Bilddatensicherung: An das Morgen denken damit die Aufnahmen dies auch erleben

Es wird so viel fotografiert wie noch nie in der über 175 Jahre währenden Erfolgsgeschichte der Fotografie. Weltweit sollen es im letzten Jahr über 1 Billionen Aufnahmen gewesen sein, die neu hinzugekommen sind. Bei Billionen, das nur am Rande, geht es um eine Zahl mit 12 Nullen dahinter. Über 1 Billion Aufnahmen das ist gigantisch, sprengt die Vorstellungskraft und ist zugleich Ausdruck dessen, von welcher Bedeutung die Fotografie ist und wie sie begeistert. Die Zahl der Aufnahmen wird weiter wachsen, da muss man kein Prophet sein. Doch wie sieht es mit der Anzahl der Aufnahmen aus, die das Morgen nicht erleben. Da reden wir für 2016 nicht mehr von einer Billion oder mehr Aufnahmen, sondern von deutlich weniger Bildern. Gut, Aufnahmen werden bewusst gelöscht – aber wie viele Aufnahmen sind es, die beispielsweise durch den Verlust des Aufnahmegerätes, durch einen Festplattencrash, oder weil die DVD nicht mehr ausgelesen werden kann, im Jenseits verschwinden. Sind es weltweit jährlich Millionen oder gar Milliarden – wir wissen es nicht. Doch jede Aufnahme, die nicht durch eigenes aktives Handeln – also durch löschen – für immer weg ist, ist ein schwerwiegender Verlust. Vorbeugen kann man dem Bilddatenverlust nur, indem man sich mit der Sicherung seiner Aufnahmen auseinandersetzt. Hier sollte man auch nichts auf morgen oder übermorgen verschieben, denn dann könnte es zu spät sein. Eine einzelne Lösung für 100 prozentige Bilddatensicherheiten auf längere Sicht gibt es nicht. Nur wer auf unterschiedliche Lösungen setzt, der erhöht für sich die Wahrscheinlichkeit die 100 Prozent zu erreichen. Und man muss am Ball bleiben. Lösungen, die vor einigen Jahren eine Option waren, sind heute nicht mehr unbedingt ratsam. Denken wir hier beispielsweise an die CD, DVD oder Blu-Ray. Diese optischen Speichermedien haben eine Lebenszeit von fünf bis zehn Jahren – es können je nach Lagerung auch zwei, drei Jahre länger sein. Ratsam sind diese Scheiben heute aber auch deshalb nicht, weil das Datenvolumen so angewachsen ist und man dann von seinem Urlaub für seine 500 und mehr Bilder schnell fünf oder mehr dieser Datenträger benötigt. Viel Spaß bei der Bildersuche.

Bilddatensicherung

Eine Bilddatensicherung ist schon einmal besser als keine. Ratsamer ist jedoch eine doppelte und optimal ist eine dreifache Sicherung, wenn sie auf unterschiedlichen Medien erfolgt. Wird eine digitale Lösung gewählt, so muss man sich von Zeit zu Zeit immer wieder mit der Bilddatensicherung auseinandersetzen. Hintergrund: Clouddienstleister können ihre Geschäftsbedingungen ändern und digitale Speichermedien haben nur eine begrenzte Lebensdauer.

Cloud – Zukunftsweisen

Die Cloud gilt, je nach Anbieter, derzeit als der sicherste Ort für Daten. Ob die Cloud die beste Lösung für einen persönlich ist, hängt von der Internetverbindung ab. Bekanntlich gibt es in Deutschland heute noch Orte, wo es mit dieser nicht optimal bestellt ist. Es gibt kostenlose Angebote – hier erhält man eine festgelegte Speicherkapazität, die aber nur ein paar wenige oder vom Datenumfang reduzierte Aufnahmen zulässt. Es gibt auch Kombiangebote – denken wir hier an Amazon-Prime-Kunden, die kostenlos unbegrenzt so viele Fotos speichern können, wie sie wollen. Und dann gibt es Clouddienste, die je nach Datenumfang ihre Gebühren staffeln. Der große Vorteil von Clouddienstleister ist, dass sie die Daten nach Unternehmensstandard sichern. Diese sind bekanntlich höher ausgelegt als die Privaten. In der Regel hat man auf den Lagerort der Daten keinen Einfluss, außer man achtet bei der Auswahl des Anbieters darauf, dass dieser mit den hießigen Datenschutzbedingungen wirbt. Für die Cloud spricht auch, dass man von überall auf seine Daten zugreifen kann. Die Bedingungen der Clouddienstleister sollte man gewissenhaft lesen und nicht nur überfliegen. Zudem sollte man den Clouddienstleister im Blick haben – nur so ist sichergestellt, dass man Änderungen im Angebot und den Geschäftsbedingungen auch mitbekommt.

Externe Festplatte

Externe Festplatten sind mit ihren – je nach Bedarf – unterschiedlichen Speicherkapazitäten und ihrer einfachen Handhabung sehr beliebt. Zu beachten ist, dass je nach Beanspruchung ihre Lebenszeit derzeit mit maximal zehn Jahren angegeben wird. Nur auf eine Festplatte sollte man nicht setzen, denn diese kann kaputt gehen. Hinzu kommt, dass man die Daten spiegeln, also wenigstens auf zwei externen Festplatten identisch sichern sollte. Die eine lagert zu Hause, die andere an einem anderen Ort. Kommt es zu einem Einbruch oder kommt es in den eigenen vier Wänden zu einem Brand, so ist die ausgelagerte Festplatte an einem sicheren Ort.

NAS – Eigene Cloud aufbauen

Steht man fremden Cloudanbietern skeptisch gegenüber, so kann man seine eigene Cloudlösung mit NAS (Network Attachmed Storage) schaffen. Hierbei handelt es sich um einen Mini-Computer mit Festplatte. Gute Geräte haben wenigstens zwei Festplatten, so dass die Daten auch gespiegelt werden können. Das NAS lässt sich bei Bedarf über das Internet ansprechen. Damit kann auf die Daten auch von außerhalb zugegriffen werden. Die Datensicherung erfolgt automatisch, auch über das Smartphone oder Tablet.

Gerätespeicher – keine gute Lösung

Smartphones, Tablets bieten einen internen Speicher. Je nach Modell kann darauf eine große Bilddatenmenge abgelegt werden. Auch Kameras bieten mit ihren Speicherkarten einen sogenannten internen Speicher. Diesen alleinig zur Datensicherung zu nutzen ist fahrlässig. Die Geräte können verlegt oder geklaut werden – damit sind alle Daten weg. Auch eine fehlerhafte Bedienung kann zum Bilddatenverlust führen. Und Geräte können auch einen Defekt erleiden und den Zugriff auf Bilddaten verhindern. Der Gerätespeicher ist für den Moment eine gute Lösung – in regelmäßigen Abständen sollten die Daten auf andere Speicherlösungen übertragen werden.

USB – Sticks

Klein und handlich sind die USB-Sticks, die in der Nutzung einfach sind. Ihre Lebensdauer liegt derzeit bei rund zehn Jahren. In der Kleinheit liegt das Risiko von USB-Sticks, denn so einen Stick hat man auch schnell verlegt.

Fotobuch

Das Fotobuch, also die Ausgabe der Bilddaten auf Papier, gilt mit als die Sicherste. Wichtig ist, dass die Aufnahmen groß genug ausgegeben werden, so dass man sie gegebenenfalls auch wieder digitalisieren kann. Möchte man auch hier auf der ganz sicheren Seite sein, dann bestellt man das Fotobuch in doppelter Ausführung und bewahrt eins davon an einem anderen Ort auf. Und wird mal auf die Schnelle ein Geschenk benötigt, so hat man dieses auch gleich zur Hand.

Digitalfotografie 03 / 2017

1 Kommentare

Dieses Thema ist so wichtig und darauf kann man gar nicht genug hinweisen. Jeder der schon mal einen Festplattencrash hatte kann ein Lied davon singen wenn alle Bilddaten weg sind. Das ist echt ein Sch... Gefühl von langer Dauer.

Theresa

von Theresa
30. März 2017, 13:08:44 Uhr

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