Flachbettscanner

Gasse Bildgalerie betrachten

Blende ,“Gasse”
Dr. Gerd Ludwig

Wer analog photographiert, kann seine Aufsichtsvorlagen, Negative und Dias mit Hilfe von Scannern digitalisieren, um digitale Bilddaten zu erhalten, die er beispielsweise bearbeitet oder um diese ins Netz zu stellen oder per e-mail zu versenden. Natürlich bieten Scanner auch die Möglichkeiten, andere Vorlagen, wie beispielsweise Bücher, Illustrierte, Briefe, zu digitalisieren. In der Photopraxis haben wir bereits die Photokunst aus dem Scanner, die "Scanart", vorgestellt, die Bilder hervorbringen kann, die zu begeistern verstehen.

Man unterscheidet bei den Scannern zwischen Flachbettscannern, Trommelscannern, professionellen Flachbettscannern und Kleinbild-Diascannern. In Reproanstalten und professionellen Studios kommen professionelle Flachbett- und Trommelscanner zum Einsatz, während in Privathaushalten und Büros Flachbettscanner, die es auch mit Durchlichteinheiten für Kleinbild gibt, bevorzugt werden.

Flachbettscanner sind vergleichbar mit Kopiergeräten, ihre übliche maximale Vorlagengröße ist DIN A4, es gibt sie aber auch in DIN A3. Mit Hilfe einer Lichtquelle und einem CCD-Zeilensensor wird die Vorlage abgetastet und die Daten in Pixel umgewandelt. Mit einem Flachbettscanner können nichttransparente Papiervorlagen wie Photos, gedruckte Seiten aber auch dreidimensionale Gegenstände eingescannt werden. Je nach Scannertyp gibt es auch Flachbettscanner, die auch Durchsichtsvorlagen, wie zum Beispiel Dias und Negative, digitalisieren können. Im unteren Preissegment reicht die Leistung jedoch für wirklich bestechende Ergebnisse nicht aus. Wer von seinen Negativen/Dias für beispielsweise Ausstellungsvergrößerungen von 50 x 60 cm gute digitale Datensätze benötigt, der sollte sich an ein professionelles Reprostudio wenden.

Flachbettscanner werden in unterschiedlichen Auflösungen, die für die Qualität des digitalisierten Bildes wichtig ist, angeboten. Die Scannerauflösung wird normalerweise in dpi angegeben. Hieraus kann entnommen werden, wie viele Punkte pro Zoll (dots per Inch) die Sensoren des Scanners erfassen können. Je höher die Auflösung eines Scanners ist, desto besser ist die digitalisierte Bilddatei in Schärfe und Feinheit. Nicht immer wird die höchste Auflösung eines Scanners benötigt, wenn beispielsweise Photos für das Netz digitalisiert werden sollen, hier besteht die Option, die Auflösung zu ändern. Manche Scannerhersteller bieten eine interpolierte Auflösung an, die oftmals beeindruckend hoch liegt, wodurch man sich nicht täuschen lassen sollte. Bei einer Interpolation werden Pixel aus benachbarten, physisch erfaßten Pixeln berechnet, das heißt, erfaßte Pixel werden in kleinere Pixel unterteilt. Die Auflösung wird dadurch in der Tat höher, die Details aber nicht feiner. Die interpolierte Auflösung ist dann von Interesse, wenn ein gescanntes Bild stark vergrößert werden soll. In diesem Fall wird durch die größere Pixelzahl der gefürchtete "Sägezahn" oder "Treppcheneffekt" gemildert. Beim Kauf sollte auch auf die maximale Farbtiefe geachtet werden. Über die Farbtiefe wird definiert, wie viele Farben höchstens im Bild enthalten sein können und auf welche Weise sie definiert sind, das heißt wie viele Bits für das Speichern der Farbinformationen verwendet werden können. Die Farbtiefe kann zwischen 1 Bit (Schwarzweiß) und 24 Bit (16,7 Millionen Farben) liegen. Je höher die Farbtiefe ist, umso größer ist auch der Speicherbedarf der Bilddatei.

Ohne jetzt näher auf die Grundlagen des Scannens einzugehen, sollte man beim Scannen berücksichtigen, daß mit jedem Scannen die Qualität der Originalvorlage beeinträchtigt wird. Dies macht sich nicht unbedingt bei den ersten fünf Scans bemerkbar. Unser Tip kann deshalb nur lauten: Die Vorlage mit einer hohen Auflösung einzuscannen, zu speichern und dann für den jeweiligen Bedarf herunter zu rechnen und die Datei zu speichern.
 

Digitalfotografie 04 / 2004

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