Win-Win-Situation: So übertragen Fotografen Bilder von Windows-Smartphones auf den Computer

Windows‐Smartphone
Windows‐Smartphones und Windows‐Rechner verstehen sich in Sachen Fotos sehr gut miteinander.
Was früher die Foto-Kiste war, ist für viele heute das Smartphone. Dort lagern wertvolle, in Bildern konservierte Erinnerungen. Die Foto- und Video-Dateien von Zeit zu Zeit zusätzlich woanders zu sichern, lohnt sich. Denn geht das Smartphone kaputt, verloren oder wird durch ein neues ersetzt, ist die Foto-Sammlung dahin. Der Bildtransfer vom Smartphone ist mitunter etwas komplexer als bei einer Kamera. Wie das Backup von Geräten mit Windows 10 Mobile gelingt, erklären wir in diesem Artikel. Bei den mobilen Versionen von Windows 7 und 8 ist der Vorgang recht ähnlich. Dies ist der letzte Teil unserer Serie „Bilddatentransfer von Smartphones“. Tipps zum iPhone finden Sie hier, welche zu Android-Smartphones hier.

Die Speicherkarte als Botengänger

Speicher
Nutzer können wählen, ob Fotos auf dem Windows‐Smartphone im internen Speicher oder auf der MicroSD‐Karte abgelegt werden.
Wer bei seiner Kamera die Fotodateien per SD-Karte auf den PC oder Mac überträgt, muss sich das bei aktuellen Windows-Smartphones nicht abgewöhnen. In der Regel ist der Datenspeicher der Telefone mit Microsofts Betriebssystem durch eine externe Karte erweiterbar.

Allerdings kommt dabei das MicroSD-Kartenformat zum Einsatz. Einige 2-in-1-Rechner, wie das Microsoft Surface Pro 4, haben einen passenden MicroSD-Karteneinschub. Macs und viele andere Windows-Rechner unterstützen ab Werk jedoch nur die „große“ SD-Karte. Gehört kein entsprechender Adapter zum Lieferumfang der MicroSD-Karte, hilft der Zubehörhandel weiter. Dort sind MicroSD-Adapter für rund drei Euro erhältlich.

Legen Nutzer die Fotos auf der MicroSD-Karte ab, können sie diese für den Fototransfer einfach aus dem Smartphone entfernen und in den Karteneinschub des Windows- oder Mac-Computers schieben. Wie bei von uns getesteten Microsoft Lumia 950, muss in manchen Fällen dazu erst die Rückseite des Smartphones entfernt werden.

Wer die Speicherkarte als Transfermedium bevorzugt, sollte sicherstellen, dass die Bilder auch dort und nicht im internen Smartphone-Speicher abgelegt werden. Dazu öffnen sie die Einstellungen-App des Windows-Smartphones und wählen die Menüpunkte „System“ / „Speicher“ aus. Schneller geht es über das Zahnradsymbol in der Kamera-App. Das Lumia 950 hat uns beim Einlegen der Karte nach dem künftigen Speicherort gefragt.

Ab durch die Strippe: Fotos per Kabel auf den Computer übertragen

Wie eine Kamera können Nutzer auch Windows-Smartphones per USB an den Computer anschließen. Ein USB-Kabel gehört meist zum Lieferumfang des Mobiltelefons.

Aktionsfenster
Wird das Windows‐Smartphone an den Windows‐Rechner angeschlossen, öffnet sich ein Aktionsfenster.
Bei Macs ist diese Mühe aber vergebens. Ein kabelgebundener Datentransfer von Smartphones mit Windows 10 Mobile auf Mac-Rechner ist derzeit schlicht nicht möglich (Stand 12/2016). Eine früher verfügbare Synchronisations-App für Apples macOS-Betriebssystem hat Microsoft ersatzlos zurückgezogen.

Hingegen tadellos verstehen sich natürlich Smartphones und Computer, die beide ein Betriebssystem von Microsoft nutzen. Schließen Nutzer ihr Windows-Smartphone an den PC, erkennt dieser das Gerät automatisch. Öffnet sich auf dem Windows-Smartphone ein Fenster und fragt um Erlaubnis für eine USB-Datenverbindung, bestätigen Nutzer diese einfach.

Auf dem Windows-Computer öffnet sich dann ein Fenster, das Nutzern anbietet, eine „Aktion“ für das neu angeschlossene Gerät auszuführen. Im Wesentlichen entscheiden sich Nutzer dann, ob sie Bilder über den Explorer oder die Fotos-App importieren wollen.

Direktzugriff am PC per Windows Explorer

Ist das Smartphone per Kabel verbunden, zeigt der Windows Explorer ein neues Speichermedium an. In unserem Fall hieß es „Windows phone“. Mit einem Klick auf das Gerät greifen Nutzer wahlweise auf den internen Speicher (Laufwerk „Phone“) oder die Speicherkarte (Laufwerk „SD card“) zu. Die Bilder befinden sich jeweils im Ordner „Pictures“. Nutzer kopieren oder übertragen von dort aus die Fotos zum gewünschten Speicherort der Computer-Festplatte. Da wir im Lumia 950 zuvor „JPG und DNG“ als Formatoption gewählt haben, sind beide Dateivarianten in der Explorer-Ansicht vorhanden.

eigenes Laufwerk
Das Windows‐Smartphone wird im Explorer als eigenes Laufwerk angezeigt.

Datentransfer mit Microsofts Fotos-App

Unter Windows 10 auf dem Desktop-Rechner ist eine Bildverwaltung namens Fotos vorinstalliert. Um Aufnahmen zu übertragen, öffnen Nutzer die App und klicken rechts oben in der Menüleiste auf „Importieren“. Dann öffnet sich ein Import-Fenster, in dem alle neuen Fotos und Videos gelistet sind. Sollen bestimmte Aufnahmen nicht importiert werden, können Nutzer diese per Häkchen abwählen.

Fotos‐App
In der Fotos‐App können Nutzer neue Bilder importieren.

Im nächsten Fenster entscheiden Nutzer sich für eine Sortierung nach Monat oder Tag und wählen einen Speicherort. Standardmäßig werden die Bilder im Bibliotheks-Ordner „Bilder“ gespeichert. Außerdem können Nutzer per Haken bestimmen, ob die importierten Bilder anschließend vom Smartphone gelöscht werden sollen. Hier empfehlen wir die Aufnahmen erst zu löschen wenn zuvor geprüft wurde, ob der Bilddatentransfer auch wirklich geklappt hat.

Bei einem Blick in den Explorer stellen wir fest, dass nur die DNG-, aber nicht die JPG-Version einer Datei übertragen wurde. Da das RAW-Format mehr Bildinformationen enthält, ist das eine gute Wahl.

Der bequemste Weg: Cloud-Sync per OneDrive

OneDrive
Damit alle Bilder automatisch bei OneDrive gesichert werden, müssen Nutzer die entsprechende Einstellung in der Fotos‐App aktivieren.
Wer statt MicroSD-Karte oder Kabel die Cloud wählt, spart sich Arbeit. OneDrive ist der hauseigene Cloud-Speicher von Microsoft. Er ist sehr eng mit dem Windows-Ökosystem verzahnt und daher vorinstalliert. Dateien überträgt OneDrive übers Internet und speichert sie dabei auf Servern von Microsoft. Wie bei allen Cloud-Lösungen gilt: Nutzer müssen darauf vertrauen, dass Microsoft die Daten vor dem Zugriff von Behörden und Hackern sowie vor Serverausfällen gut genug schützt.

Der Transfer erfolgt automatisch. Nutzer brauchen nur zuzugucken, wie ein Foto nach dem anderen im Bilder-Ordner der OneDrive-App unter Windows eintrudelt. Sie ist als eigenes Laufwerk im Windows Explorer zu finden. Sobald synchronisiert, sind die Aufnahmen auch in der Fotos-App auf dem Rechner sichtbar.

Voraussetzung ist, dass Nutzer mit ihrem Microsoft-Account auf dem Windows-Computer eingeloggt sind und auf dem Windows-Smartphone den Auto-Upload aktiviert haben. Dafür gehen Anwender auf einem Lumia 950 in die mobile Fotos-App (nicht Kamera-App). Hinter den drei horizontalen Punkten unten rechts verbergen sich die Einstellungen. Dort runterscrollen, „OneDrive-Uploadeinstellungen verwalten“ klicken und den nächsten Schiebeschalter auf „Ein“ stellen.

OneDrive ist auch auf dem Mac erreichbar

Microsofts Cloud-Dienst ist auch als Mac-App verfügbar und daher eine praktische Möglichkeit, Daten mit Rechnern von Apple zu synchronisieren. Ist OneDrive auf dem Mac installiert, tauchen damit synchronisierte Bilder im Order „Bilder“ und dort unter „Eigene Aufnahmen“ auf.

Bilder per E-Mail schicken? Keine gute Idee

Erfahrungsgemäß nutzen viele Anwender E-Mails zum Transfer von Bilddateien. Das ist grundsätzlich nicht falsch. Aber es kostet viel Speicherplatz, denn die Bilder liegen ja nun auch als Kopie im „Gesendet“-Ordner. Außerdem ist dieser Weg anfällig für einen Gewohnheitsfehler. Viele Mail-Programme ermöglichen, die Fotodateien vor dem Versand zu komprimieren, um Datenvolumen zu sparen. Wer sich dafür entscheidet und hinterher gar die Originaldateien auf dem Absendergerät löscht, hat nur noch minderwertige Kopien auf dem Empfängergerät.

Sie möchten Fotos von einem iPhone oder iPad sichern? Tipps dazu finden Sie hier. Zu einer Anleitung für Android-Smartphones geht es hier entlang.

Digitalfotografie 01 / 2017

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden