Kolbow-Lehradt

Wie gut ist die neue Nik Collection?

Grundsätzlich genauso gut wie die bisherigen kostenlosen Versionen von Google und DxO. Denn neue Funktionen hat DxO nicht ergänzt. Stattdessen war die Software-Schmiede eigenen Angaben zufolge unter der Haube tätig. Nachdem der Programmcode in einigen Jahre Stillstand nicht gepflegt wurde, haben die DxO-Entwickler ihn auseinandergenommen, durchgesehen und an die aktuellen Versionen der weitverbreiteten Fotosoftware von Adobe angepasst. Dort soll die Plugin-Sammlung jetzt uneingeschränkt flüssig laufen. Seit der Veröffentlichung hat DxO ein kleines Update zur Fehlerbehebung nachgeschoben.

Stichprobenartig haben wir einige Plugins in Photoshop und Lightroom auf einem MacBook Pro von 2015 und einem iMac von 2012 ausprobiert. Sie ließen sich schnell öffnen und arbeiteten reibungslos. Wem gravierende Computerprobleme die Arbeit mit der Nik Collection bisher vermiesten, kann einen Blick auf die neue Version werfen.

Auf welcher Hardware- und Softwareausstattung kann man die Plugins nutzen?

Die neue Nik Collection ist zwar für die aktuellen Adobe-Programme optimiert, läuft aber auch auf älteren Versionen. Wer sie auf einem Mac nutzt, sollte OS X 10.12 (macOS Sierra) oder OS X 10.13 (macOS High Sierra) als Betriebssystem aufgespielt haben. Die vorausgesetzte Rechenausstattung ist mit einem i5-Prozessor, 4 GB Arbeitsspeicher und einer Grafikkarte mit 512 MB Video-Arbeitsspeicher moderat. Das gilt auch für PC. Dort sollte Windows 7, 8 oder 10 installiert sein. Selbst ältere Intel- und AMD-Prozessoren werden unterstützt, sofern ihnen 4 GB Arbeitsspeicher für einen flüssigen Betrieb zur Seite stehen.

Wie bedient man die Nik Collection 2018 by DxO?

Erfahrene Anwender müssen sich nicht umgewöhnen, Einsteiger finden sich schnell zurecht. Nach der Installation des Programmpakets greifen sie auf die Plugins innerhalb der Oberflächen von den Zielprogrammen heraus darauf zu.

In Lightroom Classic CC finden Anwender sechs der sieben Kreativwerkzeuge über die Menüelemente Foto / Bearbeiten in. Außer HDR Efex Pro 2. Das Hochkontrast-Tool öffnen Anwender über Datei / Mit Vorgabe exportieren. Alternativ klickt man mit der rechten Maustaste auf das zu bearbeitende Foto und dann auf Exportieren / HDR Efex Pro 2.

Lightroom CC Classic. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt
Wer die Plugins von Nik Collection 2018 by DxO in Lightroom CC Classic nutzen möchte, öffnet dazu den Menüeintrag „Foto“. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

In Photoshop CC rufen Nutzer die Plugins entweder über den Menüeintrag Filter / Nik Collection auf. Oder sie wählen das gewünschte Werkzeug über ein schwebendes Auswahlfenster aus. In Photoshop Elements ist die Vorgehensweise identisch. Allerdings ist das Plugin HDR Efex Pro 2 dort nicht verfügbar.

Photoshop CC. Screenshot: Berti Kolbow-Lehradt
In Photoshop CC öffnen Anwender die Plugins über das Filtermenü oder mit dem schwebenden Auswahlfenster. Screenshot: Berti Kolbow-Lehradt

Was kostet die Nik Collection 2018 by DxO?

Die Nik Collection 2018 by DxO können Anwender über die Produktwebseite für 69 Euro kaufen. Zuvor lässt sich die Plugin-Sammlung 30 Tage lang ohne Einschränkungen kostenlos testen.

Wichtig: Die neue Version ist nicht kompatibel zur alten. Bisherige Nutzer sollten die aktuelle Sammlung also nur ausprobieren, wenn die früheren Installationsdateien noch vorhanden sind. Dann können sie im Zweifelsfall zur kostenlosen Variante zurückkehren. Die Nutzer, die keine Software-Probleme mit der Gratis-Ausgabe der Nik Collection hatten, erhalten derzeit nämlich keinen Anreiz zur Kaufversion zu greifen.

Wer hingegen erstmals die Plugin-Sammlung nutzen möchte und kein kostenloses Installationspaket mehr im Netz findet, kann getrost Geld ausgeben. Selbst in ihrem Status Quo bietet die Nik Collection 2018 by DxO einen großen Mehrwert. Für Software mit diesem Umfang und in dieser Qualität sind 69 Euro ein geringer Preis.

Fazit: Nach Gratis-Paket suchen oder noch warten

Seit der Veröffentlichung im Juni hat DxO zwar ein kleines Update zur Fehlerbereinigung herausgegeben. Aber ob die Software-Schmiede die Nik Collection wirklich funktionell weiterentwickelt, muss sich noch zeigen. Schließlich hat DxO im Mai 2018 Insolvenz angemeldet. Obwohl es sich anscheinend eher um einen finanztechnischen Vorgang handelt und DxO nach einer Neustrukturierung weitermachen will, ist es ungewiss, ob der Hersteller das Geld hat oder bereitstellt, um die Nik Collection weiter zu entwickeln.

Wer bisher ein reibungslos funktionierendes Gratis-Paket der Nik Collection verwendet und damit zufrieden ist, braucht die 2018er Version nicht in Erwägung zu ziehen. Dazu hat sich zu wenig geändert. Nur für Ersteinsteiger ist die hochwertige Plugin-Sammlung zu diesem Preis attraktiv – selbst dann, wenn sie nie mehr verbessert werden sollte.

Bildbearbeitung 08 / 2018

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden