Digitale Speichermedien und was kostet Speicherplatz im Vergleich?

Papierbilder
Das Datenvolumen eines jeden einzelnen von uns steigt stetig von Jahr zu Jahr. Nehmen Sie allein Ihre neu hinzugekommen Bild- und Videodaten aus dem letzten Jahr und stellen Sie diese Ihrer Datenmenge vor fünf und vor zehn Jahren gegenüber – Sie werden erstaunt sein wie Ihr jährlicher Datenberg rapide anwächst. Die Gründe für die auch in Zukunft weiter anwachsenden Datenmengen eines jeden einzelnen sind vielschichtig. Zum einen fotografiert heute jeder mehr als vor zehn Jahren. Dies hängt auch mit den sozialen Netzwerken zusammen und das Bilder heute das Kommunikationsmittel sind, das die Sprache zunehmend verdrängt. Hinzugekommen – und das lässt das Datenvolumen weiter rapide wachsen – ist zudem die verstärkte Nutzung der Videofunktion. Allein auf YouTube werden aktuell nach Unternehmensangaben pro Minute über 400 Stunden Videomaterial hochgeladen. Und ein dritter wesentlicher Punkt, warum das Datenvolumen weiter wächst, ist die gestiegene Leistungsfähigkeit aktueller Aufnahmegeräte. Lag das Datenvolumen in der höchsten Auflösung vor rund zehn Jahren im Durchschnitt bei schätzungsweise zwei Megabyte sind heute pro Bilddatei zehn und mehr Megabyte der Standard.

Weltweit wird aktuell allein für das Jahr 2020 eine neu hinzugekommene Datenmenge von 40.000 Exabyte prognostiziert. Ein Exabyte – auch EB oder EByte – ist eine Maßeinheit für Speicherkapazitäten und derzeit die sechstgrößte auf der verfügbaren Liste der Maßeinheiten. Das Exabyte steht für 1018, was 1.000.000.000.000.000.000 Byte entspricht. Der Präfix Exa ist ein dezimaler Begriff und bedeutet eine Milliarde Milliarden oder eine Trillion. Gebräuchlich ist es zu sagen, dass ein Exabyte eine Trillion Byte beziehungsweise eine Milliarde GB darstellt. Eine solche Datenmenge entspricht DVD-Videos/Aufzeichnungen von 50.000 Jahren Laufzeit laut searchstorage. Bleibt man bei dem visuellen Vergleich mit DVDs, um sich die Dimension für 2020 an neu hinzugekommenen Daten besser vorstellen zu können, dann entspricht die allein für das Jahr 2020 neu hinzugekommene Datenmenge 160 Billionen Blu-rays. Würde man diese, so ProfiFoto, ohne Hüllen aufeinander stapeln, wäre der entstehende Turm fünf Mal höher, als der Mond von der Erde entfernt ist.

Wer heute also sagt, dass eine Aufnahme quasi nichts kostet hat nur dann Recht, wenn man die Kosten für die Speicherung/Sicherung der Daten auf den diversen Speichermedien nicht mit einbezieht. Movie-Maker Kizoa hat neun verschiedene Datenträger einem Check unterzogen und beantwortet die Frage: Was kostet 1 Gigabyte Speicherplatz:

Datenträger Einzelpreis Speicherplatz Kosten 1GB
Cloud 0,00€ je nach Anbieter zw. 2GB-15GB 0,00€
Blue-ray Disc 0,75€ 25GB 0,03€
Festplatte (extern) 52,99€ 1TB 0,05€
DVD-R 0,32€ 4,7GB 0,07€
DVD-RW 1,27€ 4,7GB 0,27€
CD-R 0,28€ 700MB 0,40€
USB-Stick 6,99€ 16GB 0,44€
SD-Karte 8,99€ 16GB 0,56€
CD-RW 0,70€ 700MB 0,99€

Als sicherster digitaler Speicherort, auf den man von überall aus zugreifen kann, gilt derzeit die Cloud. Alle anderen oben aufgeführten Speichermedien haben eine begrenzte Lebensdauer. Die externe Festplatte mit ihrem im Vergleich zu DVDs und CDs wesentlich höherem Speichervolumen gilt für viele Anwender, die ihre Datenhoheit behalten und diese entsprechend nicht auslagern möchten, als praktikable Alternative. Dabei wird jedoch gern unterschätzt, dass die Lebensdauer von externen Festplatten je nach Beanspruchung begrenzt ist. Hinzu kommt, dass externe Festplatten anfällig gegen Stöße sind, die zu Datenverlusten führen können.

Betrachtet man den Einzelpreis, so schneiden CDs, DVDs und die Blue-ray Discs nach der oben aufgeführten Untersuchung mit ihren Einzelpreisen als digitales Speichermedium günstig ab. Im Gegensatz zu externen Festplatten haben sie jedoch ein geringeres Speichervolumen und die Lebensdauer wird je nach Beanspruchung aktuell mit rund zehn Jahren angegeben. Kratzer, zu viel Licht und eine hohe Luftfeuchtigkeit können die Lebensdauer deutlich verkürzen, mit dem Ergebnis, dass auf die Daten nicht mehr zugegriffen werden kann. Zu bedenken ist zudem, dass sich die Lebensdauer bei wiederbeschreibbaren CDs und DVDs pro Schreibzyklus verkürzt.

Der USB-Stick zur Datensicherung ist aufgrund seiner Kleinheit nicht ratsam und nur als vorübergehende Sicherheitskopie zu empfehlen. Ein weiterer Nachteil ist die geringe Fläche zur Beschriftung. SD-Karten gelten zwar als relativ sicher, aber auch sie stellen nur eine vorübergehende Option zur Sicherung von digitalen Daten dar. Spezielle Hüllen, die sich gut beschriften lassen, tragen zu ihrer Lebensdauer bei, weil die Kontakte beispielsweise vor mechanischen Beschädigungen geschützt werden.

Um dem digitalen Vergessen vorzubeugen ist es notwendig, sich mit der Archivierung seiner Bild- und Videodaten intensiv auseinanderzusetzen. Einem alleinigen digitalen Speichermedium sollte man sein Vertrauen nicht ausschließlich schenken. Ratsam sind drei Sicherungskopien auf unterschiedlichen Speichermedien – wozu auch die Cloud zu rechnen ist – sowie eine analoge Sicherungskopie mit der Ausgabe auf Papier in Form beispielsweise eines Fotobuches. Bewusst muss man sich darüber sein, dass jedes digitale Speichermedium eine gewisse Halbwertszeit hat und Cloudanbieter ihren Service auch wieder einstellen können. Wichtig ist es also, sich permanent mit der Archivierung seiner Bild- und Videodaten auseinanderzusetzen, um die Wahrscheinlichkeit des Datenverlustes für sich zu reduzieren.

Digitalfotografie 04 / 2017

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5 Kommentare

"USB-Stick zur Datensicherung ist aufgrund seiner Kleinheit nicht ratsam". Was ist denn das für ein Argument? Das USB Stiks und SD-Karten aufgrund ihres verwendeten Flash Speichers total ungegeignet zur Archwierung sind, wäre an dieser Stell wohl die Sinnvole Informatuion gewesen.

ED

von ED
16. April 2017, 19:21:08 Uhr

Würde schon sagen dass die Cloud vom Prinzip die sicherste Speicherlösung ist. Skepsis ist aber sicherlich angebracht denken wir nur an die Hacker. Ist doch immer wieder von Promi-Nacktbildern zu lesen die irgendwie online gehen. Was mich nervt sind die sich oft ändernden Bedingungen.

Pascal

von Pascal
13. April 2017, 15:50:51 Uhr

Also mir sind schon CDs über die Wupper gegangen. Sicherlich waren sie eine zeit lang eine gute Option zur Speicherung von Bilddaten. Heute gibt es bessere Lösungen. Und wenn die CDs wie bei Sirius13 schon 15 Jahre alt sind, dann würde ich die Daten auf ein anderes Speichermedium übertragen. Gruß Sebastian

Sebastian H.

von Sebastian H.
13. April 2017, 15:36:41 Uhr

Die CD s zur Archivierung meiner Fotos sind zum Teil mehr als 15 Jahre alt und laufen noch Top. Digitale Hi8 Bänder mit Videos und , Festplatten auch... .Kein Grund also hier so eine Panik zu verbreiten und schon gar nicht Reklame für Cloudsysteme zu betreiben deren Datensicherheit nicht überprüft werden können.

Sirius13

von Sirius13
12. April 2017, 23:50:08 Uhr

Das mit der analogen Sicherungskopie ist bei den heutigen Bildermengen ein Witz (oder PR für ein Fotobuch?) und auch nicht unbedingt umweltfreundlich. Wenn man ' analoge Sicherungskopie' durch 'seine besten Bilder' ersetzt ist das schon realistischer. Die Lebensdauer von 10 Jahren bei optischen Medien ist optimistisch, Wer lagert diese schon bei der vorgeschriebenen Temparatur und Luftfeuchtigkeit? Wenn man diese zur Archivierung nutzt sollte man für die Langzeitarchivierung spezifizierte Datenträger nutzen. Dem Rest kann ich zustimmen. MfG Hans

Hans

von Hans
12. April 2017, 16:16:14 Uhr

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