Bildarchivierung - Hilfe, wo sind meine Bilder?

Die Orte zum Ablegen von Bildern sind vielfältig geworden: Neben der eigenen Festplatte sind es heutzutage auch Netzwerkordner sowie Internet-Speicherorte wie Facebook und Cloudlösungen wie Dropbox. Damit sind aber nicht nur die Möglichkeiten der Bildarchivierung gestiegen, sondern auch die zum Verlegen. Sehr schnell kann man in der Fülle den Überblick verlieren. Und spätestens beim Wechsel des Betriebssystems oder gar des Computers wird die Frage relevant, wo sich die Fotos eigentlich befinden, die man umziehen möchte. Vor besondere Herausforderungen sind auch alle gestellt, die ihre Aufnahmen vom Tablet kopieren wollen. Wir geben Ihnen Hintergrundinformationen und Tipps, wie Sie Ihre Foto- und Videodateien wiederfinden.

Wie genau die Datenorganisation funktioniert, hängt vom Betriebssystem des verwendeten Computers beziehungsweise Mobilgeräts ab. Daher finden Sie im Folgenden einzelne Abschnitte für die verbreitetsten Systeme. Übergreifend für alle gilt, dass aktuell der Trend in der Bildverwaltung immer mehr weg vom klassischen Dateisystem geht, in dem alle Ordner brav unter dem Laufwerksbuchstaben C: zu finden waren, da viele mittlerweile ihre Fotos auch in Netzwerkordnern, in der „Cloud“ – etwa auf Diensten wie Flickr oder Dropbox – und in sozialen Netzwerken wie Facebook aufbewahren. Um die verschiedenen Orte zu subsummieren, bietet Windows seit Version 7 eine Bildbibliothek an, die Fotos und Videos aus verschiedenen Ordnern zugänglich macht. Ab Version 8 gibt es dafür sogar eine Kachel die Fotos und Videos aus verschiedenen Ordnern zugänglich macht. Noch einen Schritt weiter gehen Bildverwaltungsprogramme wie das kostenlose Picasa oder Adobe Lightroom, die eine Art Datenbank mit Vorschau-Dateien anlegen und damit vielfältige Möglichkeiten, wie etwa eine gezieltere Suche und Offline-Organisation, ermöglichen. Sie sind derzeit die ausgereifteste Lösung vor allem für alle, die an verschiedenen Orten und mit externen Datenspeichern arbeiten. Aber auch diese Lösungen greifen in der Regel auf die Original-Dateien zu und müssen diese zunächst einlesen.

Wer sich nicht mehr erinnern kann, wo er seine Bilder abgelegt hat, findet daher nun hier für die verbreitetsten Systeme Detailanleitungen der Standard-Ablageorte:

Für Windows-Nutzer | Für Mac-Nutzer | Für iPad- und iPhone-Nutzer | Für Android-Nutzer

Windows

Bei Windows ist vorgesehene Heimat für Fotos der Ordner „Bilder“ beziehungsweise „Eigene Bilder“. Er ist im Explorer in der linken Randleiste unter „Dieser PC“ sowie alternativ unter dem eigenen Benutzernamen zu finden. In vielen Anwendungen wird dieser Ordner oder der Ordner „Dokumente“ beziehungsweise „Eigene Dokumente“ als Speicherort vorgewählt. Erste Anlaufstelle zum Suchen ist daher hier.

Bildablage Windows
Ab Version 7 wurde bei Windows außerdem eine zur Bildverwaltung sehr hilfreiche, aber potenziell auch verwirrende Funktion eingeführt: die Bildbibliothek. Diese wird standardmäßig mit installiert und ist im Explorer in der Randleiste links im Ordner „Bibliotheken“ zu finden (siehe Abbildung). Ab Windows 8 steht dafür auch eine eigene Kachel bereit.

Anders als beim gewohnten Ordner „Bilder“ direkt unter dem Nutzernamen beziehungsweise unter „Dieser PC“ handelt es sich bei der Bibliothek nur um einen virtuellen Ordner, der über Verknüpfungen zu den eigentlichen Ablageorten die Fotos zusammenträgt. Die Bilder selbst liegen also nicht doppelt auf der Festplatte, sondern nach wie vor am eigentlichen Speicherort. Man kann sich das etwa so vorstellen wie eine andere Tür zum gleichen Raum. Praktischerweise kann man die Aufnahmen aber wie gewohnt direkt aus der Bibliothek kopieren oder verschieben.

Welche Bildquellen Windows in die Bibliothek aufnimmt, kann man selbst festlegen und ist damit sehr flexibel, wenn Fotos aus mehreren Orten zusammengetragen werden sollen. Standardmäßig voreingestellt ist der Ordner „(Eigene) Bilder“. Über einen Rechtsmausklick auf den Abschnitt „Bibliotheken“ > „Bilder“ im Explorer kann man die Eigenschaften einsehen. Direkt am Kopf der Dialogbox findet sich eine Liste der angezeigten Speicherorte. Über den Button „Hinzufügen“ kann man weitere aufnehmen oder auch die vorhandenen löschen. Netzwerklaufwerke machen allerdings das Problem, dass sie in der Regel zunächst eine Fehlermeldung erzeugen („Die Netzwerkadresse kann nicht einbezogen werden, da sie nicht indiziert ist.“) Dies könnte man umgehen, indem man einen Offline-Ordner erzeugt. Da dabei jedoch der gesamte Ordner physikalisch auf die Festplatte kopiert wird, sollte man davon absehen. Eine bessere Notlösung ist die Erstellung einer Verknüpfung zum jeweiligen Netzwerkordner. Diese kann in die Bibliothek kopiert werden. Allerdings werden die Dateien in der Windwos 8-Kachelansicht dann nicht angezeigt.

Überhaupt ist die Einbeziehung von Internet-Datenspeichern noch nicht umfassend. Für Facebook, Flickr und OneDrive sind zwar entsprechende Kacheln vorgesehen, die sich aber nicht direkt in der Bildbibliothek finden, sondern noch separat angezeigt werden. Einfacher ist es mit Cloud-Speichern, die lokale Kopien auf der Festplatte anlegen, wie etwa Dropbox. Sie lassen sich problemlos der Bibliothek über den bereits vorgestellten Weg zufügen.

MacOS

Bildablage Mac Lightroom
Beim Mac wird vom Betriebssystem standardmäßig der Ablageort „Bilder“ in den Favoriten des Finders angelegt. So lange man in Programmen arbeitet, die das Finder-Fenster mit seinen Favoriten anzeigen, findet man darüber zielsicher seine Aufnahmen. Leider gilt dies nicht für alle Programme. Anwendungen wie etwa das beliebte Lightroom zeigen einem die Original-Dateistruktur des Betriebssystems. Dort sind auf der „Macintosh HD“ zunächst nur die Ordner „Benutzer“, „Library“, „Programme“ und „System“ zu sehen. Der „Bilder“-Ordner, zu dem das Icon im Finder verweist, findet sich unter „Benutzer“ und dann dem jeweiligen Benutzernamen (siehe Abbildung).

Zu Verwirrung kann beim Mac auch leicht führen, das in einigen Programmen die englischen Namen zu finden sind: „Benutzer“ werden dann als „Users“ angezeigt, der „Bilder“-Ordner als „Pictures“. Es führt jedoch in der Regel nicht zu Problemen, wenn das jeweilige englische Pendant ausgewählt wird.

Anders als bei Windows können beim Mac übrigens nicht mehrere Ordner automatisch in den „Bilder“-Link im Finder aufgenommen werden. Man kann sich allenfalls mehrere Favoriten zu seinen jeweiligen Foto-Ordnern in die Randleiste legen.

iPhone und iPad

Bildablage iPad
Ist es bei PC-Betriebssystemen noch relativ einfach, die Speicherorte für Aufnahmen zu verwalten, sieht das bei Mobilgeräten leider ganz anders aus. Apple ist dort so konsequent, die Dateistruktur dem Benutzer überhaupt nicht mehr zugänglich zu machen. Das hat umgekehrt den Vorteil, dass man sich nicht mehr damit herumschlagen muss. Die eigentliche Verwaltung übernehmen Apps, vor allem die standardmäßig installierte namens „Fotos“.

Zieht man sich diese ins Dock, erreicht man sehr schnell vom Startbildschirm aus jederzeit seine Aufnahmen. Möchte man aus einzelnen Anwendungen heraus etwas mit Bildern machen, sie also zum Beispiel per Mail verschicken, muss die jeweilige App eine entsprechende Funktion bereitstellen. Die meisten Apps arbeiten praktischerweise direkt mit der Foto-App zusammen, so dass die Bildverwaltung meist reibungslos funktioniert. Für den Zugriff von einem PC aus hat Apple vorgesehen, dass das hauseigene Programm iTunes zum Datenaustausch verwendet wird.

Android-Mobilgeräte

Bildablage Android
Auch bei Android wird die eigentliche Dateistruktur vor dem Benutzer versteckt. Stattdessen stehen wie bei iOS zwei standardmäßig vorinstallierte Apps namens „Fotos“ und „Kamera“ zum Umgang mit Bildern bereit. „Fotos“ erlaubt das Weitergeben von Aufnahmen. Auch andere Apps arbeiten mit der „Fotos“-App zusammen. Wer doch einmal in die Dateistruktur schauen möchte, kann eine Dateimanager-App wie Total Commander nutzen. Dann sieht man, dass die Kamera Handyaufnahmen standardmäßig auf dem primären Speichermedium im Ordner „DCIM“ ablegt. Dort findet man sie auch, wenn man das Mobilgerät per USB-Kabel an den Rechner hängt und die Bilder übertragen möchte.

Da das „primäre Speichermedium“ meist eine fest installierte interne SD-Card oder fest verbauter Flash-Speicher ist, empfiehlt es sich übrigens für fleißige Mobilfotografen, die Datenablage auf eine Zusatz-Speicherkarte umzustellen, da der Speicherplatz sonst schnell knapp werden kann.

Digitalfotografie 03 / 2015

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5 Kommentare

Hallo Frau Hoier, da wir keine näheren Angaben haben und die Ursachen nicht kennen, warum Sie Ihre Aufnahmen nicht angezeigt bekommen, können wir auch keine Hilfestellung bieten. Wir würden schon nähere Angaben benötigen um ggf. helfen zu können. Ihr Prophoto-Team

von Prophoto-Team
24. November 2016, 08:37:55 Uhr

Meine Bilder sind verschwunden Bitte helfen Sie mir

von Hoier Helga
23. November 2016, 19:31:34 Uhr

bin von windows 10 zurück auf windows 7gegangen danach waren die Bilder weg.

von walter senger
10. November 2016, 15:35:23 Uhr

wenn Sie Ihre Aufnahmen gelöscht haben dann kann ein Dienstleister und ggf. eine entsprechende Software helfen. Ob sich die Bilddaten wieder herstellen lassen können wir nicht sagen.

von Prophoto-Team
12. August 2016, 12:32:32 Uhr

Ich möchte meine gelöschte Bilder wieder sehen

von Gezginci melik
12. August 2016, 01:38:17 Uhr

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