Bilddatensicherung: Auf Nummer sicher – So übertragen Smartphone-Fotografen ihre Bilder vom iPhone

Fotos-App
Die Fotos-App hilft beim Übertragen von Bildern zwischen iPhone und Mac.
Urlaubsbilder, Baby-Fotos, Party-Schnappschüsse: Im Smartphone-Speicher konservieren wir häufig wertvollste Erinnerungen. Sie in regelmäßigen Abständen auf den Computer oder in die Cloud zu übertragen, ist mehr als ratsam, denn es spart wertvollen Speicherplatz. Und selbst, wenn das Smartphone verloren geht oder Schaden erleidet, bleiben die liebsten Bilder auf diese Weise erhalten. Bei der Nutzung einer Kamera ist die Bilddatenübertragung klar und ein Kinderspiel: Speicherkarte aus der Kamera entfernen, in den Computer stecken, Bilder hinüberziehen, fertig. Bei Smartphones ist der Vorgang mitunter komplizierter. Wie das Backup dennoch gelingt, erklären wir hier fürs iPhone und iPad mit dem aktuellen Betriebssystem iOS 10. Auf dem Mac kommt macOS Sierra zum Einsatz. Bei älteren Versionen kann die Vorgehensweise von den hier beschriebenen abweichen.

Dies ist der Auftakt einer dreiteiligen Serie. Die Anleitungen für Smartphones mit Googles Android-Betriebssystem und Microsofts Mobilversion von Windows 10 folgen in Kürze.

iOS-Bilder per Fotos-App auf dem Mac sichern

Wer mit iPhone oder iPad fotografiert, muss sich mit Apples geschlossenem Ökosystem auseinandersetzen. Der direkte Zugriff auf die Bilddateien ist eingeschränkt und meist nur über Apples hauseigene Lösungen möglich. Eine Option ist der Abgleich mit der „Fotos“-App, die es jeweils kostenlos für Apples Computer als auch für die Mobilgeräte gibt. Der Austausch kann per Kabel oder übers Internet per Apples Dienst iCloud erfolgen. Wie funktioniert das?

Fotos-App
Die Fotos-App auf dem Mac kann automatisch starten, sobald das iPhone angeschlossen ist – sofern der Nutzer das möchte.
Nutzt der Smartphone-Fotograf nicht die iCloud, verbindet er sein iPhone oder sein iPad per Lightning-Kabel mit den Computer und startet die Fotos-App auf dem Mac. Soll die App künftig automatisch starten, muss dies per Häkchen im Kästchen oben links aktiviert werden.

Die Fotos-App durchsucht das iPhone oder das iPad automatisch nach neuen Bilddateien. Es werden alle Dateien erkannt, die auf dem Mobilgerät im Ordner „Alle Fotos“ liegen. Dies beinhaltet auch Bilder, die mit Apps von Drittanbietern aufgenommen wurden. So tauchen dort auch Dateien von Instagram oder Hipstamatic auf. Bei manchen Apps, wie etwa Whatsapp, können Nutzer das Hinzufügen von Medien deaktivieren.

Fotos-App
Rechts oben im Import-Fenster der Fotos-App auf dem Mac kann der Nutzer entscheiden, ob sie einige oder alle Bilder übertragen möchten.
Sollen alle Bilder oder nur eine Auswahl auf den Mac übertragen werden? Das entscheiden Nutzer mit den Knöpfen oben rechts im Fenster der Fotos-App. Zudem können sie auswählen, ob der Datensatz nach dem Transfer vom Mobilgerät gelöscht werden soll. Dies sollte erst nach Prüfung erfolgen, ob der Datentransfer auch wirklich geklappt hat.

Setzen Nutzer auf die iCloud, brauchen sie für den Transfer kein Kabel. Dann werden Fotos automatisch über das Internet synchronisiert. Das ist bequem, setzt aber ein Grundvertrauen in Cloud-Lösungen voraus. Weitere Tipps zur iCloud folgen weiter unten im Text.

Am Mac auf die Fotos zugreifen

So funktioniert der Direktzugriff auf die Bilder: Die Dateien leben ab jetzt im Finder unter dem Reiter „Bilder“. Dort befindet sich die „Foto-Mediathek“, die mit einem Doppelklick die Fotos-App öffnet. Das tun wir aber nicht. Stattdessen aktivieren wir mit einem Rechtsklick ein Kontextmenü und wählen per Linksklick „Paketinhalt anzeigen“ aus. Im Ordner „Masters“ liegen jetzt, nach Aufnahmedatum sortiert, alle übertragenen Bilder. Diese Bilder können Anwender jetzt nach Belieben ansehen, verschieben oder löschen – so wie jede andere Computerdatei auch.

Masters-Ordner
Über den „Masters-Ordner“ haben Nutzer direkten Zugriff auf die Bilddateien der Foto-Mediathek auf dem Mac.

Natürlich können Anwender die Bilder auch innerhalb der Fotos-App auf dem Mac verwalten, dazu ist sie ja da. Das Übertragen von Bildern von dort an beliebige andere Orte und Programme ist aber umständlicher als der direkte Zugriff über den „Masters“-Ordner auf der Festplatte.

Bilder per E-Mail schicken? Keine gute Idee

E-Mail
Wichtige Fotos per E-Mail niemals komprimieren.
Okay, so gelingt also der Transfer vom iPhone oder iPad zum Mac. Aber wie schicken wir Bilder an ein anderes iOS-Gerät? Ist die iCloud aktiviert, ist das keine Frage. Denn dann werden die neuen Fotos überall hin übertragen und abgeglichen.

Erfahrunggemäß nutzen viele Anwender E-Mails zum Transfer von Bilddateien, zum Beispiel von ihrem iPhone auf ihr iPad. Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Aber es kostet unnötig viel Speicherplatz, denn die Bilder liegen ja nun auch als Kopie im „Gesendet“-Ordner. Außerdem ist dieser Weg anfällig für einen Gewohnheitsfehler. Meist bieten Mail-Programme an, die Fotodateien vor dem Versand zu komprimieren, um die Internetleitung nicht zu sehr belasten. Wer hier am falschen Ende spart und hinterher gar die Originaldateien auf dem Absendergerät löscht, hat nur noch minderwertige Kopien auf dem Empfängergerät.

Bilder „hinübertropfen“ lassen: Transfer per AirDrop

Eine sinnvollere Möglichkeit, einzelne Fotos zum Mac oder an andere iOS-Geräte zu schicken, ist die Übertragung per AirDrop. Bei dieser hauseigenen Technologie von Apple handelt es sich um einen kabellosen Transfer, der auf WLAN und Bluetooth basiert. Die iCloud oder eine andere Internetlösung benötigen Nutzer dafür nicht. Um diese Funktion zu verwenden, melden Nutzer sowohl das Absender- als auch das Empfängergerät im gleichen WLAN-Netz an – egal, ob es sich dabei um iPhone, iPad oder Mac handelt. Bluetooth muss ebenso auf beiden Geräten aktiv sein.

AirDrop
Per „AirDrop“ lassen sich einzelne Fotos einfach und schnell zwischen Apple-Geräten austauschen.

Dann öffnen Nutzer die Einzelansicht des Bildes auf dem iPhone oder iPad, tippen das „Teilen“-Icon unten links an und aktivieren dann das „AirDrop“-Symbol. Im Finder auf dem Mac oder im Kontrollzentrum auf dem anderen iOS-Gerät öffnen Anwender nun ebenfalls den Reiter „AirDrop“. Ist das Zielgerät ein Mac, landet das ausgewählte Foto umgehend in den dortigen „Downloads“-Ordner. Wird ein Foto per AirDrop von einem Mac an ein iOS-Gerät geschickt, öffnet es sich auf dem Zielgerät automatisch in der Fotos-App.

AirDrop funktioniert sehr schnell, eignet sich allerdings nur, um ein paar ausgewählte Bilder auf den Mac zu übertragen. Sollen per AirDrop alle Bilder oder Alben auf dem Mac gesichert werden, ist großer Aufwand nötig: Dann müsste nämlich jedes einzelne Bild angetippt und per AirDrop versendet werden.

iPhone-Fotos in der Cloud speichern

iCloud
Für die Übertragung per iCloud muss in den Einstellungen die Mediathek aktiviert sein.
Die bequemste Lösung, um Fotos zwischen mehreren Apple-Geräten zu synchronisieren, ist Apples hauseigener Web-Dienst iCloud. Dabei werden Fotos und Videos zentral auf Servern gespeichert.
Damit gehen die üblichen Vor- und Nachteile einer Cloud-Lösung einher.

So können Nutzer mit ihrer Apple-ID über bis zu zehn beliebige iOS-Geräte oder Macs auf diese Mediensammlung zugreifen. Über die Adresse https://www.icloud.com/#photos gelangen sie auch in jedem gängigen Browser an ihre Fotos. Geht also ein Gerät verloren oder kaputt, bleibt somit die Bildersammlung an sich erhalten.

Auf der anderen Seite lässt sich ein absoluter Schutz der Daten vor behördlichen oder kriminellen Zugriffen nicht garantieren. Solange Nutzer ihr iCloud-Konto mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung schützen, ist diese Lösung aber so sicher, wie die Cloud eben sein kann.

Wer die iCloud sehr intensiv nutzt, muss zudem Nutzungsgebühren einplanen. Zwar erhält jeder Nutzer von vornherein 5 GB Speicher geschenkt. Aber erfahrungsgemäß füllt sich diese Kapazität sehr schnell, wenn alle Bilder des iPhones oder iPads über mehrere Monate oder Jahre gesichert werden. Ganz zu schweigen davon, wenn auch die Foto-Mediathek des Macs in der iCloud gespeichert wird. Für diesen Fall bietet Apple eine Speichererweiterung im Abo zu vertretbaren Preisen an. Los geht es ab monatlich 99 Cent für 50 GB Speicherplatz. Weitere Optionen sind 2,99 Euro für 200 GB, 9,99 Euro für 1 TB und 19,99 Euro für 2 TB (Stand 12/2016).

Die Foto-Funktionen der iCloud auf iPhone und iPad richtig einstellen

Apples iCloud bietet gleich drei Wege, um Bilder zu übertragen. Ihre Auswahl können Nutzer auf dem iPad und iPhone in den Einstellungen unter „Fotos und Kamera“ treffen. Aber welche ist denn jetzt die richtige?

  • Die Fotomediathek sorgt dafür, dass alle Fotos, die mit einem Apple-Gerät aufgenommen wurden, in Originalauflösung in den Rechenzentren der iCloud gespeichert werden. Auch Änderungen an Bildern werden auf allen Geräten synchronisiert. Das ist die bevorzugte Option für alle, die ihre Fotos nicht nur anderen zeigen, sondern auch wirklich im Sinne eines Backups sichern wollen.
  • Mit Mein Fotostream bietet Apple zwar ebenfalls eine Cloud-Lösung für Fotos an. Damit können Nutzer ihre 1.000 neusten Fotos auf allen verknüpften Geräten aber nur betrachten, nicht im Sinne einer Datei beliebig bearbeiten. Sie werden 30 Tage lang auf den iCloud-Servern gespeichert. Als permanentes Backup eignet sich diese Lösung nicht.
  • Die Fotofreigabe ist eine private Community. Nutzer können dort ihre Bilder für Freunde und Familie als Stream freigeben. Umgekehrt können sie auch die Streams anderer Nutzer abonnieren. Bis zu 5.000 Bilder werden in den Streams permanent gespeichert – allerdings nur in abgespeckter Auflösung. Wer keine Abstriche in der Bildqualität machen möchte, nutzt diese Lösung nicht als Sicherheitsarchiv.

iOS-Fotos auf Windows-Computern sichern

So viele Tipps für Macs. Was ist mit Windows? Ja, auch das Betriebssystem von Microsoft arbeitet mit iPhone und iPad zusammen. Es stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Und wenn wir ehrlich sind, ist der Austausch von Fotodateien sogar um einiges leichter als mit Macs.

iCloud für Windows

Statt einer Fotos-App hat Apple ein iCloud-Programm für Windows entwickelt. Ist es installiert, erscheint im Windows Explorer im Ordnerbaum links der Eintrag „iCloud Fotos“. Bilddateien lassen sich dort per Drag & Drop ablegen oder an einen beliebigen anderen Speicherort in Windows verschieben. Zudem stehen alle mit der iCloud synchronisierten Bilder zur Verfügung, also auch die Bilder, die Nutzer mit ihrem iPhone und iPad geschossen haben.

Alternative Cloud-Dienste

Ein weiterer Cloud-Dienst, der als App im App Store erhältlich ist, ist etwa OneDrive. Der Dienst von Microsoft ist eng mit Windows verzahnt. Gratis spendiert der Anbieter 5 GB. Mehr Speicher kostet. Wer aber zum Beispiel ein Office-Paket für 99 Euro im Jahr (Stand 12/2016) abonniert, erhält mal eben satte 1.000 GB Speicher bei OneDrive dazu. Vorteil dieses Dienstes: Anders als iCloud steht OneDrive auf allen gängigen Desktop- und Mobilbetriebssystemen als vollwertige Anwendung zur Verfügung.

Fotos vom iPhone und iPad dort in Originalqualität hochzuladen, ist kein Problem. Die iOS-App ermöglicht sogar einen automatischen Upload. Dazu gehen Nutzer auf „Ich“, dann „Kameraupload“ und aktivieren dort den entsprechenden Schiebeschalter. Mit dem iOS-Gerät geschossene Fotos werden bei bestehender Internetverbindung kontinuierlich hochgeladen. Ob nur per WLAN oder auch per Mobilfunk, bestimmt der Nutzer.

OneDrive-App
Aktivieren Nutzer in der OneDrive-App den entsprechenden Schalter, werden alle Fotos automatisch in der Cloud gesichert.

Ganz ohne iCloud: iPhone als Laufwerk einbinden

Wer die iCloud nicht nutzen möchte, kann das iPhone oder iPad per Kabel mit dem Windows-Rechner verbinden. Beim Anschließen des iOS-Geräts öffnet sich ein Fenster, das bereits anbietet, die Foto- und Video-Dateien vom Telefon auf den Computer zu importieren. Erscheint dieses Fenster nicht, sollte der PC das iPhone oder iPad dennoch als Speichermedium erkannt haben und im Explorer anzeigen.

Hier kann ebenfalls auf den Foto-Ordner des iPhones zugegriffen werden. Die gewünschten Bild-Dateien oder ganze Ordner können entweder per „Copy & Paste“-Befehl in einen lokalen Ordner auf dem Computer gesichert oder komplett aus dem iPhone-Speicher auf den Computer übertragen werden, sodass wertvoller Speicher im iPhone freigegeben wird.

Sichern von iPhone-Fotos über Zusatzsoftware

Nutzer, die die iCloud nicht mögen, und gleichzeitig erweiterte Funktionen für den Datentransfer wünschen, finden Zusatzsoftware von Drittanbietern. Eine empfehlenswerte Anwendung für Mac und PC ist Syncios Data Transfer. Mit ihr lassen sich neben Fotos auch Kontakte und andere Daten vom iPhone sichern. Entweder als einzelne Dateien oder als komplettes Backup, das sich bei Bedarf auch wieder in einem Rutsch zurückspielen lässt.

Syncios Data Transfer
Die Software Syncios Data Transfer ist eine Art iTunes-Ersatz – aber im Unterschied dazu auch kompatibel zu Android.

Syncios Data Transfer ist flexibel und versteht sich neben iOS auch mit Android. Zudem läuft es auf für Windows und Mac. Angesichts dieser Allround-Fähigkeit ist die Anschaffung für knapp 25 Euro vertretbar. Wer allerdings nur Fotodateien auf einen Windows-PC übertragen will, kann sich das Geld sparen, da der Explorer eben diese Funktionen völlig kostenfrei bietet.

Sie möchten Fotos von einem Smartphone mit Android oder Windows 10 sichern? Anleitungen folgen dazu in Kürze.

Digitalfotografie 12 / 2016

1 Kommentare

Darf ich eine weitere Loesung vorschlagen? Ich nutze derzeit den ApowerManager (https://www.apowersoft.de/smartphone-manager) um meine iphone Fotos auf dem PC zu sichern. Mit dem Programm kann man Daten verwalten, loeschen und importieren und exportieren. Das ganze geht Blitzschnell und ich bin sehr zufrieden.

Franz Weiler

von Franz Weiler
18. Mai 2018, 11:38:37 Uhr

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