Digitalfotografie - Imaging Workflow

Ist von der Digitalfotografie die Rede, dann folgt im gleichen Atemzug die Begrifflichkeit Imaging Workflow – manchmal auch als digitaler Workflow bezeichnet. Doch was ist darunter eigentlich zu verstehen? Der Imaging Workflow beinhaltet den umfassenden Prozess – der keine Einbahnstraße ist – von der Aufnahme, dem Transfer von Bildern sowie Videos, deren Archivierung sowie Bearbeitung bis hin zur Ausgabe. Der Imaging Workflow folgt einer logischen Schritt-für-Schritt-Reihenfolge – diese wird von Anwendern in der Form aber nicht unbedingt eingehalten.

Lutz Weigert, EGA Winterleuchten, Blende-Fotowettbewerb
Lutz Weigert, EGA Winterleuchten, Blende-Fotowettbewerb

Der Startschuß des Imaging Workflows beginnt mit der Aufnahme. Die Bildaufzeichnung erfolgt in der Regel auf eine Speicherkarte. Bestmöglich umgehend nach der Fototour werden die Bilddaten von der Kamera auf einen Computer (PC, Rechner) übertragen. Oftmals wird diese Bildübertragung aus Zeitgründen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Damit geht man ein hohes Risiko des Datenverlustes ein, denn beispielsweise durch eine falsche Kamerabedienung, durch einen plötzlichen Defekt der Speicherkarte, aber beispielsweise auch durch einen Diebstahl der Kamera, kann es zu einem unwiederbringlichen Verlust der Bild- und Videodaten kommen.

Imaging Workflow – Bild- und Videodatenübertragung auf Rechner

Hier stehen Anwendern heute unterschiedliche Wege offen. So kann die Kamera für den Bild- und Videodatentransfer über ein Kabel mit dem Rechner verbunden werden. In diesem Fall wird die Kamera als Laufwerk angezeigt und die Bild- sowie Videodatenübertragung kann gestartet werden. Eine andere Option ist die Datenübertragung über einen Kartenleser, der mit dem Rechner verbunden ist und in den die Speicherkarte von der Kamera eingelegt wird. Damit der Kartenleser die Speicherkarte auch erkennt ist es wichtig, dass sie einander verstehen. Ein Kartenlesegerät von vor fünf Jahren wird eine aktuelle Speicherkarte mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr auslesen können. Verfügt der Rechner über einen Speicherkartenslot, so wird die Speicherkarte in diesen eingeschoben und die Datenübertragung kann erfolgen. Ist man im Besitz einer recht aktuellen Kamera, die kabellos mit Geräten in Verbindung treten kann, so kann die Datenübertragung auch auf diesem Weg erfolgen. Für einzelne Aufnahmen ist dies sicherlich eine Option – handelt es sich aber um eine größere Datenmenge die übertragen werden soll, dann sollte der Bild- und Videodatentransfer über die anderen genannten Optionen erfolgen.

Sind die Bild- und Videodaten übertragen, so gilt es vor ihrer Löschung auf der Speicherkarte zu prüfen, ob der Transfer geklappt hat und ob auch ja alle Bild- und Videodaten auf den Rechner überspielt wurden. Erst wenn dies der Fall ist, kann die Speicherkarte von ihrem Bildballast befreit werden. An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass zahlreiche Fotobegeisterte ihre Speicherkarten als zusätzliche Dauerspeicherlösung nutzen.

Imaging Workflow – Backup – zusätzliche Bild- und Videodatensicherung

Möchte man die Wahrscheinlichkeit des Bild- und Videodatenverlustes für sich auf ein Minimum reduzieren, so sollte man seine Daten auf unterschiedlichen Speichermedien doppelt und bestenfalls dreifach sichern. Die Cloud, also das Ablegen der Daten in der Wolke, gilt heute mit zu den sichersten Speicherorten. Der Vorteil der Cloud ist zudem, dass man von überall aus auf seine Daten zugreifen kann. Kommt die Cloud für einen nicht in Frage und möchte man dennoch von überall auf seine Bild- und Videodaten zugreifen, so ist eine Netzwerk-Festplatte, die auch unter dem Namen „NAS“ (= Network Attached Storage) bekannt ist, eine Alternative. Wie der Begriff vermuten lässt, handelt es sich zunächst um einen Datenspeicher wie eine beliebige externe Festplatte. Ein NAS verfügt darüber hinaus aber mittlerweile über die Fähigkeiten eines Computers und kann daher eine Menge mehr leisten als nur die Bildablage. Als Speichermedium sehr stark verbreitet ist die zusätzliche Sicherung der Bild- und Videodaten auf externen Festplatten. Zu bedenken ist hier allerding, dass externe Festplatten eine begrenzte Lebensdauer haben und anfällig gegen Stöße sind, die im schlimmsten Fall zu einem Datenverlust führen können. Werden Festplatten als zusätzliche Sicherungskopie genutzt, so sollten diese im Falle eines Brandes oder Einbruchs an einem anderen Ort bei Freunden oder Familienangehörigen hinterlegt sein. Früher sehr beliebt als Speichermedium waren CDs und DVDs. Da der Umfang an Bild- und Videodaten eines jeden einzelnen kontinuierlich von Jahr zu Jahr zunimmt und man beispielsweise seine visuellen Urlaubsimpressionen in den seltensten Fällen heute auf eine Scheibe bekommt, stellen diese Speichermedien keine praktikable Archivierungslösung dar. Ein weiterer Aspekt, der gegen diese Speichermedien spricht ist ihre begrenzte Lebensdauer, die unter anderem auch abhängig vom Lichteinfluss sowie von der Feuchtigkeit ist. USB-Sticks als zusätzliche Sicherungskopie sind wegen ihrer Kleinheit und der geringen Beschriftungsmöglichkeiten nicht praktikabel.

Imaging Workflow – Bildarchivierung

Mit der Bild- und Videodatenübertragung auf einem Rechner ist es im Prinzip nicht getan. Die Daten müssen verwaltet werden, möchte man nicht im Bilderchaos untergehen. Zwei Optionen stehen Anwendern mit einer selbst geschaffener Ordnerstruktur und spezieller Bildarchivierungssoftware zur Verfügung. Die Investition in letztgenanntes zahlt sich unter anderem in freier persönlicher Zeit aus. Noch viel wichtiger ist aber, dass Archivierungssoftware ein mehr an Funktionen bietet, die einen deutlichen Mehrwert bieten. So hat man beispielsweise die Option, seine Fotos zu bewerten oder mit Stichworten zu versehen. Die Bildbewertung ist zum Beispiel dann sehr praktisch, wenn man am Ende eines Jahres ein Fotojahrbuch machen möchte. Über das System bekommt man in Windeseile die besten Aufnahmen angezeigt und muss nicht mehr Aufnahme für Aufnahme durchgehen. Zahlreiche Archivierungssysteme verfügen zudem über intelligente Bilderkennung. Dies ist zum Beispiel dann sehr praktisch, wenn man alle Aufnahmen einer Person angezeigt bekommen möchte weil man dieser mit einem Jubiläumsfotobuch eine Freude machen möchte. Natürlich kostet die Verschlagwortung der Aufnahmen sowie ihre Bewertung Zeit – am Ende hat man jedoch deutlich Zeit gewonnen.

Alexander Staub, Der Dresdner Zwinger, Blende-Fotowettbewerb
Alexander Staub, Der Dresdner Zwinger, Blende-Fotowettbewerb

Imagingworkflow – Bildbearbeitung

Bildbearbeitung ist, wird im JPEG-Format fotografiert, theoretisch und somit praktisch kein muss. Doch wenn Aufnahmen beispielsweise groß als Print ausgegeben werden sollen, als Motiv für eine selbstgestaltete Fotopostkarte dienen oder in das Fotojahrbuch sollen, dann ist es ratsam, einen kritischen Blick auf die Aufnahmen zu werfen. Im Fokus sollte hier beispielsweise der Ausschnitt ebenso stehen wie Kontrast und Co. Hin und wieder sind auch störende Bildelemente wie beispielsweise Strommasten zu entfernen, um die Bildaussage auf das Wesentliche zu konzentrieren. Lohnenswert ist auch das Experiment mit Farbe und Schwarzweiß. Werden Bilder bearbeitet so sollte dies immer an der Kopie erfolgen – so bleibt das Original immer unangetastet. Als Speicherformat sollte man sich für ein nicht verlustbehaftetes wie JPEG entscheiden.

Wird im RAW-Bildformat fotografiert dann ist Bildbearbeitung Pflicht. Die Bildbearbeitung ist im Übrigen nicht-destruktiv – das Ausgangsbild bleibt also immer erhalten. Die bearbeiteten Aufnahmen müssen in den bekannten Bildformate (TIFF, PNG, JPEG) gespeichert werden.

Imaging Workflow – digitale und analoge Ausgabe

Am Ende des Imaging Workflows steht die Bildausgabe – ein weitgefasster Begriff in der heute so facettenreichen Welt. Zur Bildausgabe gehört strenggenommen die Bild- und Videopräsentation in sozialen Netzwerken ebenso wie auf der – sofern vorhanden – eigenen Homepage oder über den Fernseher, Beamer etc. Unter analoger Ausgabe ist die Bildpräsentation auf allen nur denkbaren haptischen Medien zu verstehen. Geläufig und an Verbreitung weiter gewinnend ist die Ausgabe auf Papier und zwar als XXL-Vergrößerungen ebenso wie in Form von Fotobüchern oder beispielsweise Fotokalendern. Schaut man sich die Absatzentwicklungen der Printprodukte – wie sie die Bilddienstleister mit ihrem breiten Portfolio zur Verfügung stellen – an, so nimmt das Interesse an haptischen Bilderlebnissen auch unter dem Nachwuchs von Jahr zu Jahr weiter zu. Grund dafür ist unter anderem das sehr viel intensivere Bilderlebnis über die haptische Erlebniswelt. Wer den kreativen Prozess der Fotografie bei der Ausgabe fortsetzen möchte, der tut dies wenn er seine Fotos über FineArt-Papiere entweder selbst oder über einen Dienstleister ausgibt.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Übrigens: Der Startschuss zu „Blende 2017“ ist inzwischen gefallen.

Digitalfotografie 05 / 2017

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