Bilddatensicherung - So übertragen Smartphone-Fotografen Bilder von Android-Geräten

Bilddatensicherung
Wie kommen all die schönen Android‐Fotos auf den Computer?
Auf unseren Smartphone befinden sich unzählige Fotos seien es Party-Schnappschüsse, welche aus dem letzten Urlaub oder eben Momente, die wir in Bildern bewahren und festhalten wollten. Viele wertvolle Erinnerungen konservieren wir im Smartphone-Speicher. Sicher sind sie dort nicht unbedingt denn das Smartphone kann verloren und/oder auch kaputt gehen. Aus diesem Grund sollte man seine Fotos – und natürlich auch Videos – in regelmäßigen Abständen auf den Computer oder in die Cloud übertragen. Bei einer Kamera ist die Bildübertragung klar: Speicherkarte aus der Kamera entfernen, in den Computer stecken, Bilder hinüberziehen, fertig. Bei Smartphones ist der Vorgang mitunter komplizierter. Wie das Backup von Android-Smartphones gelingt, erklären wir. Im ersten Teil dieser Serie haben wir Tipps für das iPhone beschrieben. Eine Anleitung für Smartphones mit Microsofts Mobilversion von Windows 10 folgt in Kürze.

Für Mac und PC: Die microSD-Karte als Foto-Bote

Anders als iPhones und iPads verfügen viele Android-Geräte über einen Einschub für eine microSD-Karte. Das ist das kleinere Geschwisterchen der SD-Karte, die in Kameras zum Einsatz kommt. Legen Nutzer die Fotos auf der microSD-Karte ab, können sie diese für den Fototransfer einfach aus dem Smartphone entfernen und in den Karteneinschub des Computers schieben. Die meisten Rechner unterstützen ab Werk jedoch nur die „große“ SD-Karte. Gehört kein entsprechender Adapter zum Lieferumfang der microSD-Karte, hilft der Zubehörhandel weiter. Dort sind microSD-Adapter für rund drei Euro erhältlich.

MicroSD‐Karte
Per MicroSD‐Karte mit Adapter lassen sich Fotos einfach übertragen.

Ob die Fotos von der Kamera-App auf die microSD-Karte statt weiterhin im internen Speicher abgelegt werden, hängt vom Hersteller ab. Etwa bei Huawei wird automatisch die microSD-Karte als Speichermedium priorisiert. LG-Geräte hingegen fragen den Nutzer aktiv und stellen ihn vor die Wahl. In jedem Fall lohnt sich ein Blick in die Einstellungen der Kamera-App, welches Medium gerade ausgewählt ist.

MicroSD‐Karte
Ob Fotos automatisch auf die MicroSD‐Karte gespeichert werden, hängt vom Hersteller ab.

Android-Fotos per Kabel auf dem Windows-PC sichern

Wer Fotos vom internen Speicher seines Android-Smartphone auf einem Windows sichern möchte, schließt das Telefon per USB-Kabel an den Computer an. Das passende Kabel gehört in der Regel zum Lieferumfang des Smartphones. Windows erkennt das Gerät automatisch. Der Explorer zeigt daraufhin ein neues Speichermedium an, auf dessen Ordner zugegriffen werden kann. Nutzer kopieren oder übertragen die Fotos dann per „Drag & Drop“ auf gewünschten Speicherort der Computer-Festplatte.

Im Gegensatz zu komplizierten Sicherungsvorgängen auf den Mac, für die zuerst Programme installiert werden müssen, ist das Übertragen zwischen Android-Smartphone und Windows-Computer somit denkbar einfach.

Übertragung auf dem Mac per Android-File-Transfer

Android-Smartphones und Mac-Computer verstehen sich leider nicht von Haus aus. Wer ein Mobiltelefon oder Tablet mit Googles Betriebssystem an einen Apple-Rechner anschließt und den Finder öffnet, sieht: NICHTS. Automatisch als Laufwerk erkannt wird das Android-Gerät nämlich nicht. Dafür müssen Nutzer ein wenig nachhelfen und die Treiber-Software Android File Transfer auf dem Mac installieren. Sie stammt von Google selbst und ist gratis.

In der Regel sollte das Programm von nun an automatisch starten, sobald ein Android-Smartphone via USB-Kabel mit dem Mac verbunden wurde. Falls nicht, muss es nach Anschließen des Telefons manuell aus dem Programm-Verzeichnis heraus geöffnet werden. Zudem muss auf dem Android-Gerät das „Media Transfer Protocol“ (MTP) aktiviert sein, damit Android File Transfer auf die Dateien auf dem Gerät zugreifen kann. Das erledigen Nutzer, indem sie das Benachrichtigungsfenster antippen, das angezeigt wird, wenn das Smartphone per USB-Kabel mit dem Rechner verbunden ist. Dort aktivieren sie die MTP-Option.

Android File Transfer
Mit der Gratis‐Anwendung Android File Transfer greifen Mac‐Nutzer auf den Speicher ihres Android‐Geräts zu.

Bei erfolgreicher Verbindung zeigt das Programm nun auf dem Mac-Bildschirm eine ganze Reihe Ordner an, die sich auf dem Smartphone befinden. Unter Android befinden sich Foto-Dateien standardmäßig im Ordner „Pictures“. Wer eine eigene Sortierung angelegt und Alben erstellt hat, sollte seine Daten in diesen Ordnern wiederfinden. Über Android File Transfer können nicht nur Fotos per Drag & Drop gesichert werden. Es können auch auf dem Mac befindliche Daten auf das Smartphone gezogen werden.

Android-Fotos per Hersteller-Software auf den Mac übertragen

Oft bieten Smartphone-Hersteller für ihre Modelle eine eigene Synchronisationssoftware als Gratis-Download. Sie bietet mehr Möglichkeiten als Android File Transfer und erledigt die Treiberinstallation automatisch mit. Etwa ein Samsung-Mobiltelefon mit Android überträgt seine Fotos mit der Software Kies auf den Mac.

Samsung Kies erkennt das per USB-Kabel angeschlossene Android-Telefon und zeigt es in einer separaten Leiste auf der linken Seite an. Unter der Geräte-Bezeichnung befindet sich der Reiter „Bilder“. Hier können die auf dem Samsung-Smartphone befindlichen Fotos nach Datum, Monat, Jahr oder nach individuellen Ordnern angezeigt und mit einem Klick auf dem Computer gesichert werden. Je nach Umfang kann das allerdings mehrere Minuten dauern.

Kies erstellt außerdem unter dem Reiter „Sichern/Wiederherstellen“ eine Sicherungskopie des gesamten Samsung-Smartphones. Dabei werden auch Inhalte wie Fotos in einer Sicherungskopie abgelegt. Welche persönlichen Informationen und Inhalte mit Kies gesichert werden sollen, kann per Klick auf einen der grünen Pfeil neben der Option festgelegt werden. Sollten Fotos, die via Backup gespeichert wurden, auf dem Smartphone unwiderruflich gelöscht worden sein, können diese dann mit Kies wiederhergestellt werden.

Bilder per E-Mail schicken? Keine gute Idee

Erfahrungsgemäß nutzen viele Anwender E-Mails zum Transfer von Bilddateien. Daran ist grundsätzlich nicht falsch. Aber es kostet unnötig viel Speicherplatz, denn die Bilder liegen ja nun auch als Kopie im „Gesendet“-Ordner. Außerdem ist dieser Weg anfällig für einen Gewohnheitsfehler. Meist bieten Mail-Programme an, die Fotodateien vor dem Versand zu komprimieren, um die Internetleitung nicht zu sehr belasten. Wer hier am falschen Ende spart und hinterher gar die Originaldateien auf dem Absendergerät löscht, hat nur noch minderwertige Kopien auf dem Empfängergerät.

E‐Mail
Wichtige Fotos per E‐Mail niemals komprimieren.

Übertragen per Cloud mit Google Drive

Auch Cloud-Lösungen eignen sich bei Android-Telefonen hervorragend zum Sichern von Fotos. Neben Dropbox oder OneDrive ist Google Drive eine der bekanntesten Optionen. Der Cloud-Dienst bietet jedem Nutzer, der über ein Google-Konto verfügt, standardmäßig 15 GB kostenlosen Speicherplatz an. Je nachdem, mit welcher Auflösung und in welchem Format Handybilder festgehalten werden, finden in einem 15 GB-Speicher jede Menge Fotos ihren Platz. Google bietet im Abonnement allerdings noch mehr Speicher: 100 GB gibt es für knapp 2 Euro pro Monat und für 1 TB werden 10 Euro pro Monat fällig. (Stand 12/2016)

Nach der Installation von Google Drive auf einem Android-Smartphone, muss in der App jedoch separat bestimmt werden, welche Daten überhaupt in Google Drive gesichert werden sollen. Sollen nur Fotos in der Cloud hinterlegt werden, können diese automatisch in Google Drive gesichert werden. Dafür muss in den App-Einstellungen die automatische Sicherung aktiviert werden. Es können jedoch auch einzelne Ordner festgelegt werden, die in Google Drive gespeichert werden sollen.

Vom Mac aus greifen Nutzer entweder im Browser auf die Cloud-Sammlung zu, oder sie installieren die kostenlose Mac-App von Google Drive. Sie sorgt dafür, dass Google Drive als Laufwerk eingebunden wird. Nach der Einrichtung ist diese per Icon in der Menüleiste oder über den Schnellzugriff im Finder erreichbar. Fotos können dort – wie andere Dateien auch – per Drag & Drop abgelegt, verschoben oder gelöscht werden.

Der Alleskönner: Google Fotos

Für Android-Telefone bietet Google neben Drive auch eine spezielle Bildverwaltung mit dem sprechenden Namen Google Fotos.

Die App bietet neben Bildbearbeitung und automatischer Verschlagwortung zahlreiche Einstellungen für die Sicherung und Synchronisierung der Fotos. So kann etwa bestimmt werden, ob auch aus dem Web heruntergeladene Fotodateien, Screenshots vom Android-Smartphone oder Fotos aus Apps von Drittanbietern wie WhatsApp gesichert werden sollen. Ähnlich wie Drive ist Google Fotos auf dem Computer per Browser oder per Desktop-App erreichbar. Praktisch: sie funktioniert sowohl unter Windows als auch auf dem Mac.

Google Fotos
Nutzer müssen entscheiden, wie hoch bei Google Fotos die Auflösung der hochgeladenen Bilder sein soll.

Google Fotos bietet unter Umständen „unendlichen Speicherplatz“ – allerdings hat das einen Haken. Dies trifft nur zu, wenn Nutzer eine Deckelung der Fotoauflösung auf 16 MP und Videoauflösung auf 1.080p akzeptieren. „Hohe Qualität“ heißt diese Option. Sie kann beim App-Start und in den Einstellungen ausgewählt werden. Bei vielen Smartphones ist das kein Thema, weil die Grenzauflösung geringer ist. 4K-Videos werden dann allerdings heruntergerechnet. Wer seine Aufnahmen als „Original“ in höherer Auflösung bei Google Fotos ablegen möchte, greift sein 15-GB-Gratis-Kontingent des Google Kontos an. Ein Mehr an Speicherplatz ist ebenso wie bei Google Drive kostenpflichtig.

Wie bei allen Cloud-Lösungen gilt, dass Nutzer darauf vertrauen müssen, dass Google die Daten vor dem Zugriff von Behörden, Hackern und vor Serverausfällen gut genug schützt. Der Vorteil der zentralen Cloud-Speicherung: Geht eines der mit dem Speicherkonto verknüpften Geräte kaputt oder verloren, sind die Bilder immer noch da.

Sie möchten Fotos von einem iPhone oder iPad sichern? Tipps dazu finden Sie hier. Eine Anleitung für Windows-Smartphones folgt in Kürze.

Digitalfotografie 12 / 2016

2 Kommentare

Ich habe ebenfalls das Problem, dass der Windows-Explorer nicht immer die Android-Daten erkennt. Daher verwende ich oft auch Google Drive... die Bilder sind zwar sehr groß, aber ich habe so oder so ein Abo mit 100 GB.

nubinou

von nubinou
02. Januar 2017, 22:18:01 Uhr

Leider erkennt der Windows-Explorer die Daten von Android nicht immer, nur den Anschluss als Ladekabel...

Jule

von Jule
21. Dezember 2016, 10:55:26 Uhr

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