Wieso funktioniert meine alte Speicherkarte in meiner neuen Kamera nicht?

Warum Speicherkarten mit hohen Kapazitäten in aktuellen Kameramodellen ein Muss sind

Mit der Zeit entsteht bei den meisten ein Sammelsurium an Speicherkarten. Foto: Petra Vogt
Mit der Zeit entsteht bei den meisten ein Sammelsurium an Speicherkarten.

Die Digitalfotografie feiert in Kürze ihr 25-jähriges Jubiläum. Im Fotografen-Leben haben sich seitdem über die Jahre eine Vielzahl an unterschiedlichen Speicherkarten angesammelt. Insbesondere dann, wenn eine neue Kamera erworben wird ist es so, dass die im Fundus befindlichen älteren Speicherkarten nicht funktionieren oder zu schwächeln scheinen. Doch woran liegt das? Wir erklären nachstehend warum, und weshalb sich die Investition in eine neue Karte für eine neue Kamera lohnt.

Reicht die Größe meiner alten Speicherkarte noch aus?

Schaut man sich seinen Speicherkarten-Fundus an, so wird man feststellen, dass insbesondere die älteren Speicherkarten mit 1, 2 oder 4 GB geringe Speicherkapazitäten aufweisen. Diese Kapazitäten waren lange Zeit ausreichend, doch seit wenigstens zwei Jahren nicht mehr. Grund dafür ist, dass Kameras seit geraumer Zeit deutlich hochauflösendere Bilder aufnehmen, was sich in einer höheren Datenmenge niederschlägt. Das führt bei alten Speicherkarten schnell dazu, dass ihre Kapazitäten ausgeschöpft sind.

Der Preis von Speicherkarten ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken, sodass heutzutage vergleichsweise viel Speicher für wenig Geld erworben werden kann. Steht eine Speicherkarten-Neuanschaffung an, so sollte man sich für Kapazitäten von mindestens 16 oder besser noch 32 oder 64 GB entscheiden. Wer häufiger Videos aufnimmt, der sollte generell zu Speicherkartenmodellen mit der höheren Kapazität greifen, denn Filme verschlingen viel Speicherplatz.

Ist meine Speicherkarte zu langsam?

Insbesondere bei Serienaufnahmen und Videos kommen ältere Speicherkarten schnell an ihre Grenzen. Dies bedeutet, dass im Serienmodus nur sehr langsam Bilder aufgenommen werden können oder der Auslöser sogar blockiert. Das liegt daran, dass der interne Puffer der Kamera die Bilder immer erst im jeweiligen Format (JPEG, RAW oder beides) auf die Speicherkarte schreiben muss. Kann die Speicherkarte aber nur beispielsweise 4 MB pro Sekunde schreiben, werden gerade bei hochauflösenden Bildern mehrere Sekunden benötigt. Bei Serienaufnahmen führt dies dazu, dass der Puffer-Speicher voll ist und die Kamera keine neuen Bilder aufnehmen kann. Die schnellste Serienbildfunktion nutzt einem also nichts, wenn die Speicherkarte bei der Aufzeichnung nicht mit der Geschwindigkeit Schritt halten kann. Um die Vorzüge einer schnellen Kamera für sich nutzen zu können ist es wichtig, dass sie eine perfekte Einheit mit der Speicherkarte bildet. Aus diesem Grund ist es ratsam, mit dem Erwerb einer Kamera auch neue und leistungsfähigere Speicherkarten zuzulegen.

Wie erkenne ich, ob meine Karte noch schnell genug ist?

Die Geschwindikgeit der Speicherkarte ist aufgedruckt. Foto: Petra Vogt
Die Geschwindikgeit der Speicherkarte ist aufgedruckt.

Ob die zum Einsatz kommende Speicherkarte noch schnell genug ist, erkennt man an der Klassenbezeichnung, die in klein aufgedruckt ist (siehe Abbildung). Auf älteren Karten steht noch eine Ziffer in einem C (das auf den ersten Blick eher wie ein Kreis aussieht). Der Wert darin gibt die maximale Anzahl an Mbit an, die die Karte pro Sekunde schreiben kann. Bei einer C6 sind das also 6 Mbit pro Sekunde. Bei neuern Karten ist die Zahl von einem U umgeben (siehe Abbildung). Hier gilt ebenfalls: Je höher die Zahl, desto schneller. U1 speichert mit mindestens 10 Mbit pro Sekunde, U2 mit mindestens 20 und U3 mit mindestens 30.

Wer dazu tendiert, Serienaufnahmen oder hochauflösende Filme z.B. in 4K mit der Kamera zu machen, sollte daher in ein schnellschreibendes Speicherkarten-Modell investieren.

Funktioniert eine neuere Karte auch in älteren Kameras?

Auf manchen Kameras ist der unterstütze Speicherkarten-Standard aufgedruckt. Foto: Petra Vogt
Auf manchen Kameras ist der unterstütze Speicherkarten-Standard aufgedruckt.

Kommt eine neue Speicherkartengeneration in einem älteren Kameramodell zum Einsatz, so kann dies zu Problemen führen. Grund dafür ist, dass diese Kameras mit den großen Kapazitäten nicht umgehen können und ihren Dienst verweigern. Ein Blick in das Kamerahandbuch hilft, um in Erfahrung zu bringen, welcher Speicherkartentyp unterstützt wird. Bei einigen Kameramodellen ist die Speicherkarten-Unterstützung auch außen aufgedruckt (siehe Abbildung).

Wer sich genauer in die verschiedenen Speicherkarten-Modelle einlesen möchte, der findet ausführliche Informationen im Beitrag „Speicherkarten – Beste Karten für die Zukunft“.

Digitalfotografie 05 / 2018

2 Kommentare

Habe eine 32 GB SD U3 mit 300 MB/s (2000x),die macht in meiner RX100III Ärger :)

DD9KWA

von DD9KWA
12. Juli 2018, 23:34:17 Uhr

Vielen Dank für diesen sehr informativen Artikel! Ich habe mich schon einige Male mit SD Karten geärgert und werde das jetzt im Hinterkopf behalten.

nubinou

von nubinou
31. Mai 2018, 01:07:44 Uhr

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden