Archivierung von digitalen Bilddateien

Wolfsgeheul Bildgalerie betrachten

Blende ,“Wolfsgeheul”
Kurt Fromm

Die digitale Photographie hat die Welt erobert und die sofortige Verfügbarkeit von Aufnahmen erweitert, so beispielsweise zur schnellen Kommunikation im Internet oder von Kamerahandy zu Kamerahandy. Photos sind ein unverzichtbarer Teil unseres Lebens mit enormem Erinnerungswert. Aber wohin mit den digitalen Bilddateien, damit sie auch in Zukunft noch verfügbar sind?

Den Schuhkarton oder Bettkasten zur Aufbewahrung der Papierbilder kennt jeder. Diese beiden Aufbewahrungsorte sind im Vergleich zum Computer, wo viele ihre Bilddaten meist ohne System und ohne eindeutige Benennung ablegen, richtig übersichtlich. Ganz abgesehen von dem mühsamen Suchen der Bilddaten auf der Festplatte, zerstört oft ein falscher Tastendruck oder ein Computerfehler manche der wertvollen Erinnerungen, auch wenn sich viele Daten durch eine entsprechende Software wieder retten lassen. Anders als bei Dias und Negativen, die vielleicht auf Dauer verblassen, aber ansonsten eigentlich nur durch Feuersbrunst und Hochwasser zu zerstören sind, lauern auf Digitaldaten viel mehr Gefahren. Daher ist es ratsam, auch wenn ausreichend Platz für die Datenflut auf dem Computer sein sollte, die kostbaren Erinnerungen auch noch auf einem anderen Medium zu sichern.

Speicherkarten
Die Bilddaten werden in der digitalen Photographie meist auf Speicherkarten geschrieben, die quasi wie ein digitaler Film anzusehen sind. Speicherchips sind ein sehr robustes Medium, dem wenig anzuhaben ist. Das geht so weit, daß manche Hersteller auf ihre Produkte eine lebenslange Garantie geben. Speicherkarten gibt es in unterschiedlichen Standards und Größen und mit verschiedenen Speicherkapazitäten. Die zum Teil großen Preisunterschiede von Karten gleicher Kapazität resultieren zum einen aus den unterschiedlichen Schreib- und Lesegeschwindigkeiten und zum anderen aus ihrer Widerstandsfähigkeit gegen mechanische und andere umweltbedingte Einflüsse.

Die zweite Festplatte
Nicht nur für die Bilder, sondern für alle Daten, die sich so im Laufe der Zeit auf dem Computer ansammeln, ist eine zweite Festplatte für das Back-up eine praktische, kostengünstige und sichere Sache.

Externe Speicher
In großer Zahl werden heute externe Speicherlösungen in allen Varianten und mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten angeboten. Minifestplatten, die sich problemlos mitnehmen, auf denen sich die Bilder auf einem eigenen Bildschirm ansehen lassen, die vielleicht gleichzeitig Brenner sind und die unterschiedlichste Speicherkarten aufnehmen, sind sowohl auf Reisen als auch für zu Hause interessante Geräte. Viele besitzen auch einen TV-Ausgang für die Darstellung der gespeicherten Bilder auf dem Fernseher. Ihr Nachteil als Dauerspeicher ist ihre Stoßempfindlichkeit. Deswegen sind sie eher für den Datentransport und -austausch als für die dauerhafte Archivierung geeignet.

CDs und DVDs
Ein CD-Brenner ist auch schon bei älteren Computermodellen längst Standard, DVD-Brenner sind in fast allen neuen Computern eingebaut. CDs haben sich als Speichermittel einen hohen Stellenwert erobert, da fast jeder sie lesen und schreiben kann. Die Lebensdauer von CDs wird zwischen 30 und 100 Jahren geschätzt. Inzwischen gibt es CDs, die eine Lagerfähigkeit von 300 Jahren versprechen. Dabei wird jedoch eine kühle und dunkle Lagerung vorausgesetzt. Direkte Sonneneinstrahlung ist Gift für die Scheiben, genauso wie Kratzer. Das gilt auch für DVDs. Diese bieten wesentlich mehr Speicherplatz als CDs, sind aber auch empfindlicher. Neben der Haltbarkeit ist hier die Frage, wie lange es wohl Laufwerke für diese Medien gibt. Erinnern wir uns nur an die Floppy-Disketten der 80er Jahre, die heute schon fast Museumswert haben und für die praktisch kein Computer mehr gerüstet ist. Nach wissenschaftlichen Studien beträgt die Halbwertzeit von Speichertechnologien, also der Kette von Medium, Laufwerk, Computer und Software, ungefähr zehn Jahre. Wer vor einem neuen Technologiewechsel seine Daten nicht auf neue Medien speichert, der wird sie vielleicht nie wiedersehen.

Speicher im Internet
So mancher lagert schon lange seine Wertsachen im Tresor einer Bank, wo sie nicht nur gegen Diebstahl gesichert, sondern auch bei Beschädigung und Verlust gut versichert sind. Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren die virtuellen Photoalben im Internet, wie sie inzwischen von vielen Firmen auch für private Anwender angeboten werden. Gegen eine relativ günstige Monatsmiete, die sich nach dem Umfang der gespeicherten Daten richtet, lädt man dort seine Daten auf den Server des Anbieters, der einem die Verfügbarkeit für die Zukunft garantiert.

Papierbilder
Als simpel und sicher erweisen sich nach wie vor Papierbilder. Wenn man sie nicht gerade starkem Licht oder großen Temperaturschwankungen aussetzt, dann werden auch die Enkel und Urenkel noch lange Spaß an ihnen haben.

Ordnung steht an erster Stelle Unabhängig wie die Bilddaten aufbewahrt werden, ohne Ordnung ist das Chaos in greifbarer Nähe und das Suchen treibt einen zur Verzweiflung. Auch für Einsteiger gibt es inzwischen einfache Datenbanken, die Bilder nach Datum und anderen Suchkriterien sortieren und immer Auskunft geben, wo man das jeweilige Bild finden kann. Die Mühe, seine Aufnahmen gut zu sichern und zu archivieren, lohnt sich.
 

Digitalfotografie 01 / 2005

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