Fotowissen: Geotagging - So einfach geht´s

© Fotograf: Linus Piehler, Be reigning, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Linus Piehler, Be reigning, Blende-Fotowettbewerb
Wer einmal vor der Frage stand, wo ein bestimmtes Foto aufgenommen wurde, wird über das Geotagging die Antwort erhalten. Hierbei werden digitalen Fotos – neben den Angaben zu den Kameraeinstellungen – auch die Informationen zu Längen- und Breitengraden des Aufnahmeortes zugeordnet. Neben Geotagging wird diese Verortung einer Aufnahme auch Georeferenzierung, Geokodierung oder Geo-Imaging genannt. Eingebettet werden die Informationen in den EXIF-Daten (Exchangeable Image File Format) eines Fotos. Geotag setzt sich zusammen aus den Worten „Geo“ als Kurzform für „geografisch“ und „tag“, der Benennung einer spezifischen Information im digitalen Datenfluss.

Die Möglichkeiten zur Verwendung von Aufnahmen mit Geodaten sind vielfältig. Sie können die Bildersuche optimieren, effektvolle Präsentationen ermöglichen, fügen die Ortsangaben zum Bild automatisch bei Community-Plattformen wie Flickr, Facebook oder Google Earth ein. Zudem erlauben die Geotags in Verbindung mit einer entsprechenden Software die nachträgliche Darstellung der Reiseroute, beispielsweise für einen Vortrag zu einer Fototour oder in einem Fotobuch wenn der Bilddienstleister diese Option anbietet.

Direktes Geotagging mit der Digitalkamera

© Fotograf: Hansjörg Schneider, Sandbergkapelle, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Hansjörg Schneider, Sandbergkapelle, Blende-Fotowettbewerb
Auf dem Markt gibt es inzwischen einige Kameramodelle, die über einen eingebauten GPS-Empfänger verfügen. Um das Geotagging für die Aufnahmen zu aktivieren, muss lediglich der Empfänger in der Kamera aktiviert werden. Die Zahl der Modelle ist derzeit noch überschaubar was auch damit zusammenhängen dürfte, dass aktuell die Nachfrage nach einer eigenständigen Geotagging-Funktion noch gering ist. Die Hersteller bieten deshalb als Option vielfach die Verbindung über WiFi-Lösungen an, damit eine Kamera per WLAN oder App die betreffenden Daten über das GPS-Modul des Smartphones beziehen kann.

Geotagging mit externem GPS-Empfänger

Ein klassischer Hand-GPS-Empfänger ist vor allem für die Wander- und Trekkingausrüstung eine sinnvolle Ergänzung – mittlerweile gibt es speziell konzipierte Modelle, die insbesondere für das Geotagging geeignet sind. Hierbei gibt es dann auch wieder die Unterscheidung zwischen Modellen, die universell einsetzbar sind und solchen Empfängern, die nur in Verbindung mit einer speziellen Kamera betrieben werden können. Die Auswertung erfolgt hierbei per USB am heimischen Rechner. Individuelle Kameralösungen mit eingebauten GPS-Empfängern können dabei vergleichsweise teuer werden.

GPS-Modul auswerten

© Fotograf: Christoph Sokol, Zugang Hohenberneck, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Christoph Sokol, Zugang Hohenberneck, Blende-Fotowettbewerb
Um eigenen Aufnahmen die Geodaten des GPS-Empfängers zuzuordnen ist die Verbindung mit dem PC notwendig. Während die eingebauten GPS-Lösungen die geografischen Informationen automatisch den jeweiligen Fotos zuordnen, müssen die Daten von universellen Modulen mit einer speziellen Software in die EXIF-Informationen der Fotos geschrieben werden.

Der Vorteil der universellen GPS-Module liegt darin, dass weder der Blitzschuh belegt wird, noch ein störendes Verbindungskabel an der Kamera befestigt werden muss. Auch ist es belanglos, ob die digitale Spiegelreflexkamera oder die kompakte Zweitkamera zum Einsatz kommt. Das nachträgliche Hinzufügen der Geodaten erfolgt jedoch nicht immer fehlerfrei, was einen großen Nachteil darstellt. Das kann mitunter die Selbstkontrolle des Fotografen mit einem Fototagebuch erforderlich machen, in dem die Uhrzeit und die jeweiligen Geoinformationen festgehalten werden. Ein weiteres Problem kann sich einstellen, wenn die geografischen Angaben in die EXIF-Daten einer RAW-Datei eingefügt werden sollen. Hier sollte man sich unbedingt vor dem Kauf informieren, damit alles optimal läuft.

Geotags und Software

Bei der Software gibt es zwei unterschiedliche Gruppen. Zum einen die eigentliche Goetagging-Software, welche die Informationen der universellen GPS-Module in die EXIF-Daten der Fotos integriert. Jedem dieser Empfänger ist im Regelfall eine entsprechende Software beigefügt. Weiterhin sind spezielle Softwarelösungen als Freeware oder Lizenz-Version erhältlich.

Die zweite Software-Gruppe ist die der Bildbearbeitungs- und Katalogisierungsprogramme. Diese können die Geodaten nicht nur auslesen (u.a. Adobe Lightroom und Apple Fotos), sondern auch eine direkte Anzeige des Aufnahmeortes über Google Maps oder Google Earth ermöglichen. Zur Anzeige werden Google vom betreffenden Programm die Geodaten übermittelt.

Digitalfotografie 08 / 2016

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